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VI. Bibliothek und Lehrmittel.
Das Landesamt f. d. B., die Zentralſtelle zur Förderung der Volksbildung in Darmſtadt und Verlage bedachten die Anſtalt mit zahlreichen Geſchenken an Büchern und Zeitſchriften. Lehrer- und Schülerbibliothek wurden ferner durch Ankauf von Werken erweitert. Aus Druckerſparnisgründen ſoll davon abgeſehen werden, alle Werke hier namentlich aufzuführen, den gütigen Spendern aber herzlichen Dank.— Die Ausſtattung der Schule mit Lehr⸗ mitteln wurde zunächſt in Phyſik und Chemie fortgeſetzt, dann aber auch in der Biologie und vor allem in der Mineralogie. Herr Lehrer Rödelſperger hat in dankenswerter Weiſe ſeine private, äußerſt reichhaltige und wertvolle Steinſammlung der Schule zur Verfügung geſtellt, die Sammlung bildet zuſammen mit den bereits vorhandenen Stücken eine weſentliche Bereicherung unſerer Lehrmittel.
VI. Das Schulgebäude und die Allgemeinheit.
Das Schulgebäude mit ſeinen Sälen und Einrichtungen wurde auch der Allgemeinheit dienſtbar gemacht. So diente es bei allen Abſtimmungen und Wahlen als Wahllokal. Ferner fanden des öfteren Experimentalvorträge für Erwachſene und Elternverſammlungen darin ſtatt.
VII. Schule und Elternhaus.
a) Schulordnung: Vieles Wiſſenswerte und Notwendige für das Verhältnis der Schüler zu ihrer Schule iſt aus der ſtaatlichen Schulordnung zu entnehmen. Es wird dafür geſorgt werden, daß alle Eltern, die Schüler zur höheren Schule ſchicken, in den Beſitz dieſer Schulordnung gelangen. Demnächſt wird in Heſſen eine neue derartige Schulordnung erſcheinen.
b) Elternabende und Elternausſchuß: Um die Beziehungen zwiſchen Schule und Elternhaus enger zu geſtalten, wurden von dem Unterzeichneten Elternabende eingerichtet, und zwar ſolche, an denen nicht„gefeiert“ wird, ſondern an denen über Dinge vorgetragen und diskutiert wird, die für die Eltern und ihre Kinder ernſte Fragen behandeln. So fand am 3. November 1926 in der„Stadt Caſſel“ ein Elternabend ſtatt, bei dem Herr Dr. Lüdecke vom ſtädt. Berufsamt Frankfurt a. M. über„Berufsberatung“ ſprach und den Eltern die Mithilfe des ſtädt. Berufs⸗ amts Frankfurt bei der Berufsberatung anbot. Herr Lehrer Rödelſperger ſprach über„Geeigneter Leſeſtoff für die Schüler“. Der Schulleiter behandelte„allgemeine und beſondere Schulfragen“, er gab dabei den Eltern beſtimmte Anhaltspunkte für die Wahl der Berufe ihrer Kinder. Die Veranſtaltung war von über 100 Perſonen beſucht.— Damit ſolche Eltern, die den Weg zur Schule bei irgend einem Anliegen ſcheuen, dieſes trotzdem der Schule zur Kenntnis bringen können, wurde ein Elternausſchuß gebildet, dem die Eltern ihre Mitteilungen zur Weiterleitung übergeben. Dem Ausſchuß gehören z. Zt. die Herren an: 1. Poſtſchaffner Ballmert, 2. Steuerſekretär Beuler, 3. Maurermeiſter Schmidt und 4. Stadtſekretär Mehlhaſe.
IX. Bekanntmachungen.
1. Die Ferien beginnen am 3. April 1927 und endigen am 24. April 1927.
2. Das neue Schuljahr beginnt am 25. April mit Aufnahmeprüfungen, denen ſich Schüler mit 3 Grundſchuljahren unterziehen müſſen, Schüler mit 4 Grundſchuljahren können von ihr befreit werden, falls ſie in Deutſch und Rechnen mindeſtens die Note„gut“ aufweiſen. Für Aufnahmen in höhere Klaſſen als Serta iſt in allen Fällen eine Aufnahmeprüfung abzulegen.
3. Der Unterricht beginnt am 26. April vorm. 8 ¼ Uhr..
4. Der Lehrgang umfaßt 6 Klaſſen: VI, V, IV, III b, Ill a und II. Der erfolgreiche Beſuch der IIb bringt den Schülern(und Schülerinnen) die Oberſekundareife(frühere Einjährig-Freiwilligen Berechtigung, neuerdings auch mittlere Reife genannt).
5. Die Ferien im Schuljahr 1927 verteilen ſich folgendermaßen:
Pfingſtferien vom 5. bis 11. Juni, Sommerferien vom 16. Juli bis 6. Auguſt, Herbſtferien vom 18. Sept. bis 8. Oktober, Weihnachtsferien vom 22. Dez. bis 4. Jan. 1928.
Vilbel, den 1. April 1927.
Die Leitung der Realſchule zu Vilbel: Rektor Dr. Chambré.


