Jahrgang 
1892
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3. Durchgenommene Lehrpensa. Sekunda.

Ordinarius: der Rektor.

Religionslehre: 2 St. wöchentlich. Eingehende Betrachtung des christlichen Kirchenjahres. Bibel- kunde des neuen Testamentes. Lektüre des Markus-Evangeliums. Die Bergpredigt. Besonders wichtige Abschnitte aus den paulinischen Briefen, und aus dem Jacobusbriefe wurden gelesen und erklärt. Aus der Kirchengeschichte: Die älteste Zeit; das Papsttum auf der Höhe der Macht; die Zeit der grossen Konzilien. Glaubenslehre im Überblicke mit Zugrundelegung des Katechismus. Repetition von früher gelernten Psalmen, Liedern und Sprüchen; Wiederholung des Katechismus. Der Rektor.

Deutsch: 3 St. wöchentlich. a. Lektüre: Gelesen, erklärt und zum Teil auswendig gelernt wurden ausgewählte Gedichte Göthes(bes. Hermann und Dorothea) und Schillers(bes. das Lied von der Glocke). Lektüre von Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleaps. Belehrungen über Metrik und Poetik, besonders eingehend wurde das Drama behandelt.

b. Schriftliche Obungen: Folgende Themata wurden in Aufsätzen behandelt:

1. Der Stran, ein Bild des menschlichen Lebens. 2. a) Perseus. b) Der Kampf des Perseus mit Phineus(Nach Ovid). 3. Ausführliche Disposition zum zweiten Gesang vonHermann und Dorothea. 4. Klassenarbeit: a) Inwiefern enthält der 1. Gesaug von Hermann und Dorothea die Exposition zum Epos? b. Der Inhalt der ersten zwei Gesänge von Hermann und Dorothea. 5. Ausführliche Disposition zu SchillersKraniche des Ibykus. 6. Ausführliche Disposition zu SchillersTaucher. 7. Klassenaufsatz: Vergleich zwischen den beiden Gedichten Der Taucher undDer Handschuh. 8. Freie ibersetzung von Cicero, Tusc. V, 21,61. 9. Freie Ü'ber- setzung von Cicero, Actio in Verr. II. l. IV. 46. 10. Die Vorboten des Winters. 11. Die Freuden des Winters. 12. Abiturientenaufsatz: Mit welchem Rechte kann man die Zunge das nitzlichste und das schädlichste Glied des Menschen nennen? 13. Klassenaufsatz: Gang der Handlung im ersten Akte von SchillersTell. 14. Steter

Tropfen höhlt den Stein. hDer Rektor.

Lateinisch: A. Real- und Gymnasialabteilung gemeinsam 5 Stunden wöchentlich. a. Lektüre: C. Julii Caesaris comm. de bello Gallico J. VII, c. 1 56; T. Livii a. u. c. lib. XXII(mit Auswahl); Ovidii metam. lib. V, Auswahl aus VI, VIII, X. Metrische Belehrungen. b. Grammatik: Repetition der Kasuslehre; Gebrauch der Tempora, der Modi, des Infinitivs des Partizips. des Gerundiums und des Supinums. Mündliche und schriftliche UÜbersetzungs- übungen in Anlehnung an Cäsar und aus Beck, Übungsbuch für Sekunda. Alle 14 Tage eine Haus- oder Klassenarbeit. Der Rektor.

Die Gymnasialabteilung besonders 2 Stunden wöchentlich. Stilistik nach Berger

bis zu den Partikeln. Lektüre von Virgils Aeneas l. I. Stengel. Griechisch: 6 Stunden wöchentlich. a. Lektüre: Xen. Anab. J. II, III, IV. Wassermeier. Hom. Od. I. I. III, IX(mit Auswahl). Der Hexameter. Homburg.

b. Grammatik: Kasuslehre nach Bamberg, Syntax. Wiederholung der Formenlehre nach Bamberg, Formenlehre; mündliche und schriftliche Ubersetzungsübungen in Anlebnung an Xenephon und aus Bamberg, Ubungsbuch. Wassermeier.