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b) Lehrerbibliothek.
Gemäß Verfügung des Provinzialſchulkollegiums wurden 4000 alte Drucke, dar- unter 307 Wiegendrucke an die Landesbibliothek in Wiesbaden abgegeben. Dieſe über- aus wertvollen Bücher, die hier faſt nie benutzt wurden, waren in Gefahr zu verſchanden und zu verderben, ſie können in der Landesbibliothek beſſer gepflegt und einem größe- ren Kreiſe von Benutzern zugänglich gemacht werden.
Die Verwaltung der Landesbibliothek hat zugeſagt, daß ſie dem Gymnaſium bei leihweiſer Uberlaſſung der Bücher in jeder Weiſe entgegenkommen wird. Ferner hat ſie ſich bereit erklärt, beim Verkauf von Dubletten, die etwa durch die Uberlaſſung dieſer Bücher an die Landesbibliothek entſtehen, dem Weilburger Gymnaſium die Hälfte des Erlöſes zu überlaſſen.
Am 4. September 1928 wurden die Bücher von einem Bibliotheksdiener und 3 Ar- beitern mit zwei Laſtautos abgeholt.
c) Muſikverein.
Der Muſikverein zählte 26 Schüler der OI—UIII. Unter der Leitung von Haus- inſpektor Altenkirch wurde in wöchentlich 2 Stunden Blasmuſik geübt. Die Kapelle hatte oft Gelegenheit, in der Offentlichkeit ihr Können zu zeigen und lebhafte Aner- kennung zu finden. Außer an Schulfeſten, von denen das nach alter Tradition zum erſten Mal wieder gefeierte Waldfeſt am Kanapee zu erwähnen iſt, wirkte die Kapelle mit bei Veranſtaltungen des V. D. A., vor allem bei der rotägigen Pfingſtfahrt in das Salz- kammergut, dem Roten Kreuz, der Kirmes, dem Verein für lugendherbergen und bei kirchlichen Feiern. Die geldliche Lage der Kapelle war im Berichtsjahr nicht ſo günſtig, da die Spenden nicht ſo reichlich eingingen wie früher.
d) Turn- und Spielverein.
In Stärke von 30 Mitgliedern, Schülern der unteren und mittleren Klaſſen trieb- der Verein in 2 Stunden wöchentlich Leibesübungen aller Art.
e)„Wilinaburgia“, Verein chemaliger Angehöriger des Gymnaſiums zu Weilburg.
Im abgelaufenen Jahr hat die„Wilinaburgia“ die Mitgliederzahl 600 überſchrit- ten, ein erfreuliches Zeichen für ihr weiteres Wachſen und Gedeihen. Leider ſteigt auch die Zahl der Toten, hatte der Verein doch im letzten Jahr den Verluſt von 12 treuen Mitgliedern zu beklagen. Darunter befand ſich auch Prof. Dr. e. h. Adolf Stoll, deſſen Vater lange Jahre an unſerer Schule ſegensreich gewirkt und ſich beſonders durch ſeine Werke über griechiſche und römiſche Geſchichte und Mythologie einen Namen gemacht hat. Aber auch der Sohn war nicht minder bedeutend, wie ſchon die Verleihung des Ehrendoktortitels zeigt(Näheres ſ. Nachrichtenblatt Nr. 19).— Der Verein hat ſeine Tätigkeit wie in den früheren Jahren mit Erfolg fortgeſetzt: Pflege des Zuſammenhalts der ehemaligen Angehörigen untereinander und mit der Schule, Unterſtützung bedürf- tiger Mitglieder und ihrer Angehörigen, Bercitſtellung von Geldmitteln für das Gym- naſium und die Schülervereine. Von dem Nachrichtenblatt erſchienen wiederum drei Nummern von je 20 Seiten Umfang; es wurde wie bisher auch an die Primaner ver- teilt. Als Weihnachtsgabe erhielten wieder alle Schüler den Kalender des Reichsverban- des für Deutſche Jugendherbergen„Freudenborn“. Der gegenſeitige Beſuch der Veran- ſtaltungen von Schule und Verein wurde wie bisher fortgeſetzt. Hauptſächlich wandte der Verein ſeine Fürſorge dem„Staadenheim“ im Taunus zu, das den jetzigen wie den früheren Angehörigen des Gymnaſiums zu kürzerem oder längerem Aufenthalt zur Verfügung ſteht. Es wurden dafür rund 450.— RM. aufgewandt. Die Inneneinrichtung wurde erweitert und der Verputz erneuert. In Kürze wird durch Aufſtellung weiterer Betten mit Decken die Ubernachtungsmöglichkeit noch verbeſſert werden. Der Verein würde ein Entgelt für ſeine Mühe und Opfer darin ſehen, wenn das Heim von den Schü- lern viel mehr benutzt würde, als es bisher geſchehen iſt; gern wird es auch den Eltern


