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c. Uachricht über dit aus der Anſtalt abgegangenen Schüler.
Von den 6 aus Kl. I. ausgetretenen Schülern, welche alle das 14. Lebensjahr überſchritten hatten, gieng Nr. 2 auf die Handelsſchule zu Friedrichsdorf über; Nr. 3 zog mit ſeiner Mutter nach Oberheſſen; Nr. 4 wird Bierbrauer; Nr. 9 wird Apotheker; Nr. 11 widmet ſich dem Poſtfach; Nr. 12 iſt vorläufig auf der Schreibſtube ſeines Vaters beſchäftigt.
Von den 4 aus Kl. II. abgegangenen Schülern waren Nr. 2, 6 und 23 gleichfalls 14 Jahre alt und widmen ſich der Landwirthſchaft; Nr. 25 zog beim Tode ſeines Vaters nach Frankfurt.
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4. Chronik der Anſtalt.
In Folge des Dirigentenwechſels erſchien im vorigen Jahre kein Programm; auch konnte keine Prüfung abgehalten werden.
Zu Oſtern 1865 verließ der zweite Lehrer Anton Krug die Anſtalt, um eine Lehrerſtelle in Frank⸗ furt zu übernehmen. An ſeine Stelle trat nach Verfügung Großh. Oberſtudien⸗Direction Ludwig Bickerle aus Darmſtadt..
Durch Verfügung derſelben hohen Behörde wurde im Auguſt 1865 der erſte Lehrer und Dirigent Dr. L. Wittmann, nachdem derſelbe faſt 4 Jahre ſegensreich dahier gewirkt hatte, in gleicher Eigen⸗ ſchaft an die Realſchule zu Biedenkopf verſetzt. An ſeine Stelle trat der Unterzeichnete, bis dahin Lehrer am Gymnaſium zu Worms.
Nachdem Herr Kreisrath Schmidt, der eifrige Förderer und Gönner unſerer Anſtalt, uns die nö⸗ thigen Mittel gütigſt bewilligt hatte, konnten wir die phyſikaliſchen Apparate einer gründlichen Reparatur un⸗ terwerfen, ſowie das Inventar derſelben durch Anſchaffung eines Mikroſkops und zweier Grove'ſchen Ele⸗ mente vermehren. Auch wurden die defect gewordenen Turngeräthe durch neue erſetzt. Hierfür, ſowie für zahlreiche andere Beweiſe ſeines Wohlwollens, ſagen wir dem Herrn Kreisrath Schmidt im Namen der Anſtalt den aufrichtigſten Dank.
Während des Sommers war den Schülern Gelegenheit gegeben, in der Badeanſtalt des Herrn Amendt unter perſönlicher Leitung des Unterzeichneten das Schwimmen zu erlernen. Der des ſchlechten Wetters wegen nicht zu Ende geführte Curſus ſoll nächſten Sommer fortgeſetzt werden.
Durch die Unruhen des Krieges erlitt der Gang des Unterrichts bei uns keine erhebliche Störung; dagegen mußte wegen der Brechruhr, die unſere Stadt faſt 4 Wochen lang heimſuchte, die Schule vom 15. September bis 1. October geſchloſſen werden.


