Jahrgang 
1886
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Beteiligung des Publikums eine Aufführung vonWallenſteins Lager, deren Ertrag zu wohlthätigen Zwecken beſtimmt wurde.

Vom 18. bis zum 22. Auguſt fand die ſchriftliche und am 25. Auguſt unter dem Vor⸗ ſitz des Herrn Provinzialſchulrats Dr. Lahmeyer die mündliche Entlaſſungsprüfung ſtatt, bei der von den 7 geprüften Oberprimanern 4 das Zeugnis der Reife erhielten.

Mittwoch den 2. September wurde das Sedanfeſt durch einen Schulaktus gefeiert, bei dem Gymnaſiallehrer von Kamptz die Feſtrede hielt; zum Schluß der Feier fand die Entlaſſung der Abiturienten durch den Direktor ſtatt. Nachmittags zogen alle Lehrer und Schüler in feſt⸗ lichem Zuge unter Vorantritt eines aus Schülern gebildeten Trommler⸗ und Pfeiferkorps und eines ebenfalls aus Schülern der oberen Klaſſen neugebildeten Muſikkorps und unter lebhafter Beteiligung der Eltern und Angehörigen unſerer Schüler zu einem fröhlichen Jugendfeſte nach einer Anhöhe bei dem Dorfe Todenmann.

Die Michaelis⸗Ferien dauerten vom 28. September bis zum 10. Oktober.

Mit Beginn des Winterſemeſters, das Montag den 12. Oktober eröffnet wurde, traten die Kandidaten Schubart*) und Seifarth**) zur Ableiſtung des Probejahres an der An⸗ ſtalt ein. Dagegen verließ uns der zum Hülfslehrer am Gymnaſium zu Hadamar ernannte Kandidat Dr. Claſen; ſtatt ſeiner wurde Kandidat Wende, welcher Mitte Auguſt hierher zurück⸗ gekehrt war und mit Genehmigung des Kgl. Provinzialſchulkollegiums für den Reſt des Sommer⸗ ſemeſters freiwillig einige Stunden übernommen hatte, mit der Erteilung von 11 wöchentlichen Lehrſtunden beauftragt.

Donnerſtag 29. Oktober fiel der Unterricht wegen der Urwahlen zum Landtage aus.

Samſtag 31. Oktober wurde um 11 Uhr vormittags der Unterricht geſchloſſen und darauf in der Aula die Feier des Reformationsfeſtes und des Stiftungstages unſerer Anſtalt in her⸗ kömmlicher Weiſe durch Geſang, Gebet und Anſprache des Gymnaſiallehrers Pfarrer Hüpeden begangen.

Sonntag 15. November feierten die evangeliſchen Lehrer und Schüler der Anſtalt ge⸗ meinſam die Feier des heiligen Abendmahles und zwar diesmal in der reformierten Kirche.

Dienſtag 1. December fiel der Unterricht wegen der allgemeinen Volkszählung aus.

*) Eduard Schubart, geboren am 5. Anguſt 1859 zu Neuſes a./E., Kreis Koburg, beſuchte von 1873 bis 1880 das Gymnaſium zu Koburg, ſtudierte von Oſtern 1880 bis Michaelis 1883 in Jena und Marburg klaſſiſche Philologie und Geſchichte. Nachdem er am 1. Mai 1885 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi abgelegt hatte, ſtellte er ſich dem Kgl. Provinzialſchulkollegium zu Kaſſel zur Verfügung und wurde von demſelben vom 1. Oktober 1885 ab zur Ableiſtung ſeines pädagogiſchen Probejahres dem Gymnaſium zu Rinteln überwieſen.

**) Wilhelm Seifarth, geb. am 12. Juli 1859 zu Borntoſten bei Marsberg in Weſtfalen, beſuchte bis Herbſt 1880 die Gymnaſien zu Corbach und Marburg, ſtudierte dann in Marburg klaſſiſche Philologie, Geſchichte und Geographie. Von Michaelis 1884 bis Oſtern 1885 war er als Hauslehrer bei Sontra in Heſſen thätig, be⸗ ſtand im Juni 1885 zu Marburg das Examen pro facultate docendi und wurde vom Kgl. Provinzial⸗Schul⸗ kollegium zu Kaſſel, welchem er ſich zur Verfügung geſtellt hatte, vom 1. Oktober 1885 ab dem Gymnaſium zu Rinteln als Probekandidat überwieſen.