Jahrgang 
1903
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3. Übersicht über die während des Schuljahres 1902/1903 durchgenommenen Lehrpensa.

Oberprima.

Ordinarien: Coetus A: Oberlehrer Dr. Heil.

Coetus B: Oberlehrer Seipp-

1. Religionslehre: a) Eoangelische. 2 St. Glau-

bens- und Sittenlehre im Anschlufs an die

Augustana. Römerbrief. Kirchengeschichte

vom XVII.XIX. Jahrh. Wiederholungen. C. A: Spieſs. C. B: Lohr.

b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I 1 des Realgymn.): Zweiter Teil der Glaubens-

lehre nach WedewersGrundrils. Das Wichtigste aus der Sittenlehre. Wieder- holungen. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: C. A und B je 3 St. C. A

Litteraturkunde: Goethe und Schiller nebst. deren berühmtesten Zeitgenossen; die roman- tische Schule. Lektüre: Lessings Ham- burgische Dramaturgie mit Auswahl; im An- schlufs daran das Wichtigste aus der Aristote- lischen Poetik; die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes; Lessings Emilia Galotti; Goethes Torquato Tasso; Shake- speares Julius Cäsar, Macbeth und Coriolan; Kleists Prinz von Homburg; Wiederholung der auf Unterprima gelernten Gedichte; Vor- träge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze; mündliche und schriftliche Dispositionsübungen.

Themata der Aufsätze:

1. Inwiefern ist die Mahnung Goethes begründet: Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann, Die Nacht bricht ein, da niemand wirken

kann?

2. Aus welchen Gründen bekämpft Lessing CorneillesRodogane?(Nach Lessings Hamb. Dram.)

3. Inwiefern stachelt Antonius durch seine Rede das Volk zur Rache an Cäsars Mördern auf?(Nach Shakespeares Jul. Caesar.)

4. Welche Verdienste hat sich Friedrich Wil- helm I. um seinen Staat erworben?

(Klassenaufsatz.)

5. Aus welchen Gründen schreckt Macbeth anfangs vor der Ermordung des Königs Duncan zurück?(Nach Shakespeares Mac- beth.)

6. Der Charakter Volumnias nach Shakespeares Coriolan.

7. Wie erklärt sich der Wandel in Antonios Urteil über Tasso?(Nach Goethes Torquato Tasso.)

8. Worin sind die Quellen von Tassos Leiden zu suchen?(Prüfungsaufsatz.) Adam.

C. B: Litteraturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeit- genossen. Lektüre: Schillers philosophische Abhandlungen; mehrere Aufsätze aus Muffs Lesebuch für Prima; Aristoteles de mundo. Im Anschlufs an die Lektüre Grundwahrheiten der Psychologie und der Logik; die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes. Shakespeares Macheth. Kleist, Prinz Friedrich von Homburg, nebst Ausblick in die Romantik. Goethe, Aus meinem Leben, II. Hälfte, und Faust I mit Auswahl. Wiederholung der Dramen Goethes und Schillers; Wiederholung der auf Unterprima gelernten Gedichte. Vor- träge über den Lesestoff. Aufsätze. Münd- liche und schriftliche Dispositionsübungen.

Themata der Aufsätze:

1. Disposition des Bellermannischen Aufsatzes über das Drama.

2. Inwiefern ist in Shakespeares Macheth das erregende Moment zugleich die Ankündigung des Verlaufs der tragischen Handlung?

3. Nicht um deine Mitgesellen sorge, wie sie

mögen bau'n! Dafür lafs den Meister sorgen: deine Stelle

baue recht.

(Klassenaufsatz.)

4. Inwiefern wurde die Zerstörung Karthagos für Rom verhängnisvoll?

Homo non sibi natus, sed patriae. Cicero. (Klassenaufsatz.)

6. a) Warum werden die Ideale unserer Jugend so selten verwirklicht?

b) In den Ocean schifft mit tausend Masten der Jüngling; Still auf gerettetem Bot treibt in den Hafen der Greis. 7. Das Proletariat einst und jetzt.(Mit Be- nutzung eines Aufsatzes von Riehl:Das Standesbewufstsein der Armut.) 8. Weshalb sind die Kriege von 1863/4 und 1866 auch als deutsche Einigungskriege anzusehen?(Prüfungsaufsatz.)

Spieſs.