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3. Übersicht über die im Schuljahr 1896/97 durchgenommenen Lehrpensa.
Ober-Prima. Ordinarius: Direktor Dr. Paulus.
Religion. a. evangel. S.: Glaubens- und Sittenlehre im Anschluss an die Ar- tikel I—XVI, XVIII und XX der Conf. Augustana. W.: Römerbrief. Wiederholungen. 2 St. w. Steyer.
b. kathol. Die Lehre von der Gnade, den Sakramenten und der Vollendung. Geschichte des christlichen Mittelalters. Wiederholungen aus der Geschichte des christ- lichen Altertums. 2 St. w. Belz.
Deutsch. Lektüre: Ausgewählte Abschnitte aus Lessings Laokoon. Schillers Gedankendichtung. Goethes Tasso, Lessings Nathan, Shakespeares Coriolan, Kleists Prinz von Homburg. Ubersicht über die deutsche Litteratur, besonders im 18. Jahrhundert, und Uberblick über die nachgoethesche Zeit in Lebensbildern und Litteraturproben.
Stilübungen: Aufsatzlehre, Dispositionsübungen. Vorträge der Schüler. 3 St. w. Gundlach.
Themata der deutschen Aufsätze:
1. Erkenne Dich selbst. 2. Welche Bedeutung hat für Deutschland seine geographische Lage? (Klassenarbeit). 3. Wodurch verdient ein Herrscher den Beinamen„der Grosse“? 4. Wodurch wird Coriolan zum Verräter an seinem Vaterlande? 5. Der Schild des Achilles und des Kneas(nach Laokoon)(Klassen- arbeit). 6. Wie entsteht ein Kunstwerk? 7. Sei nicht zu offen, aber auch nicht zu misstrauisch!
Themata zur Reifeprüfung: Herbst 1896: Wie bewährt sich der Spruch„per aspera ad astra“ in der brandenburgisch-preussischen Geschichte? Ostern 1897: Was verschaffte Friedrich d. Gr. den Sieg im siebenjährigen Kriege?
Latein. S.: Tacitus Ann. I bis IV m. A. Horaz Oden II und III m. A. W.: Cicero pro Roscio Amerino. Horaz Episteln I und II m. A.— Wöchentlich einmal UÜbungen im unvorbereiteten Übersetzen aus Livius. Privatlektüre aus Livius und Cicero. Alle 14 Tage eine schriftliche Ubung. Grammatische und stilistische Wiederholungen. 7 St. w. Paulus.
Griechisch. Ilias XIII— XXIV. Sophokles' Antigone. Geeignete längere und kürzere Dichterstellen wurden auswendig gelernt. Plato, Protagoras. Thucydides VI, 1— 41. Privatim einige Lyriker nach Stoll und grössere Abschnitte aus Xenophons Hel- lenika. Extemporieren, meist aus den Hellenika. Grammatische Wiederholungen gelegent- lich und nach Bedürfnis. Schriftliche Übersetzungen aus dem Griechischen in der Klasse alle 4 Wochen. 6 St. w. Eitel.
Französisch. d'Hérisson, Journal d'un Officier d'ordonnance. Molière, Fem- mes savantes. Gedichte von V. Hugo, Béranger und F. Coppée. Unterrichtssprache war vorwiegend das Französische. Schriftliche UÜbersetzungen aus dem Französischen und Dik- tate. 2 St. w. Gundlach.
Englisch. Dickens, Cricket on the Hearth und Christmas Carol. Unterrichts- sprache war vorwiegend das Englische. 2 St. w. Gundlach.
Hebräisch. Grammatik: Wiederholungen und Erweiterungen des früheren Pensums nach Strack, hebräische Grammatik; schriftliche Übersetzungen aus dem Hebrä- ischen und Analysen in der Klasse.
Lektüre: 1. Samuelis c. 3. 4. 8. 9. 10. Richter 2. 4. 6. 7. 9. Psalm 1. 2. 8. 19. 23. 24. Ubungen im Extemporieren. 2 St. w. Steyer.


