Jahrgang 
1905
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3. Übersicht über die während des Schuljahres 1904/1905 durchgenommenen Lehrpensa.

Oberprima.

Ordinarien: Coetus A: Professor Bücheler. Coetus B: Oberlehrer Seipp.

1. Religionslehre: a) Eeangelische 2 St. Glaubens-

und Sittenlehre im Anschluls an die Augustana. Römerbrief. Kirchengeschichte vom XVII. bis XIX. Jahrh. Wiederholungen.

C. A: Lohr.

C. B: Hochhuth.

b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I1 des Realgymn.): Zweiter Teil der Glaubens- lehre nach WedewersGrundrifs. Das Wichtigste aus der Sittenlehre. Wieder- holungen. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: C. A und B je 3 St. G. A:

Literaturkunde: Goethe und Schiller nebst deren berühmtesten Zeitgenossen; die roman- tische Schule. Lektüre: Goethe, Aus meinem Leben, mit Auswahl; Aufsätze aus Muffs Lese- buch für Prima; die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Go thes; Goethes Tor- quato Tasso; Faust mit Auswahl. Shakespeares Macbeth; Schillers Demetrius und einige philo- sophische Schriften; Kleists Prinz von Homburg; Wiederholung früher gelesener Dramen und Gedichte; Vorträge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze: mündliche und schriftliche Dispo- sitionsübungen.

Themata der Aufsätze:

1. Welcher Stoff steht der Universalgeschichte zur Verfüsung? Nach Schillers Vorlesung.

2. Geschichtliche Erläuterung zu Goethes Zu- eignung.(Klassenarbeit.)

3. Die Verdienste des Groſsen Kurfürsten auf dem Gebiete der inneren Politik Preulsens.

4. Wie wird Macduff zum Rächer an Macheth? (Klassenaufsatz.)

5. Die Schwierigkeiten der Charakterbildung, nach einem Lesestück.

6. Was bedeutet in Schillers Demetrius Marfas Schweigen?(Klassenaufsatz.)

7. Welche Bedingungen muſs eine Nation er-

füllen, um ihre Weltmachtstellung zu be- haupten?

8. Segen ist der Mühe Preis.(Prüfungsaufsatz.) Spieſs.

C. B: Literaturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeit- genossen. Lektüre: Mehrere Aufsätze aus Muffs Lesebuch für Prima. Im Anschluſs an die Lektüre Grundwahrheiten der Psychologie und der Logik. Lessings Hamburgische Drama- turgie und Emilia Galotti; die schwereren philosopischen Gedichte Schillers und Goethes; Shakespeares Julius Cäsar, Richard III, Macheth, Koriolan; Kleists Prinz Friedrich von Homburg. Goethe, Aus meinem Leben, Egmont. Torquato Tasso. Wiederholung der gelesenen Dramen Goethes und Schillers. Vorträge über den Lesestoff. Aufsätze. Mündliche und schrift- liche Dispositionsübungen.

Themata der Aufsätze.

1. Inwiefern stachelt Antonius durch seine Redekünste das Volk zur Rache an Cäsars Mördern auf?(Nach Shakespeares Julius Cäsar.)

2. Welche Aussetzungen macht Lessing ins- besondere an Voltaires Merope?(Nach Lessings Hamb. Dramaturgie St. 44 u 45).

3. Welches ist nach Aristoteles der Endzweck der Tragödie?(Nach der Poetik des Aristoteles.)

4. Wie endet Richard III?(Nach Shakespeares Richard III; Klassenautsatz.)

5. Inwiefern gibt sich der Gegensatz zwischen Antono nnd Tasso schon bei ihrer ersten Begegnung kund?(Nach Goethes Torquato Tasso.)

6. Welche Fehler in Tassos Charakter tadelt Goethe insbesondere?(Klassenaufsatz.)

7. Welches ist der Grundgedanke in dem Kleistschen SchauspielDer Prinz von Homburg?

8. Inwiefern ist der Ausspruch Antonios in Goethes Torquato Tasso begründet:Was gelten soll, muſs wirken und mufs dienen?

(Prüfungsaufsatz.) Adam. 3. Lateinisch: 7 Stunden. Lektüre: 5 Stunden.

a) poetische: G. A: Horaz Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Auswendig gelernt wurden einige Oden und Sinnsprüche.

Zobel.

C B: Horaz Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Mehrere Oden und Sinnsprüche wurden memoriert. Lohr.