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III. Schulgeschichte.
. Das Schuljahr begann Montag, den 27. April, mit den Aufnahmeprüfungen. Dienstag, den
28. April wurden die neueingetretenen Schüler in herkömmlicher Weise eingeführt.
Veränderungen im Lehrerkollegium: Mit Beginn des Schuljahres trat der Maler und Zeichenlehrer Herr Kurt Jäckel als Zeichenlehrer im Hauptamte an der Anstalt ein. Zugleich wurde Herr Kandidat Dr. Kreiten der Schule als Seminarkandidat und wissenschaftlicher Hilfs- lehrer überwiesen.
Über den Lebens- und Bildungsgang der beiden Herren sei folgendes bemerkt:
Hubert Kreiten, geb. am 29. Nov. 1880 zu Gangelt im Reg.-Bez. Aachen, erhielt seine Vorbildung am Königl. Gymnasium zu Münstereifel und am Gymnasium zu St. Aposteln in Cöln, studierte— abgesehen von einem zweimaligen längeren Aufenthalte in Frankreich— an der Universität Bonn neuere Sprachen, Geschichte und Erdkunde. Am 6. November 1906 promovierte er auf Grund einer Dissertation:„Der Briefwechsel Kaiser Maximilians I. mit seiner Tochter Margarete. Untersuchungen über die chronologische Reihenfolge der durch neue Briefe erweiterten Sammlung“— und bestand im Juli 1907 die Staatsprüfung.— Sein Seminarjahr trat er Michaelis 1907 am Königl. Gymnasium in Fulda an und wurde im April 1908 an die hiesige Oberrealschule überwiesen, an der er jetzt sein Probejahr ableistet..
Kurt Jäckel, geb. den 1. Mai 1883 zu Frankfurt a. M., absolvierte dort die Adlerflycht-Realschule. Nach praktischer kunstgewerblicher Tätigkeit besuchte er 9 Semester das Städel'sche Kunstinstitut und darauf die Kgl. Kunstgewerbeschule in Cassel, woselbst er im Juli 1906 die Prüfung als Zeichenlehrer für höhere Schulen ablegte.
Am Schlusse des Sommersemesters verließ uns Herr Oberlehrer Dr. Stabenow nach 3 ½ jähriger eifriger, warmherziger und höchst anregender Tätigkeit, die weit über den Rahmen der Schule in das öffentliche Leben der Stadt hinausgriff, um eine Oberlehrerstelle an der höheren Mädchenschule in Stargard zu übernehmen. Mit der Versehung der so frei gewordenen Stelle wurde Herr Kandidat Fischer betraut.
Ernst Fischer wurde am 24. Juli 1878 in Ehrsten, Kreis Hofgeismar, geboren, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium in Hersfeld, studierte in Marburg, München und Berlin neuere Sprachen und Lateinisch, legte die Staatsprüfung in Marburg im Juli 1907 ab, absolvierte vom Oktober 1907 bis Oktober 1908 das Seminarjahr in Cassel und wurde zur Ableistung der Probejahres im Oktober 1908 der Oberrealschule in Schmalkalden überwiesen.
Leider steht uns noch ein sehr schmerzlicher Verlust im Lehrerkollegium bevor. Herr Oberlehrer Dr. Hollstein ist zum Oberlehrer an dem Realgymnasium in Cassel gewählt und als solcher bestätigt. Allerdings ist noch nicht bestimmt, zu welchem Zeitpunkt er in seine neue Stellung
eintreten wird.
Störungen des regelmäßigen Unterrichtsbetriebes, Beurlaubungen etc.
a. Beurlaubt waren für längere Zeit: Herr Oberlehrer Henkel vom 10. Juni bis zum 6. August 1908 zur Ableistung einer militärischen Ubung,— Herr Professor Dr. Elschner vom 22. Juni bis zum 3. August zum Zweck eines Studienaufenthaltes in England, und vom 20. Oktober bis zum 11. November, weil in seinem Haushalte eine ansteckende Krankheit ausgebrochen war.
b. Durch Krankheit oder Unwohlsein wurden von der Schule ferngehalten: Herr Professor Stengel vom 4. August bis zum 11. September 1908, sowie vom 8. bis zum 15. März 1909,— Herr Ober- lehrer Dr. Schenk am 17. und 18. August, vom 5. bis zum 8. März,— Herr Oberlehrer Dr. Stabenow am 7. und 8. September,— Herr Oberlehrer Schmidt vom 6. bis zum 18. März, der Direktor am 11., 12. und 21. Januar,— Herr Oberlehrer Henkel am 8. und 9. Februar.


