Jahrgang 
1855
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der Seminarzöglinge und des Seminarlehrers unterzogen wurden, nachdem ſie vor der Abhaltung beſprochen, entworfen, ſchriftlich ausgearbeitet und im Ent⸗ wurfe, wie in der Ausarbeitung ſchriftlich und mündlich durchkorrigirt worden waren. Die Naturwiſſenſchaften wurden mit aller Sorgfalt theoretiſch und praktiſch betrieben; vom Director wurden ſie in ſeinen Lehrſtunden recht eigentlich dazu benutzt, dem denkenden Zöglinge den Glauben an den wunderbaren Gna⸗ denlauf der Erlöſung nur um ſo zweifelloſer zu befeſtigen, indem(daß ich es kurz ſage) der Sieg der ewigen Naturgeſetze und die Verklärung aller Welt in dem auferſtandenen Chriſtus unabläſſig nachgewieſen wurde. In der Muſik wurden, wie bisher, alle Einſeitigkeiten und prunkenden Künſteleien verſchmäht, dagegen das Gefühl für die Würde der religiöſen Muſik vorzugsweiſe geweckt und genährt. Man hielt ſich für verpflichtet, in Kürze dieſe Bemerkungen hier niederzulegen, um eine Einſchau in die hier waltenden Grundſätze bei Be⸗ folgung des Lehr⸗ und Erziehungsplanes zu geſtatten.

Um zur Befeſtigung guter Sitten beſondere Gelegenheit zu geben, hat es die Anſtalt auch an der Feier gelegentlicher Feſte nicht fehlen laſſen.

Das Geburtsfeſt Sr. Hoheit, unſeres geliebten Herzogs, wurde auch dießmal wieder in der Art gefeiert, daß Morgens ein liturgiſcher Gottes⸗ dienſt unter Leitung des Herrn Candidaten Göz, und Nachmittags ein Concert unter Leitung des Herrn Muſiklehrers Feye ſtattfand, wobei der Director die Feſtrede ſprach; darnach fand bis zum Abende unter Theilnahme der Stadtbewohner auf einer Höhe im Walde geſellige Erheiterung, fodie Abeads feflich Beleuch⸗ tung des Seminargebäudes Statt.

Am 9. Juli feierte die Anſtalt das Gedüächtniß des am 3. verſtorbenen Zöglings Jakob Peter, wobei der Director die Gedächtnißpredigt hielt.

Ende November und kurz vor Weihnachten veranſtaltete das Seminar Concerte, welche ſich eines zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatten; das zweite verband mit ſich eine Chriſtbeſcherung für arme Schulkinder der Stadt.

Auch dießmal wurde wieder die Stipendienſumme von 648 fl. unter die bedürftigeren Zöͤglinge der oberen Claſfen vertheilt.