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kamen neu hinzu Wochenberichte für Zeitungen, die vor allem verſuchen Vorherſagen für mehrere Tage zu geben. Der Wetterdienſtleiter hatte Gelegenheit, faſt alle Volksſchullehrer der an der mittleren und unteren Moſel, dem Rhein(im Weilburger Bezirk) und der Lahn bis nach Oberheſſen und deren Nebentälern gelegenen Kreisſchulinſpektionen in eintägigen Wetterkurſen zu unterrichten. Im Zuſammenhang damit geſtattete der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, daß wir verſuchsweiſe an Volksſchulen die Wetterkarten zu dem ermäßigten Preiſe von monatlich 40 Pfg.(mit Beſtellgeld, ſtatt ſonſt 64 Pfg. liefern durften. Der Erfolg beider Maßregeln war, daß gegen 600 Volksſchulen die Wetterkarten bis zum Ende des Geſchäftsjahres bezogen. Die Wetterkartenauflage des Jahres 1912 ſtieg insgeſamt auf 11857 Monatsexemplare(gegen 8998 im Vorjahre). Herausgegeben wurden vom Dienſtleiter: 1)„Das Klima von Wiesbaden“, 2) ein„Wetterkartenatlas“, 3) vier „Schulwetterkarten“. Im Erſcheinen iſt eine Niederſchlagskartc der Provinz Heſſen⸗Naſſau im Maß⸗ ſtabe 1:200,000.
5. Dorträge der Lehrer in landwirtschaftlichen Dereinen und Dersammlungen.
Prof. Dr. Helmkampf hielt im Laufe des Jahres folgende Vorträge:
1. Am 21. April 1912 in Frankfurt⸗Eſchersheim über das neue Reichswertzuwachsſteuer⸗Geſetz; 2. am 12. Mai in Oberurſel desgl.; 3. am 18. Mai in Homberg, Bez. Caſſel, über Bekämpfung des Unkrauts; 4. am 2, Juni in Frankfurt⸗Rödelheim über das neue Krankenverſicherungs⸗Geſetz; 5. am 8. Sept. in Frankſurt⸗Eckenheim über Düngnngsfragen, beſonders über Stickſtoff; 6. am 20. Okt. in Neumorſchen, Bez. Caſſel, über Wahl der Fruchtfolgen; 7. am 10. Nov. in Weilburg über das Kali und ſeine landw. Bedeutung; 8. am 16. Nov. in Altenhain i. T. über landw. Zeitfragen; 9. am 17. Nov. in Wernborn, Kr. Uſingen, über Maßnahmen zur Hebung der Ziegenzucht und Haltung; 10. am 23. Nov. in Hornau i. T. über die Düngung der Kulturpflanzen; 11. am 24. Nov. in Neuenhain i. T. über das Tuberkuloſe⸗Tilgungsverfahren; 12. am 30. Nov. in Fulda über die Rindertuberkuloſe und ihre Tilgung; 13. am 1. Dezbr. in Uſingen über Bedeutung und Aus⸗ untzung der Jungviehweide; 14. am 17. Dezbr. in Niederhöchſtadt i. T. über Wert und Ausführung von Drainagen; 15. am 8. Dezbr. in Heinzenberg, Kr. Uſingen über landw. Lehren des Jahres 1912; 16. am 14. Dezbr. in Ehlhalten bei Eppſtein üder desgl.: 17. am 21. Dezbr. in Hof⸗ geismar, Bez. Caſſel, über Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht, insbeſ. über Weidebetrieb; 18. am 11. Jan. 1913 in Wehrheim i. T. üher Bodenmelioration und Bearbeitung; 19. am 12. Jan. in Hundſtadt bei Uſingen über Milchwirtſchaft, Milchverkauf und Milchviehhaltung; 20. am 18. Jan. in Eſchbach bei Uſingen über Kartoffelbau und Tuberkuloſe⸗Tilgung; 2. am 19. Jan. in Weilburg über moderne Motorpflüge; 22. am 1. Febr. in Übernthal bei Herborn über landw. Fortſchritte in den letzten Jahren; 23. am 8. Febr. in Merzhauſen i. T., über neue landw. Erfahrungen; 24. am 9. Febr. in Brandoberndorf über Saatgut und Düngung; 25. am 15. Febr. in Bicken bei Herborn über Förderung der Viezucht⸗Haltung; 26. am 16. Febr. in Weilburg über landw. und ſonſtige Verhältniſſe in der Kolonie Togo; 27. am 21. Febr. in Kelkheim i. T. über Beſtellungsfragen; 28. am 23. Febr. in Dauborn bei Limburg über Ernteſteigerung, beſonders durch Verbeſſerung der Saatverhältniſſe; 29. am 1. März in Hauſen bei Uſingen über Fortſchritte in der naſſauiſchen Landwirtſchaft; 30. am 2. März in Grävenwiesbach i. T. über die Düngung für die Frühjahrs⸗ beſtellung. Weitere Vorträge im Monat März noch vorgeſehen. Prof. Helmkampf nahm auch an den Sitzungen im VI. landw. Bezirksverein und in dem Simmentaler Zuchtverein Oberlahn teil und leitete einen Kurſus in der Düngerlehre im Kreiſe Uſingen.
Herr Oberlehrer Dr. Heyl hielt im Auftrage der Landwirtſchaftskammer zu Wiesbaden im Laufe des Winters 10 Vorträge in Homburg v d. H. Die Vorträge waren beſtimmt für Offtziere und Mannſchaften der Garniſon Homburg, ſoweit fie ſich an dem landwirtſchaftlichen Vortragskurſus beteiligten, und handelten von den wichtigſten Gebieten der Landwirtſchaft unter beſonderer Berück⸗ ſichtigung des Kleinbetriebes.


