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bach verſetzten Herrn Eundidäten Michel wurde Herr Candidat Göz von Mon⸗ tabaur dirigirt*).
Herr Candidat Breidenſtein, welcher ſeit Sommer 1853 in proviſo⸗ riſcher Eigenſchaft als Hilfslehrer am Seminare thätig war, wurde nach Abſol⸗ virung ſeines Reallehrereramens mit dem 1. Januar 1855 durch die Gnade Sr. Hoheit des Herzogs definitiv in dieſes Amt eingeſetzt.
Zur wohnlicheren Einrichtung der Seminarräume, ſowie zur Vervoll⸗ ſtändigung der Sammlungen und Lehrapparate wurden auch in dem ver⸗ floſſenen Jahre wieder namhafte Geldbeträge verwilliget und verwendet. Insbe⸗ ſondere wurde eine vorzügliche chemiſch⸗techniſche Präparaten⸗Sammlung von Hölzle und Chelius in Heidelberg, eine pneumatiſche Wanne, ein Rotations⸗ und Waſſerzerſetzungs⸗Apparat ꝛc. ꝛc. von Albert in Frankfurt, ſowie ein Pianoforte franzöſiſcher Mechanik von Maurer in Homburg angekauft. Für die Bibliothek waren wieder 100 fl. verwilligt worden. Mit vielem Danke wurden für dieſelbe folgende Geſchenke in Empfang genommen: von Herrn Lehrer Roos in Naſ⸗ ſau 1)„125 Choräle ꝛc.“; 2)„50 Lieder und Choräle ꝛc.“; 3)„Die ewige Herberge, letzte Compoſition von J. A. Anthes“ ꝛc. ꝛc. Von Herrn Lehrer Friedrich Wilhelm Schmidt in Born„der Obſtfreund ꝛc.“ Von Herrn
*) Herr Carl Wilhelm Göz wurde am 3. April 1830 geboren zu Frankfurt a. M. wo ſein Vater als Kaufmann anſäſſig war. Nach frühem Verluſte ſeiner Eltern reifte bei ihm bald der Entſchluß Theologie zu ſtudieren. In Nürnberg, woſelbſt der Ver⸗ waiſte Heimath gefunden, erwarb ſich derſelbe raſch die Vorkenntniſſe, mit welchen er⸗ in das dortige Gymnaſium zu ſeinen Altersgenoſſen eintreten konnte. Schon damals empfing er, da ſeine Schweſtern als Erzieherinnen in Nürnberg thätig waren, mannich⸗ fache beſondere pädagogiſche Anregung, welche ſpäter in den akademiſchen Vorleſungen C. von Raumer's noch weitere Nahrung fand. In den Jahren 1849 bis 53 ſtudierte er zu Erlangen und Berlin Theologie, worauf ſein warmer Wunſch, in das geiſtliche Amt einzutreten, durch die Gnade Sr. Hoheit Unſeres durchlauchtigſten Herzogs Er⸗ füllung fand. Nach Abſolvirung eines Staatsexamens im Herbſte 1853 empfing er die Ordination, und wurde ihm die proviſoriſche Verſehung der evangeliſchen Caplanei zu Montabaur übertragen, von wo ihn ſchon mit Frühling 1854 der ehrenvolle Ruf an das Seminar mach Uſingen verſetzte.


