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beſtehenden Geſetze, die zwei unteren Klaſſen) betrifft, ſo iſt an der in dem vorjäh⸗ rigen Seminarprogramme beſchriebenen Hausordnung nichts Weſentliches abgeändert worden. Nur das Eine finde hier Erwähnung, daß jeder Tag bald nach geſchloſ⸗ ſenen Schulſtunden von ſämmtlichen Lehrern und Zöglingen mit einem Gottesdienſte im großen Saale beſchloſſen wird, wobei der Director als Hausvater fungirt und alles, was Tag oder Woche gebracht hat, und ſonſtige Umſtände mit ſich bringen, durch mündliche Verhandlung im chriſtlichen Gebetsgeiſte zum friedſamen Ende bringt. In gleicher Weiſe findet quartaliter zu jedermanns Selbſtbeſſerung eine allgemeine Cenſur ſtatt.— Der nunmehr abgeſchloſſene Lauf eines Jahres hat ſattſam die wohlthätige Frucht der Internatseinrichtung für Claſſe II und IIl an den Tag ge⸗ legt. Unter den ganz unläugbaren Früchten iſt die Cultur der Zöglinge zu einer die gegenſeitigen Pflichten und Rechte der Perſonen zu lebendigem und erfolgreichem Bewußtſein bringenden Communität, alſo zu einem beſonnenen, fügſamen, in ſich har⸗ moniſchen und allen wilden, oppoſitionellen Elementen abgeſagten Körper, worin nunmehr das höhere Leben gedeihen kann, mit am höchſten anzuſchlagen; und der hohe Gründer dieſer Ordnung mag nun einen Theil des Lohnes in der Gewißheit finden, daß er mit weisheitsvoller Berechnung dem Staate und der Kirche unberechen⸗ bare Dienſte geleiſtet hat. Ein wahrhaft chriſtlicher Gemeingeiſt, der Geiſt des eif⸗ rigſten Fleißes und einer ernſten Sinnigkeit durchzieht unſere Anſtalt, der Geiſt, dem es an der Geiſtesmittheilung von Oben verheißungsgemäß nie fehlen kann. Wer aber wähnen möchte, unſere geliebten Zöglinge wären trüb und ſchweigſam, gleich von der Welt geſchiedenen Kloſterbrüdern in der Gebundenheit, der irret ge⸗ waltig. Mit freier Stirne, mit rother Wange und mit heiterer Gebärde durchziehen redſelig unſere Zöglinge ihre Räume und beſorgen ihre Angelegenheiten, wie vorherr⸗ ſchend auch immerhin in den Arbeitszimmern die Stille waltet. Komm' und ſieh⸗! rufe ich denen zu, die's nicht glauben wollen, und mein geliebtes Naſſauiſches Volk mag ſich feſt verſichert halten, die künftigen Lehrer ſeiner Jugend werden ihm in Uſingen nicht verſtümmelt. Menſchen zu bilden, Menſchen für Staat und Got⸗ tesreich iſt die erhaltene Aufgabe der Volksſchule; Menſchen im vorzüglichſten Sinne des Wortes bilden zu helfen iſt gleicher Maßen die Aufgabe unſeres Seminars, dieſer Volksſchule in der höheren Potenz.


