Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

17

Das Provinzialschulkollegium hatte wiederum einigeLehrgänge zur Durchführung der Schulreform eingerichtet, von denen Herr Stud.-Rat Kehr den für ev. Religionsunterricht, der Direktor den Lehrgang für Staatsbürgerkunde und einen zweiten für Aufstellung der Jahrespläne besucht hat.

Das Jahr 1928 wird für die Geschichte der Anstalt bedeutungsvoll bleiben, weil es die Umwandlung der Oberrealschule in ein Reform-Realgymnasium gebracht hat. Den Anstoß gab ein Antrag des Magistrates an die Schulbehörde. Wegen der großen Bedeutung dieser Frage lud der Berichterstatter alle Eltern der Oberrealschüler und der Elisabeth-Schülerinnen auf den 4. Mai zu einer öffentlichen Versammlung ein. Sie war von etwa 80 bis 90 Eltern besucht. Die Mehrzahl der Redner wünschte für die einzige höhere Schule in Stadt und Kreis statt der jetzigen extremen eine mittlere Schulform: das Reform-Realgymnasium mit Französisch als Anfangssprache und Latein von UIl an. Von den Anwesenden stimmten 63 für, 7 gegen die Umwandlung. Eine spätere Listenabstimmung ergab 278 Stimmen für das Reform-Realgymnasium, 38 für die Oberrealschule. So haben sich der Magistrat, der Elternbeirat und die überwiegende Mehrzahl der Eltern für die Umwandlung entschieden.

Zur Klärung der Frage setzte das Provinzial-Schulkollegium auf den 3. September eine Ver- handlung an, zu der Vertreter der städtischen Körperschaften und der Schulen geladen waren. Auch hier war der Wunsch nach einem Reform-Realgymnasium allgemein, von dem man sich eine gründlichere sprachliche Ausbildungverspricht, die den künftigen Kaufleuten wie den meisten Stu- dierenden besser gerecht werde als eine stark mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung. Der Wert des Lateinischen als Grundlage zur Erlernung der romanischen Sprachen wurde besonders betont.

Diesen Wünschen hat der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zuge- stimmt, indem er durch Erlaß vom 3. Dezember1928 die Umwandlung unserer Oberrealschule zum Reform-Realgymnasiumgenehmigt hat. Die Umwandlung soll Ostern 1929 mit der Ull beginnen.

DenLehrern, Schülern und Eltern erwächst nun die Aufgabe, mitzuwirken, daß unsere Schule in der neuen Form bleibe, was sie als Oberrealschule solange gewesen ist: eine Stätte ernster wissenschaftlicher Geistesarbeit. Die Omwandlung stellt neue Aufgaben, die nur gelöst werden können durch den guten Willen aller Beteiligten. Der Geist nur kann die Form mit Leben füllen. Möge das Werk gelingen zum Besten unserer jugend, zum Segen für Stadt und Kreis.

VII. Erlasse und Verfügungen der Behörden.

20. 2. 1928(Ministerial-Erlaß) Vorbereitung für das technische Studium. Oberprimaner, die sich zum technischen Studium entschliessen, sollen sich 6 Monate vor der Reifeprüfung bei einem der Praktikantenämter in Dortmund, Charlottenburg oder Breslau wegen der erforderlichen praktischen Ausbildung erkundigen.

8. 11.1928(Ministerial-Erlaß) Herabsetzung der Höchstbesuchszahlen für die Unterklassen.

23. 2. 1929(Ministerial-Erlaß) Der wahlfreie Lateinunterricht in OII der Oberrealschulen wird für Ostern 1920 von 2 auf 3 Wochenstunden erhöht.

Ferienordnung für das Schuljahr 1929/1930.

Schluß nach der 3. Unterrichtsstunde Wiederbeginn Ostern 1929 Mittwoch, den 27. März 1929 Mittwoch, den 10. April 1929 Pfingsten Freitag, den 17. Mai Dienstag, den 28. Mai Sommer Freitag, den 5. Juli Donnertag, den 8. August Herbst Donnerstag, den 3. Oktober Mittwoch, den 16. Oktober Weihnachten Sonnabend, den 21. Dezember Mittwoch, den 8. Januar 1930 Ostern 1930 Mittwoch, den 9. April 1930