Jahrgang 
1915
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Turnbericht 1914/15.

Der Turnunterricht in den 18 Klassen war zu Anfang des Schuljahres 1914/15 wie folgt verteilt: 0 Ia u. b

Ula u. b Hlagelauer; 0 Hla u. b.. Schnell; U Ila u. b

5 113;. 0 IIHIa u. bſ Philippi;

U IIIa u. b(dGörsch; IVa u. b... Barsch; Va u. b VIa u. b

Auf Grund ärztlichen Zeugnisses waren 37 Schüler, neun vom Hundert, befreit.

Der Turnunterricht umfaßste in allen Klassen: Marsch- und Laufübungen, auch in Verbindung mit Arm- und Beintätigkeiten, Frei-, Gewandtheits-, Atem-, Haltungs- und Geräteübungen, sowie Turnspiele. Die volkstümlichen Übungen im Stabspringen, IHoch- und Weitsprung, 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Ger- und Speerwerfen wurden Unter den Eichen- freiwillig täglich von 68 Uhr geübt und die Leistungen gemessen. Da kam der Krieg. Ungefähr 80 Schüuler beteiligten sich während der Sommermonate bereitwilligst an den Ernte-Hilfsarbeiten der Obsternte und verwertung des Roten Kreuzes und an dem ausgedehnten Nachrichtendienste desselben. Von den Lehrern beteiligten sich Herr Professor Mosheim und die Herren Hagelauer und Philippi. Der Turnunterricht konnte nun nicht mehr in der alten Weise gehandhabt werden. Was von den Schülern der Oberklassen nicht als Kriegsfreiwilliger ins Feld gezogen war, wurde zu einer Turn- abteilung vereinigt und als»Gymnasial-Kompagnie- militärisch eingeübt und dann in die städtischen Jugendkompagnien eingereiht. An dieser militärischen Vorbereitung haben bis jetzt 54 Schüler teilgenommen. Von den Turnlehrern wurden Herr Schnell und Herr Barsch eingerufen. Als Vertreter übernahm Ierr Dr. Kalischeck den Turnunterricht in einigen Klassen. Fast alle einge- rückten Schüler erkennen schriftlich und mündlich die großen Vorteile an. die ihnen durch das Turnen in der schweren Zeit des Krieges erwuchsen.

Auch der Gymnasial-Turnverein verlor seinen ganzen Vorstand und fast alle Mitglieder. Ileute pflegen 50 Mitglieder wieder mit Eifer 2 mal wöchentlich die Leibesübung. In dem Vereins- Wetturnen errang in der Oberstufe der Primaner Theodor Köppler, ein ganz vorzüglicher Turner, den 1. Preis. Er starb kurz nachher den Heldentod auf Frankreichs Erde. Ehre seinem Andenken! In der Unterstufe wurde der I. Preis von dem jungen Turner Fritz Kranz errungen.

Von dem Jung-Wandervogel stehen 8 Mitglieder im Felde. Die übrigen machen kleine Wanderungen in der engeren Heimat.

Der Gymnasial-Schwimmverein mußte seine Ubungen einstellen, da das Schwimmbad seit Kriegsausbruch geschlossen wurde.

Wettspiele fielen in diesem Jahre aus.

Wanderungen wurden von einigen Klassen unternommen.

Womit ein früherer Turnbericht schließen konnte:

Fürs Vaterland ist es, wenn wir zu spielen scheinen« das ist nun zur Tatsache geworden, und unsere Turner sind im Felde unsere besten Kämpfer. Mögen die Daheimgebliebenen sich dieses zu Herzen nehmen und ihren Körper durch Turnen und Spielen pflegen, üben und stählen zu höchster Widerstandskraft!

IIagelauer.

Hagelauer.