Jahrgang 
1895
Einzelbild herunterladen

5

3. Durchgenommene Lehrpensen. Sekunda.

Ordinarius: der Direktor.

Religionslehre: 2 Stunden wöchentlich. Der Kanon der Bibel. Bibelübersetzungen. Die Pro- phetie des alten Bundes im Zusammenhange mit der Geschichte Israels. Die Psalmen. Die Apokryphen. Die vier Evangelien; Lektüre des Markus-Evangeliums. Das christliche Kirchenjahr in Verbindung mit dem jüdischen Festkalender. Wiederholung des Katechismus und Aufzeigung seiner inneren Gliederung. Wiederholung von Sprüchen, Kirchenliedern und Psalmen. Der Direktor.

Deutsch: 3 Stunden wöchentlich. a. Lektüre: Ausgewählte Gedichte Schillers; Minna von Barnhelm, Hermann und Dorothea, Wallensteins Lager, Wilhelm Tell. Patriotische Prosa aus den Jahren 1806 1815. Lebensbilder von Lessing, Goethe und Schiller. Metrik und Poetik mit beson- derer Berücksichtigung des Dramas. Dispositionsübungen. UÜbungen im freien Vortrage.

b. Schriftliche UÜbungen: Folgende Themata wurden in Aufsätzen behandelt: 1. Die Bestimmung der Glocke(nach Schiller). 2. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamme. 3. Wie hat Schiller in seinerKlage des Ceres den Mythus von Demeter und Persephone verwendet?(Klassenarbeit.) 4. Kleider machen Leute. 5. Der Aufbau des zweiten Aktes in LessingsMinna von Barnhelm(Klassenarbeit). 6. Gang der Handlung im ersten Akte von LessingsMinna von Barnhelm(Prüfungsarbeit). 7. a. Wie die Saat, so die Ernte(Klassenarbeit), b. Wer an den Weg baut, hat viele Meister(Klassenarbeit). 8. Inwiefern hat Friedrich II. von Preufsen auch als Friedensfürst den Beinamender Grofse verdient?(Klassenarbeit). 9. Der Monat Dezember. 10. Auf welche Weise gelang es Preufsen, sich aus seiner Erniedrigung zu erheben?(Klassenarbeit) 11. Das Städtchen inHermann und Dorothea. 12. Gang der Handlung in den ersten drei Gesängen von GoethesHermann und Dorothea(Prüfungsarbeit).

Aufserdem wurden öfters in je einer Stunde Klassenarbeiten über Themata aus verschiedenen wissenschaft- lichen Unterrichtsfächern unter Leitung der Fachlehrer angefertigt. Der Direktor.

Lateinisch: 7 Stunden wöchentlich. a. Lektüre,(4 St.): Ov. Metam., Auswahl aus IV, V, VI, VIII. Caes. d. b. g. III, IV zum Teil. Livius XXI mit Auswahl. Unvorbereitetes Übersetzen aus Caes. d. b. g. I. Metrische Belehrungen. Mitteilungen über das Leben und die Bedeutung der in Betracht kommenden Schriftsteller.

b. Grammatik(3 St.): Wiederholungen aus der Kasuslehre. Tempus- und Moduslehre.

Abschlufs der Syntax. Abwechselnd Haus- und Klassenarbeiten im Anschlusse an Gelesenes und aus Beck, UÜbungsbuch für Tertia und Sekunda. Bisweilen schriftliche Ubersetzungen ins Deutsche. Der Direktor.

Griechisch: 6 Stunden wöchentlich. a. Lektüre(4 St.): Xenophon, Anabasis III, IV, V. Homer, Odyssee I, II, III, VII, XII, XIII. Der Hexameter. Geeignete Stellen wurden auswendig gelernt.

b. Grammatik(2 St.): Syntax des Nomens(Artikel, Pronomen, Kasus), sowie die notwendigsten Regeln der Tempus- und Moduslehre. Wiederholung und Ergänzung der Formen- lehre. Alle 14 Tage eine Haus- oder Klassenarbeit, zuweilen schritftliche Übersetzungen aus dem Griechischen ins Deutsche. Wassermeier.