Jahrgang 
1860
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zeichneter hat in einer Eingabe an den Magiſtrat im Auguſt vor. Jahres den Stand der Schule ausführlich dargelegt; in Folge deſſen begannen ernſtliche Erwägungen wie dieſen Uebel⸗ ſtänden abzuhelfen ſei.

Wie nun in der Entwickelung des einzelnen Menſchen der Moment eintritt, wo es ſich darum handelt, ob er in kraftvoller Ueberwindung aller ſich entgegenſtellenden Hinderniſſe einem höheren Ziele nachſtreben und zu einem gewiſſen befriedigenden Abſchluß in ſeiner Bildung gelan⸗ gen ſoll(wodurch natürlich ein fernes Streben nicht ausgeſchloſſen iſt) oder ob er durch die von allen Seiten ſich aufthürmenden Hinderniſſe gelähmt, im fruchtloſen Kampfe ſich abmühen ſoll, ohne die ihn von allen Seiten einengenden Schranken durchbrechen zu können: ſo tritt auch für Anſtalten, die noch in der Entwickelung begriffen ſind, der Zeitpunkt ein, wo die Entſcheidung getroffen werden muß, ob nach langem vergeblichen Ringen und nach mehrfachen Verſuchen dieſer Unbeſtimmtheit und dem Hin⸗ und Herſchwanken ein Ende gemacht und der Standpunkt des nach keiner Seite hin Befriedigenden überwunden werden ſoll. Bei dem einzelnen Menſchen iſt natürlich die Frage einfacher und die Entſcheidung leichter, es handelt ſich nur um die Bedürfniſſe des Einzelnen, um die ihm zu Gebote ſtehenden Mittel, um den innern Trieb und die geiſtige Befähigung, deren Beurtheilung keine beſonderen Schwierigkeiten bietet. Bei ganzen Anſtalten wird die Frage und die Entſcheidung ungleich ſchwieriger. Die Bedürf⸗ niſſe einer ganzen Jugend ſollen berückſichtigt werden, die Mittel, die der Gemeinde zu Gebote ſtehen, ſollen ſorgfältig abgewogen werden und ſollen leider zunächſt den Maßſtab abgeben, nach welchem man verfahren will; den Anforderungen der Zeit, der Gegenwart ſo⸗ wohl wie der nächſten Zukunft ſoll Rechnung getragen werden; die Wünſche der Eltern wollen gehört ſein kurz, Magiſtrat und Stadtverordnete, die für das Wohl und Weh einer ganzen Generation verantwortlich ſind, befinden ſich in keiner beneidenswerthen Lage, wenn eine ſolche Frage und Entſcheidung an ſie herantritt. Indeß eine Entſcheidung mußte getroffen werden. Die Verhältniſſe traten mit einer gebieteriſchen Macht auf und drängten zu einer Erweiterung und Erhöhung hin. Man hatte die Wahl, an die beſtehende Einrich⸗ tung ſich anzuſchließen und darauf fortzubauen. Dies wäre mit bedeutenden Koſten verknüpft geweſen, ohne der Schule die erwünſchte Einheit und den befriedigenden Abſchluß zu gewäh⸗ ren. Daher beſchloſſen der Magiſtrat und die Stadtverordneten, auf Grund der reiflichen Erwägung der Schul⸗Commiſſion, die gehobene Bürgerſchule in eine höhere Bürgerſchule umzugeſtalten, wie dieſelbe in der Unterrichts- und Prüfungsordnung vom 6. October 1859 bezeichnet iſt, für welchen Zweck ſie die erforderlichen Geldmittel bewilligten. Ich fühle mich verpflichtet, dem Magiſtrat und den Stadtverordneten für dieſe Fürſorge und Munificenz hiermit den Dank der Lehrer und Schüler auszuſprechen. Das Segensreiche dieſer Umge⸗ ſtaltung und der Einrichtung der beiden andern Knabenſchulen, der Bürgerſchule und der B-Schule, wird und kann ſich erſt erweiſen, wenn alle drei Anſtalten in ihren geordneten Bahnen gehen. Mit wahrer Befriedigung und innigem Wohlgefallen werden Magiſtrat und Stadtverordnete dieſes Beſchluſſes gedenken, wenn, ſo Gott will, in vier Jahren, Kinder der Stadt ſich das Zeugniß der Reife auf der hieſigen nach der Reviſion hoffentlich zu gültigen Abgangsprüfungen berechtigten höheren Bürgerſchule erworben haben.

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