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Turnbericht.
Im Jahre 1910 erteilten den Unterricht folgende Herrn
01 a+ b
UI a P b..... Herr Hagelauer,
0 II a+b
UII a+b..... Heerr Oberlehrer Fuchs,
0III a+ b
UIII a+ b V Herr Philippi,
IV a+ b
V a+ b...... Herr Dr. Bickel, im Winter: Herr Schnell, VI a+† b..... Herr Barsch.
Von den 505 Schülern der Anstalt waren vom Turnen befreit 45, also 8,92%.
Der Unterricht selbst wurde ganz im Sinne der neuen»Anleitung für das Knabenturnen- erteilt, ohne dem Geräteturnen seinen wichtigen Platz im Vordergrunde zu nehmen; zum ersten Mal- wurde als glänzende Klassenleistung erreicht, dals am Reck sämtliche Oberprimaner der OIb neben den gewöhnlichen Reckübungen die Kippe erlernten. Die vorgeschriebenen acht atemgymnastischen Ubungen für das Zehnminuten-Turnen wurden in allen Klassen geübt. Im übrigen umfalſste der Unterricht Freiübungen, Schnellgehen, Haltungsübungen, Gewandtheitsübungen, beruhigende UÜbungen, Dauerlauf, Geräteübungen, Trockenschwimmübungen und Turnspiele. Die letzteren fanden eine besondere Pflege auf dem schön gelegenen Exerzierplatz; es spielten die Klassen OI— O0II Donnerstag, UII—IV Dienstag, V und VI Freitag nachmittags hauptsächlich folgende Spiele: Fufsball, Schlagball, Faustball, Hockey, Schleuderball und die in der Turnvorschrift für die Infanterie neu eingeführten Schulspiele: Barlauf und Stafettenlauf. Aufserdem spielte die freie Spielvereinigung des Turnvereins an 45 Spieltagen. Besonders reich war das Jahr 1910 an Wettspielen mit hiesigen uud auswärtigen höheren Schulen. Zusammen fanden 11 Wettkämpfe statt: 9 in Fufsball und 2 in Schlagball gegen das Städt. Reform-Realgymnasium und das Königl. Realgymnasium Wiesbaden, das Gymnasium zu Limburg, die Realschule in Biebrich, das Gymnasium in Gielsen und gegen den Mainzer Schüler- Sportklub. Alle Spiele wurden gewonnen, dazu ein schöner silberner Becher als erster Preis und ein Diplom über die 3000 m Stafette.
Lockte im Sommer die schöne Umgebung Wiesbadens öfters die einzelnen Klassen zu Ausflügen, Tages- und Nachtwanderfahrten, Schnitzeljagden, Stafettenwettläufen und botanischen Spaziergängen hinaus ins Freie, so bot der Winter reichlich Gelegenheit zur Ausübung des Winter- sports, wozu die Nachmittagsturnstunden häufig benutzt wurden.
Der Gymnasiasten-Turnverein feierte im Oktober sein 30. Stiftungsfest durch ein wohl- gelungenes Sportfest auf dem Sportplatz, ein hübsches Schauturnen in der Männerturnhalle und als würdigen Abschluſs eine Familienfeier auf der Adolfshöhe.
So kann man mit allem, was im Vorjahre auf turnerischem Gebiete geschehen ist, wohl zufrieden sein. Es herrscht frisches Leben und froher Betrieb der Leibesübung. Allen Schülern sei hierdurch dringend ans Herz gelegt, alles zu tun, was zur Ausbildung und Festigung ihrer Leibes- kräfte beitragen kann. Darin liegt zugleich ein stets wirksames Mittel zum Schutz gegen Verweich- lichung und Verderbtheit und für die so notwendige Festigung der sittlichen Kraft.
Ed. Hagelauer.


