Jahrgang 
1914
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IV. Zur Geſchichte der Unſtalt.

1. Das Schuljahr begann am 1. April 1913 und endigt am 4. April 1914.

2. Die Lehrer.

Durch Allerhöchstes Dekret wurden mit Beginn des Schuljahres Herr Oberlehrer Kohlbacher an die Eleonoren-Schule zu Darmstadt versetzt und Herr Oberlehrer Hahn von der H. B. Pfungstadt an unsere Anstalt. Herr Lehramtsassessor Göbel trat aus dem hessischen Staatsdienst aus und übernahm eine Stelle als wissenschaftlicher Hilfslebrer an der H. B. Rüstringen-Wilhelmshaven. Herr Lehr- amtsassessor Schömer wurde an die Eleonoren-Schule zu Darmstadt berufen. Unserer Anstalt wurden zugeteilt die Herren Lehramtsassessor Buss und Lehramtsreferendar Weiss(beide seither an R. G. u. 0. R. Giessen). Zur Fortsetzung des Vorbereitungsdienstes wurde der Schule überwiesen Herr Lehr- amtsreferendar Dr. Hainer, der uns nach einigen Wochen wieder verliess. Am 1. Oktober wurde Herr Lehramtsreferendar Weiss zum Lehramtsassessor ernannt. Die Stelle des Herrn Lehrer Schuchard wurde vom 5. I. 14 ab durch die Schulverwalterin Fräulein Eppelsheimer versehen. Allen denjenigen, die aus unserer Mitte geschieden sind, und denjenigen, die nur vorübergehend an der Anstalt tätig waren, sei auch an dieser Stelle für ihre fleissige Mitarbeit herzlich gedankt. An dem mathematisch- naturwissenschaftlichen Fortbildungskursus, der vom 4. pis 12. März an der Universität Giessen stattfand. nahm Herr Oberlehrer Hahn teil.

3. Beſichtigungen und Prüfungen.

Am 2. August wurde der gesamte Turnunterricht durch Herrn Turninspektor Schulrat Schmuck einer Besichtigung unterzogen. Am 8. Oktober wohnte Herr Geh. Oberschulrat Block dem Unterricht in mehreren Klassen bei. Am 9. Dezember besichtigte Herr Superintendent Geh. Oberkonsistorialrat D. Petersen den Religionsunterricht in allen Klassen. Am 19. März 1914 erwarben sich 11 Unter- sekundaner die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst in der mündlichen Abschlussprüfung, die unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Oberschulrat Block stattfand.

4. Schulfeierlichkeiten.

Am 16. Juni wurde das Regierungsjubiläum S. Majestät des Kaisers auf dem Hoherodskopf von der Anstalt feierlich begangen. Bei herrlichem Wetter wanderten alle Klassen nach der stolzen Höhe, wo nach verdienter Rast eine regelrechte Schulfeier stattfand. Vorträge vaterländischer Dich- tungen wechselten mit gesanglichen Darbietungen ab. In seiner Ansprache hob der Rektor die Ver- dienste S. Majestät um das deutsche Vaterland hervor. Eine grössere Zahl von Eltern wohnten diesem Teil der Feier und den darauffolgenden Wettspielen bei; die Sieger wurden mit Preisen be- dacht. Alle Schüler erhielten ein kleines Andenken an den Tag und die Feier, die Eltern, Lehrer und Kinder sehr befriedigte. Am 18. Oktober fand anlässlich der Jahrhundertfeier ein Fackelzug der Bürgerschaft nach dem Bockzahl statt, an dem alle Klassen teilnahmen. Die Festrede vor dem Ab- brennen des Freudenfeuers hielt der Rektor. Am 19. Oktober wurde ein Jugendfest gemeinschaftlich mit der Volksschule veranstaltet. Vorträge von Schülern und Schülerinnen, Ansprache und Chorge- sänge nebst turnerischen Darbietungen füllten die Feier aus, die unter allgemeiner Beteiligung der Bürgerschaft stattfand. Am 25. November sprach nach einleitendem Gebet zwischen Chorgesängen und sonstigen musikalischen Darbietungen Herr Oberlehrer Hahn über den Prinzen Emil von Hessen- Homburg. Am 27. Januar hielt Herr Oberlehrer Zimmermann in demselben Rahmen die Ansprache über Deutschsüdwestafrika.

5. Geſundheitliches.

Schulspaziergänge wurden gemacht am 22. IV., 5. VI., 16. VI., 30. VII., 10. X., 4. II., 12. III. Der Jahresausflug fand am 5. Juni statt und führte 7 und VI über den Reipperts nach Bad Salzhausen, V und IV nach Hirzenhain und Ortenberg, IIlb nach Wetzlar, Braunfels, Weilburg, die Schülerinnen nach Wetzlar und Braunfels. Die IIla und IIb dehnten ihren Ausflug auch auf den folgenden Tag aus und besuchten Wiesbaden, Niederwalddenkmal, Bingen, fuhren zu Schiff von da nach Coblenz, besichtigten die Stadt und schliesslich Bad Ems. Während der Wintermonate wurden fast alle Turnstunden und mehrere andere Nachmittagsstunden für den Wintersport freigegeben. Ausser- dem wurden öfters ausserhalb der Unterrichtszeit die Bestrebungen des Jungdeutschlandbundes unterstützt durch Wanderungen mit kleinen Kampfspielen, Entfernungsschätzen, Winkerdienst, durch Kartenlesen und Scheibenschiessen. Auf Veranlassung des Rektors richtete der Turnverein eine Jung- deutschlandschülerriege ein, die 1 bis 2mal wöchentlich sich im Turnen und Spielen unter Leitung