Jahrgang 
1929
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unterzog der Dezernent der Anſtalt, Herr Oberſchulrat Dr. Grau, unſere Schule einer

Reviſion und wohnte dem Unterricht ſämtlicher Mitglieder des Lehrerkollegiums bei.

Eine gemeinſame Weihnachtsfeier vereinigte Lehrer und Schüler mit den Eltern der

Schüler und den Freunden der Schule am Nachmittag des z1. Dezember in der Aula.

Die Mitglieder der Schulgruppe des V. D. A. brachten auf der neu angeſchafften Bühne

unter elenue des Herrn Studienrat GeorgDas kleine Weihnachtsſpiel von Franz Her- ü

wig zur Aufführung. Wegen der großen Kälte mußte der Unterricht vom 14. Februar

1929 nach der 3. Unterrichtsſtunde bis zum 21. Februar einſchließlich ausgeſetzt werden.

Die ſchriftliche Reifeprüfung fand in den Tagen vom 4. bis 8. Februar 1929, die münd- liche unter dem Vorſitz des Dezernenten der Anſtalt, des Herrn Oberſchulrats Dr. Grau, am 1. März ſtatt. Alle 13 Prüflinge beſtanden. Am letzten Schultage, dem 27. März 1929, fand die Aufnahmeprüfung für die Sexta des nächſten Schuljahres ſtatt. Gemein- ſam mit Mitgliedern des Lehrerkollegiums prüften die Herren Lehrer Schäfer-Weil- burg, Duill-Waldhauſen, Waſſum-Ahauſen und Schnorr-Odersbach.

Der Erweiterungs- und Umbau des Gymnaſiums iſt im Laufe des Schuljahres in Angriff genommen worden, nachdem am 23. Mai 1928 die Herren Oberregierungs- und Baurat Leyendecker von der Regierung in Wiesbaden, Oberregierungsrat von Bamberg vom Provinzialſchulkollegium in Kaſſel, Regierungs- und Baurat Schäfer vom Hochbau- amt in Diez zu einer Beſichtigung der Anſtalt zwecks endgültiger Feſtlegung des Um- bauplanes hier anweſend waren. Nach Erledigung der umfangreichen Vorarbeiten wurde am 1. November 1928 mit den Bauarbeiten begonnen. Um ihre Durchführung ohne Störung des Unterrichts zu ermöglichen, wurden ſämtliche im ſogenannten alten Gymnaſium befindlichen Schulräume, nämlich die Klaſſen OI, UII, OIII, UIII und VI, ſo- wie die Sammlungen und die Lehrerbibliothek in die zu dieſem Zweck angemieteten Räume der alten Landwirtſchaftsſchule verlegt. Die Schwierigkeiten des Umzugs wurden durch die tatkräftige Hilfe der Schüler unter Leitung von Mitgliedern des Kollegiums in dankenswerter Weiſe glatt überwunden. Der Einbau der neuen, von der Firma Rietſchel und Henneberg in Wiesbaden, gelieferten Sammelheizung iſt bereits vollzogen. Am 15. März 1929 wurde die Heizung zum erſten Mal in Betrieb geſetzt.

8. Erlaſſe und Verfügungen der Behörden.

Miniſterialerlaß vom 22. Januar 1929. UIII 2893-28 UII I. 1 Ausbildung von Volksſchullehrern und Volksſchullehrerinnen. 3

Am I. Mai 1929 werden in die bereits beſtehenden Pädagogiſchen Akademien je zo Studenten aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangeliſcher Volksſchullehrer und Jehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholiſcher Volksſchul- lehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksſchullehrern und Jehrerinnen. Ferner wird beabſichtigt, zum gleichen Zeitpunkt 4 neue Pädagogiſche Akademien zur Ausbildung evangeliſcher Volksſchullehrer und Jehrerinnen in Breslau, Hannover, Er- furt und Dortmund zu eröffnen und dort ebenfalls je 5o Studierende aufzunehmen. Wegen des noch vorhandenen Oberfluſſes an evangeliſchen Schulamtsbewerberinnen werden jedoch zu den Akademien in Erfurt und Hannover vorläufig nur männliche Studierende zugelaſſen.

Mit Rückſicht auf die beſonders große Zahl noch unbeſchäftigter katholiſcher Schulamtsbewerberinnen werden katholiſche Abiturientinnen bis auf weiteres in keine Pädagogiſche Akademie aufgenommen. Der Bildungsgang iſt zweijährig. Studiengebüh- ren werden nicht erhoben. Unter beſonderen Vorausfetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Akademien zu beantragen ſind. Internate ſind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne und weitere Auskünfte ſind bei den Sekre- tariaten der Pädagogiſchen Akademien erhältlich. Näheres iſt auch zu erſehen aus dem Merkblatt für Berufsberatung:Der Volksſchullehrer von Akademiedirektor Dr. Karl