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II. Die Lekrer der Kealſchule und die Verteilung der Unterrichtsgegenſtände unter dieſelben.
Das Lehrerkolleg hat im verfloſſenen Schuljahre größere Änderungen erfahren. Durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 9. Juni 1885 wurde der Großher⸗ zogliche Reallehrer Dr. Richard Löbell zum Lehrer an dem Realgymnaſium und der Real⸗ ſchule zu Offenbach ernannt, an welche Anſtalt er bereits am 16. April desſelben Jahres durch miniſterielle Verfügung zur proviſoriſchen Verwaltung einer Lehrerſtelle berufen worden war. Am 16. September 1885 verließ uns der Großherzogliche Reallehrer Walther Staudinger, um eine proviſoriſche Lehrerſtelle an dem Realgymnaſium zu Mainz zu über⸗ nehmen, die ihm durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. December v. J. definitiv übertragen wurde. Mit Bedauern ſcheiden wir von dieſen beiden tüchtigen und erprobteu Kollegen. Die Stelle des Herrn Dr. Löbell wurde dem Großherzoglichen Reallehrer Friedrich Obenauer aus Wimpfen, anfangs proviſoriſch, durch Allerhöchſtes Dekret vom 28. Juli 1835 definitiv übertragen. Derſelbe iſt am 17. Oktober 1854 zu Eich, Kreis Worms, geboren, beſuchte das Gymnaſium zu Worms und von Herbſt 1873 bis Herbſt 1878 die Landes⸗Uni⸗ verſität Gießen, woſelbſt er auch die Staatsprüfung in altklaſſiſcher Philologie, Deutſch und Geſchichte ablegte. Er fand alsdann proviſoriſche Verwendung an der höheren Bürgerſchule zu Butzbach, an den Gymnaſien zu Mainz und Bensheim und an der höheren Bürgerſchule zu Wimpfen, woſelbſt er auch am 1. December 1884 definitive Anſtellung fand.
An Stelle des Herrn Staudinger trat der proviſoriſche Reallehrer Georg Heil. Der⸗ ſelbe iſt geboren am 7. Februar 1857 in Rohrbach, Kreis Dieburg. Er ſtudierte nach Ab⸗ ſolvierung der Realſchule I. Ordnung zu Darmſtadt vom Herbſt 1876 bis Herbſt 1880 an der Landes⸗Univerſität Gießen und erhielt an derſelben die facultas docendi im Franzöſiſchen, Engliſchen, Deutſchen und in der Geſchichte, nachdem er im Herbſt 1877 ein Ergänzungsexamen im Lateiniſchen und Griechiſchen am Gymnaſium zu Gießen beſtanden hatte. Durch Patent Seiner Majeſtät des Kaiſers vom 30. September 1882 wurde er zum Seconde⸗Lieutenant d. R. im 1. Großherzoglich Heſſiſchen Infanterie⸗(Leib⸗Garde) Regiment Nr. 115 ernannt. Sein Probejahr abſolvierte er am Gymnaſium zu Gießen. Von Oſtern 1882 bis Juni 1884 war er interimiſtiſch am Gymnaſium Fridericianum zu Laubach beſchäftigt. Von dieſer Zeit an hielt er ſich in England auf, wo er auch drei terms an dem College in Deal als Senior Modern Language Master unterrichtete, bis er durch miniſterielle Verfügung vom 7. September 1885 Verwendung an unſerer Realſchule erhielt.


