Jahrgang 
1926
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h) Die Einrichtung des künſtleriſchen und techniſchen Unterrichts.

Die Eigenart der Aufbauſchule macht es erforderlich, daß ſich die Muſik⸗ pflege neben allgemeinbildenden Ziele auch ſolche rein praktiſcher Art ſtellen muß. Die entſprechenden Unterrichtsaufgaben ſind bedingt durch die ſpätere Berufswahl und durch das Gemeinſchaftsleben innerhalb der Anſtalt. Die Vor⸗ bereitung zum Lehramt, ſei es an Volksſchulen oder als Muſiklehrer an höheren Lehranſtalten, erfordert muſikaliſche Vorbildung in Geſang und Inſtrumental⸗ ſpiel. Das Gemeinſchaftsleben an einer Aufbauſchule hat infolge der Loslöſung der Schüler von dem Elternhaus eine ſchärfer ausgeprägte Form als an den meiſten anderen höheren Lehranſtalten. Eine Schulgemeinſchaft ohne gemein⸗ ſames Muſizieren iſt aber ebenſowenig denkbar, wie die alles Trennende im geiſtigen Leben eines Volkes überbrückende Muſik.

Im vergangenen Schuljahr wurde in den verbindlichen Muſikſtunden beſonderer Wert gelegt: 1) mit Steigerung des muſikaliſchen Auffaſſungsver⸗ mögens durch Bekanntmachen der Schüler mit den Hauptwerken der Muſik⸗ literatur und 2) mit Uebung des Gehör⸗ und Stimmorgans.

Dadurch war es möglich, den größten Teil der Schüler in dem beſtehen⸗ den Chore zu verwenden. Obgleich der Stimmwechſel ſich in faſt allen Klaſſen ſtark fühlbar machte, konnte der Chor bei den verſchiedenen Anläſſen ſich im Dienſt der Schulgemeinſchaft betätigen und bei einer Veranſtaltung des Ver⸗ eins fürs Deutſchtum im Ausland öffentlich mitwirken.

II. Die Lehrer.

1. Der Leiter der Anſtalt wurde durch Miniſterialerlaß vom 23. Juli zum Studiendirektor ernannt und ihm die Leitung endgültig mit Wirkung vom 1. 4. 1926 übertragen. Studienaſſeſſor Prenzel wurde zum 1. 10. 1926 zum Studienrat ernannt und ihm eine planmäßige Stelle verliehen.

Die Seminaroberlehrer i. e. R. Veith und Küchler unterrichteten wei⸗ ter an der Anſtalt, im Sommerhalbjahr mit 10 bezw. 11 Stunden. Studienrat Anſorge litt ſeit Anfang des Schuljahres an immer heftiger werdenden, durch das Uſinger Klima bedingten Aſthmaanfällen. Dadurch wurden häufige Vertre⸗ tungen notwendig. Im Winterhalbjahr wurde er nach Italien beurlaubt. Die Seminaroberlehrer Veith und Küchler übernahmen daher im Winterhalb⸗ jahr eine größere Stundenzahl.

Am 1. 4. 1927 wurde Studienrat Anſorge an das Kaiſerin Friedrich⸗ Gymnaſium in Bad Homburg v. d. H. verſetzt.

Seine Stelle wurde am 16. 4. 1927 Studienaſſeſſor König aus Kaſſel unter gleichzeitiger Ernennung zum Studienrat verliehen. Studienaſſeſſor Dr. Schnelle wurde am 16. 4. 1927 an die Aufbauſchule in Frankenberg verſetzt. Studienrat Dr. Grebe wurde am 16. 4. 1927 von der Aufbauſchule in Fran⸗ kenberg an die Anſtalt verſetzt. Am 26. 4. 1927 wurde Studienaſſeſſor Dr. Lan⸗ ge aus Marburg zur vollen Beſchäftigung überwieſen.

Studienaſſeſſor Dr. Schmidt nahm an einem deutſchkundlichen Kurſus zur Vertiefung der neuen Richtlinien in Frankfurt, Studienrat Geiſel an einem kunſtgeſchichtlichen Kurſus in Wiesbaden ſtatt.

2. Oberſtudienrat iſt nicht vorhanden.

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