Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

2

8. Wie der Stadtpfeifer Heinrich Kullmann zum Hofmuſiker wurde. (Nach Riehls NovelleDer Stadtpfeifer.)

e. Aufgaben der ſchriftlichen Reifeprüfung Oſtern 1929.

I. Deutſch: Zur Wahl ſtanden folgende 4 Themen: 1. Medea und Kriemhild.

2. Die Auswirkungen der deutſchen Orient- und Flottenpolitik von 1890 bis 1914 auf die Stellung Deutſchlands unter den Weltmächten.

z. Das Buch, ein Freund und Feind des Menſchen.

4. IIãvra pet. Gewählt wurde 1 von;3, 2 von 1, 3 von 4, 4 von 5.

II. Latein. Ueberſetzung von Cicero, De natura deorum II, 86 und 87. III. Griechiſch. Ueberſetzung von Thucydides I. 130 und 131. IV. Mathematik:

1I. Wie groß iſt der Rauminhalt des Rotationskörpers, der durch die Gerade y= X 2 in den Grenzen Xi= 4 und X.= 10 erzeugt wird?

2. Welche Winkel bildet die Raumdiagonale des Quaders mit den Kanten a= 4 cm, b= 2 cm, c= 8 em mit den Kanten und Flächen?

3. Gleichung, Konſtruktion und Eigenſchaften der Parabeltangente ſind zu er- mitteln und an einem geeigneten Beiſpiel mit Zeichnung zu erläutern.

Zeichnen.

UII bis OI erhielten lehrplanmäßig wöchentlich 1 Stunde, die übrigen Klaſſen je 2 Stunden Unterricht.

Gezeichnet wurden in VI: Flächenhafte Darſtellung von einfachen Gegenſtänden und bildmäßige Darſtellung von eigenen Erlebniſſen, Märchen, Gedichten uſw., Arbeiten in Buntpapier, Modellierübungen.

V: Fortſetzung des Stoffes der VI, farbiges Aufteilen von Flächen, Entwicklung und Ubungen einer dekorativen Schrift, Modellierübungen.

IV: Flächenaufteilung bildmäßige Darſtellungen, freie Pinſelzeichnungen nach Na- turgegenſtänden, Ubungen in dekorativer Schrift, Modellieren.

UIII und OIII: Ubungen im perſpektiviſchen Zeichnen, Flächenaufteilung, bild- mäßige Darſtellungen mit Anwendung von dekorativer Schrift, Linolſchnitte.

UII bis OI: Malen mit Aquarellfarben, perſpektiviſches Zeichnen, bildmäßige Darſtellungen, Schrift, Linolſchnitte.

Turnen.

Der Turnunterricht wurde lehrplangemäß erteilt, wenn auch infolge Mangel von für den Turnunterricht geeigneten Lehrkräften die Abteilungen groß ſein mußten. Das Spielen konnte ſich immer noch nicht recht entwickeln, da der Spielplatz bei der Turn- halle den größten Teil des Jahres mit Bauſchutt aufgefüllt wurde. Hoffentlich geſtat- ten die ſtaatlichen Finanzen im laufenden Jahre die Fertigſtellung des Platzes. Die Bade- einrichtung an der Turnhalle wurde wieder fleißig benutzt. Das Reichsjugendturnen verbunden mit Jahngedächtnisfeier fand am 18. Juli ſtatt; ferner beteiligte ſd das Gym- naſium am Wetturnen der höheren Lehranſtalten an der Lahn. Das ſeit Jahren übliche Herbſtturnen des Gymnaſiums auf Webersberg wurde, da der Platz nicht mehr aus- reicht, nach dem Kanapee verlegt, wo es in der Form des vor dem Kriege traditionellen Waldfeſtes fortan gefeiert werden ſoll.