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Am 5. September begrüßten die Schüler der Ober⸗Tertia bis Prima mit jubelndem Zuruf Se. Maj. den Deutſchen Kaiſer und Ihre Maj. die Kaiſerin im nahen Minden, auf der Fahrt zur Kaiſerparade des Herbſtmanövers.
Am 7. September fiel der Unterricht aus, um den Schülern Gelegenheit zu geben, das Kaiſermanöver in der Nähe mitanzuſehen.
Die ſchriftliche Reifeprüfung wurde vom 15. bis 19. Auguſt abgehalten, die münd⸗ liche am 15. September unter dem Vorſitz des Königl. Provinzial⸗Schulrats Herrn Dr. Paehler aus Kaſſel. Beiden Prüflingen, welche ſich der Prüfung unterzogen, wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.
Die Herbſtferien dauerten vom 26. September bis zum 11. Oktober.
Vom 11. Oktober bis zum 20. November war der Oberlehrer Dr. Haeſecke zur Teilnahme an einem archäologiſchen Fortbildungskurſus in Italien beurlaubt. Mit ſeiner Ver⸗ tretung beauftragte das Königl. Prov.⸗Schulkollegium den Probekandidaten Karl Spies aus Wiesbaden, welcher nach Ablauf dieſer Zeit den letzten Teil ſeines Probejahres an der hieſigen Anſtalt bis Oſtern 1899 ableiſtete.
Am 31. Oktober beging die Schule in herkömmlicher Weiſe den Reformations⸗ und Stiftungstag der Anſtalt. Bei der Schulfeier gaben Schüler aller Klaſſen durch den Vortrag von Gedichten und Ausführungen in Proſa ein Lebensbild Luthers bis zum Reichstag zu Worms(1521).
Die übliche gemeinſchaftliche Abendmahlsfeier von Lehrern und Schülern der Anſtalt fand Sonntag 30. Oktober in der lutheriſchen Kirche ſtatt.
Am 29. November veranſtaltete der Schülerturnverein im Kammannſchen Saale ein ſehr zahlreich beſuchtes Schauturnen, bei dem die guten, teilweiſe vortrefflichen Leiſtungen der Turner ſehr viel Beifall fanden. In den Pauſen trug die Schülerkapelle einige Stücke vor.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 6. Januar.
Am 22. Dezember, beim Beginn der Weihnachtsferien, die bis zum 6. Januar dauerten, entließ der Direktor vor verſammelten Lehrern und Schülern den Lehrer E. Klonk, der durch Verfügung des Königl., Provinzial⸗Schulkollegiums vom 28. September 1898 als Zeichenlehrer an das Königl. Gymnaſium in Marburg auf ſeinen Wunſch verſetzt worden war, aus dem Verbande der Schule unter warmer Anerkennung ſeiner Pflichttreue und unter herzlichem Danke für ſeine eifrige und erfolgreiche, faſt fünfjährige Wirkſamkeit an der Anſtalt.
Beim Wiederbeginn der Schule am 7. Januar 1899 begrüßte der Direktor den neu ernannten Zeichen⸗ u. Turnlehrer Paul Gündel) namens der Schule, wobei er die Schüler auf ihre Pflichten gegen dieſen neuen Lehrer hinwies.
*) Paul Gündel, geboren am 27. Auguſt 1864 zu Spremberg(Cauſitz), evangeliſch, beſuchte die Real⸗ ſchule ſeiner Vaterſtadt, und dann das Lehrerſeminar zu Sagan und beſtand am 15. Februar 1889 ſeine erſte, am 13. November 1891 ſeine zweite Prüfung. Vorher hatte er ſich am 16. Oktober 1883 die Befähigung zur Erteilung von Zeichenunterricht an Gymnaſien und Realſchulen erworben. Am 31. März 1898 erwarb er ſich die Befähigung zur Erteilung von Turnunterricht an öffentlichen höheren Lehranſtalten. Er war als Lehrer thätig 1889 und 1890 in Daubitz O./L., 1891—1894 an der Stadtſchule in Muskau, 1895 und 1896 in Demmin, darauf in Stendal als Zeichenlehrer an der Knabenmittelſchule und dem Gymnaſium.


