1) Chronik
Gymnaſiums vom Schuljahr 1850— 1851.
1) Lehrperſonal.
Während der Herbſtferien erfolgte die Verſetzung des Collaborator Wagner an das Pädagogium zu Dillenburg. Lehrer und Lernende bedauerten ſeinen Abgang von hier, da ihm ſowohl ſeine humane Behandlung der Schüler und ſein achtbares Be⸗ nehmen gegen ſeine Mitlehrer, als ſeine angeſtrengte Berufs⸗ und Privatthätigkeit, welch letztere ſich einzig nur auf ſeine wiſſenſchaftliche und zunächſt pädagogiſche Weiterbildung, ſo wie auf die uneigennützige Förderung der Zwecke der Anſtalt bezog, die Achtung der Lehrer und die Liebe der Schüler in hohem Grade erworben hatten.
In ſeine Stelle dahier trat kein neuer Lehrer ein; dagegen wurde der Candidat
des höheren Schulamts, Otto von hier, welcher im Sommerſemeſter einige Zeit zur
Aushülfe am Gelehrten⸗Gymnaſium zu Wiesbaden verwendet, und demnächſt zur weiteren Belaſſung an demſelben für ſeine practiſche Ausbildung höheren Orts beſtimmt worden war, mit Anfang des Winterſemeſters an's hieſige Gymnaſium zur Abhaltung ſeines Probecurſus bis auf Weiteres dirigirt. Ihm wurde für den Winter das La⸗ teiniſche und Deutſche, ſo wie das Ordinariat in Sexta übertragen. Die außer dieſen beiden Fächern in Serta vom Collaborator Wagner bis zu ſeiner Verſetzung behan⸗ delten übrigen Lehrgegenſtände, wurden, ſo gut es ging, unter die übrigen Lehrer vertheilt. u Am 21. Januar verloren wir durch den Tod den katholiſchen Religionslehrer am Gymnaſium, Pfarrer Müller, Geiſtlichen bei der hieſigen katholiſchen Pfarrge⸗ meinde. Schon ſeit einiger Zeit bedenklich leidend, erhielt er zu Weihnachten einen Pfarrgehülfen in der Perſon des Caplans Bohn, zuletzt zu Camp, der während der 1*


