Jahrgang 
1916
Einzelbild herunterladen

25

450. Georg Bernet, geboren am 17. September 1895, Sohn des Landwirts J. G. Bernet zu Poppendorf, Oberfranken, aufgenommen in Kl. Jam 15. April 1915. Gewählter Beruf: Landwirt..

Die vier abgehenden Schüler traten in den Heeresdienſt ein.

Am 23. Juni erhielten die Schüler wegen der Einnahme von Lemberg die letzte Schul⸗ ſtunde frei. 4

Am 28. Juni fand Zenſurkonferenz ſtatt für die Klaſſen III I.

Die Sommerferien begannen am 3. Juli und dauerten bis 2. Auguſt einſchließlich, der Unterricht wurde am 3. Auguſt in vollem Umfange wieder aufgenommen.

Am 19. Juli verfügte die Kgl. Regierung, daß die vakante Oberlehrerſtelle erſt nach dem Kriege beſetzt werden ſoll. Hilfslehrer C. Schneider wird vorläufig bis Oſtern 1916 weiter beſchäftigt. 1.

Am 6. Auguſt fiel der Unterricht aus Anlaß der Einnahme von Warſchau und Iwangorod aus. Der Direktor wies vor den in der Aula verſammelten Schülern auf die Bedeutung des Falles dieſer Feſtangen in einer Anſprache hin.

Am 20. Auguſt gab die früh morgens gemeldete Einnahme von Nowo⸗Georgiewsk nochmals Anlaß, den Tagesunterricht ausfallen zu laſſen, nachdem die Schüler in den Klaſſen auf die Bedeutung dieſes Ereigniſſes und der letzten Erfolge im Oſten hingewieſen waren.

Zur Feier des Sedantages wurden am 2. September in den einzelnen Klaſſen durch die Klaſſenleiter Anſprachen gehalten, die den Schülern die Bedeutung der Schlacht bei Sedan für Deutſchlands Entwicklung zum Verſtändnis brachten. Der Unterricht fiel aus.

Vom 6. bis 10. September unterzogen ſich 5 Schüler der J. Klaſſe, die zur Herbſt⸗ Abgangsprüfung zugelaſſen waren, der ſchriftlichen Prüfung. Die Aufgaben waren folgende:

Deutſcher Aufſatz: Vergleich des jetzigen Krieges mit dem vor 100 Jahren.

Mathematiſche Arbeit: Ein mittelgroßes Pferd braucht, um bei gutem Ausſehen und Leiſtungs⸗ fähigkeit zu bleiben, täglich etwa 5033 Kohlenſtoff und 156 g Stickſtoff. Wieviel Hafer und wieviel Heu muß hiernach ein Pferd täglich bekommen, wenn Hafer ungefähr 53⁰% Kohlenſtoff und 1,8%

tickſtoff, Heu etwa 53% Kohlenſtoff und 1,5% Stickſtoff enthält? b Wie ſchwer iſt die Menge Lehm, welche in einer 1,44 m tieſen Grube von der Form eines Pyramidenſtumpfes enthalten iſt, wenn die obere Oeffnung der Grube ein Rechteck von 2,15 m und 0,95 m Seitenlänge iſt?(= I,7.) e Zwei Grundſtücke, welche zuſammen ein Rechteck bilden, ſtoßen an ihren Schmalſeiten in einer einmal gebrochenen Grenze zuſammen. Dieſe Grenze ſoll in eine gerade Linie verwandelt werden, die zu den Längsſeiten des Rechtsecks rechtwinkelig liegt?= d 35 Milchkühe ſollen 24 Tage lang eine tägliche Beigabe von je 28 k Grünmeis erhalten. Wieviel Morgen ſind mit dieſem Futter zu bebauen? Wie teuer wird das erforderliche Saatgut?(1 d«= 32.). 1 naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Krankheiten von Kulturpflanzen, die durch Pilze hervorgerufen

werden.. e,, 2 ie, Franzöſiſche Arbeit: Ueberſetzung eines franzöſiſchen Stückes ins Deutſche und eines deutſchen

is Franzöſiſche. 4:, 1 Jrnid e elſchaftliche Arbeit: Wie ſtellt der Landwirt die Höhe des Vermögens feſt?

Am 27. September wurden die Schüler in die Herbſtferien entlaſſen.

Am 28 September fand die mündliche Prüfung der abgehenden Schüler ſtatt. Den Vorſitz hatte als Vertreter der Kgl. Regierung Herr Regierungs⸗ u. Schulrat Dr. Grau aus Wiesbaden. Das Kuratorium wurde durch Herrn Rittergutsbeſitzer Maertens⸗Sieberhauſen, Vorſitzenden der Landwirtſchaftskammer zu Caſſel, vertreten. Die zur Prüfung zugelaſſenen 5 Schüler der I. Klaſſe erhielten das Reifezeugnis. Ihre Namen ſind:

451. Hermann Eiff, geboren den 29. September 1898, Sohn des Anſtreichermeiſters Ludwig Eiff zu Weilburg, aufgenommen in Kl. IV. am 16. Oktober 1911. Gewählter Beruf: Beamter..

452. Willy Brendel, geboren den 22. September 1899, Sohn des Buchhalters Wilhelr Brendel zu Weilburg, aufgenommen in Kl. V am 10. Oktober 1910. Gewählter Beruf: Beamter..

453. Wilhelm Weber, geboren den 28. Jauuar 1898, Sohn des Kaufmanns Wilhelm Weber zu Dortmund, aufgenommen in Klaſſe IV am 16. Oktober 1911. Gewählter Be⸗

ruf: Landwirt.