Genaueres über Einrichtung und Betrieb der Winterſchule findet ſich im„Bericht der landwirtſchaftlichen Winterſchule Weilburg“.
Dieſer Bericht wird neben dem Programm der Landwirtſchaftsſchule herausgegeben und iſt auf Wunſch durch Herrn Prof. Dr. Helmkampf erhältlich.
Anmeldungen zur Aufnahme in die landw. Winterſchule ſind vor dem 3. November an Herrn Prof. Dr. Helmkampf zu richten, der auf Wunſch auch nähere Auskunft erteilt.
Über den Weilburger Winterſchulverein berichtet Prof. Dr. Helmkampf:
Der am 2. Juli 1899 gegründete Verein zählt cz. 95 Mitglieder; er bezweckt den Zuſammenhang zwiſchen den ehemaligen Schülern der landw. Winterſchule und der Anſtalt zu erhalten und die fachliche Weiterbildung der Mitglieder zu fördern. Der Eintritt in den Verein iſt auch ſonſtigen Freunden des Vereins und der Winterſchule geſtattet. Die Leitung liegt in den Händen eines Vorſtandes, zu dem die Herreu Bürgermeiſter Hep p⸗Seelbach (Vorſitzender), Aug. Lehr⸗Merenberg, Gutsbeſitzer A. W. Paul⸗Selters, Landwirt Hermann D eißmann II.⸗ Löhnberg und Prof. Dr. Helmkampf gehören.
Der Verein hielt, wie in den Vorjahren, auch dieſen Winter mehrere Monatsverſammlungen ab, in denen über landw. Zeitfragen Vorträge und Beſprechungen gehalten wurden.
1. Am 10. Nov. 1912: Vortrag von Prof. Dr. Helmkampf über das Kali und ſeine Bedeutung für die Landwirtſchaft(mit Lichtbilderu). Vortrag von Oberlehrer Dr. Heyl über praktiſchen Vogelſchutz(mit Demonſtrationen). — 2. am 15. Dez 1912: Vortrag von Kand. Schneider über neue Fnttermittel und ihren Wert(mit Demonſtra⸗ tionen).— 3. am 19. Jan. 1913: Vortrag von Kand. Matſchenz:„Welche Lehren gibt den Landwirten das Jahr 1912“(mit Lichtbildern).— Einrichtung und Arbeitsweiſe eines moderneu Motorpfluges, an Lichtbildern erläutert. — 4. am 16. Febr. 1913: Vortrag von Kand. Zimmermann über Kalkſalpeter und Kallſtickſtoff(mit Lichtbildern).— Vortrag von Prof. Dr. Helmkampf über landw. und ſonſtige Verhältniſſe in der Kolonie Togo(mit Lichtbildern). — 5. Weitere Verſammlung im März..
2. Die landwirtschaftlichen Unterrichtskurse für Lehrer
an ländlichen Fortbildungsſchulen, errichtet von Sr. Exzellenz dem Herrn Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten, beſtanden früher aus 2 zuſammen hängenden Halbkurſen von je 5 Wochen. Laut Miniſterialverfügung vom 19. Juui 1908 iſt das Syſt m der Doppelkurſe aufgegeben worden. Dafür wurde ein zuſammenhängender Lehrgang von 5 Wochen eingerichtet, in welchem neben dem andwirtſchaftlich⸗naturkundlichen Unterrichtsſtoff eine Unterweiſung in volkswirtſchaftlich⸗bürgerlichen Dingen betrieben werden ſoll. Der 34. Kurſus lief diesmal vom 12. Auguſt bis 14. September.
Die Bibliotheken der Anſtalt können von den Kurſiſten während der Dauer des Kurſus benutzt werden, desgleichen auch die Sammlungen, ſoweit es ohne Gefahr für ſie geſchehen kann.
Die Koſten dieſer Kurſe hat Se. Erzellenz der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten übernommen; er trägt auch zu den Beihilfen für Wohnung und Unterhalt der den Kurſus beſuchenden Lehrer ½ bei, wenn die betr. Gemeinden ½ hergeben. Der Unterricht iſt für die Teilnehmer umſonſt.
Es behandelten:
in wöchentlich 8 Stunden: Profeſſor Freybe Chemie und Ietterkunde:
in wöchentlich 9 Stunden: Profeſſor Dr. Helmkampf allgemeine Ackerbaulehre, nebſt Buchführung, Staats- und Rechtskunde, ſowie das ländliche Fortbildungsſchulweſen;
in wöchentlich 7 Stunden: Oberlehrer Dr. Heyl Cierzucht, ſpeziellen Bflanzenbau, Verſickerungs- und Genoſſenſchaftsweſen;
in wöchentlich 8 Stunden: Der Direktor(Kurſusleiter) Bflauzen⸗ und Tierphyſiologie.
Hoſpitieren in den Lehrſtunden der Anſtalt, Vorträge und Beſprechungen über Methodik des Unterrichts mit beſonderer Beziehung auf ländliche Fortbildungsſchulen.
In jeder Woche wurde eine Exkurſion unternommen.


