4. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr begann am 25. April 1927. Es wird am 31. März 1028 endigen.
Das abgelaufene Schuljahr brachte keine Veränderung in der Suſammenſetzung des Lehr⸗ körpers. Jedoch ſahen ſich leider die Herren Profeſſor Gros und Oberreallehrer Thierolf gezwungen, aus geſundheitlichen Gründen längeren Urlaub zu erbitten. Profeſſor Gros erhielt Urlaub vom 13. Mai bis 31. Juli 1927. Der Religionsunterricht wurde von hieſigen Geiſtlichen erteilt, und zwar von Herrn Pfarrer Bürſtlein, ferner den Herren Pfarraſſiſtenten Axt, Creter, Geißler, Köhler, Lautenſchläger, Lebrecht und Skriba. Wir ſind dieſen herren für ihre freundliche hilfsbereitſchaft ſehr dankbar. Der Geſchichtsunterricht wurde von Herren des Lehrkörpers übernommen. Oberreallehrer Thierolf erkrankte am 4. Mai 1927 und mußte bis zu den Weihnachtsferien beurlaubt werden. Den Unterricht übernahmen zunächſt teilweiſe Herren des Lehrkörpers, vom 14. Juni 1927 ab wurde uns als Vertreter Schulamtsanwärter Albert haas zugewieſen.
Gegen Ende des Schuljahres war herr Profeſſor Gros genötigt, aus Geſundheitsrückſichten ſeine Verſetzung in den Ruheſtand zu beantragen. Er war zu Oſtern 1905 als evangeliſcher Religionslehrer an die Offenbacher Oberrealſchule berufen worden. Bei der Teilung dieſer Schule zu Oſtern 1911 trat er in den Lehrkörper unſerer Schule über. Da ſein Antrag um Verſetzung in den Ruheſtand genehmigt wurde, ſcheidet er nach 23 jähriger Tätigkeit an der Offenbacher Oberrealſchule aus unſerem Lehrkörper aus.
Am 1. Oſterfeiertage, dem 17. April 1927, konnte Profeſſor Eduard Zinſſer die Feier des Tages begehen, an dem er vor 25 Jahren zum Prieſter geweiht wurde. Gleichzeitig waren faſt 25 Jahre ver⸗ ſtrichen, daß er als Lehrer für katholiſche Religion an dem Offenbacher Gymnaſium und der Oberrealſchule, 16 Jahre, daß er nach Teilung der Oberrealſchule an unſerer Schule in vollſtem Segen wirkte. Gemeinſam mit der Direktion des Gymnaſiums ſprachen wir dem liebenswürdigen Amtsgenoſſen, dem erfolgreichen Lehrer und wohlwollenden Freunde der Jugend in einem entſprechenden Schreiben die herzlichſten Glück⸗ wünſche der beiden Schulen aus.
Wegen der Reifeprüfungen vom 14. September 1927, 19. September 1927, 29. Oktober 1922, 8., 9. und 19. März 1028 verweiſen wir auf Seite 10 und Seite 11, 3b dieſes Berichtes. Hier ſei bemerkt, daß die Prüfungen vom 14. September 1927 und vom 19. März 1928 herr Staatsrat Block leitete, die vom 19. September und vom 29. Oktober 1927 und die vom 8. und 9. März 1928 der Direktor. Aus dem vorigen Schuljahre wäre hier noch nachzutragen, daß noch ganz am Schluſſe des Schuljahres am 26. März 1927, eine Reifeprüfung für Nichtſchüler abgehalten wurde.
Am Machmittage des 23. Juni 1927 beſichtigte eine Abordnung der Bürgermeiſterei und der Stadtverordneten von Weidenau a. d. Sieg unſere Turnhalle und den Singſaal, die gleichzeitig als Feſtſaal mit Bühne dienen, und einige andere Räumlichkeiten der Schule.
Der regelmäßige Fortgang des Unterrichts wurde durch Veranſtaltungen mancherlei Art unter⸗ brochen. Am 21. Mai 1927 ſprach im Auftrage des Vereins für das Deutſchtum im Auslande (P. D. A.) Herr Dr. Reinhold vor den Schülern aller Klaſſen über die Lage der deutſchen Volksgenoſſen im Auslande und die Aufgaben des Vereins.— Den Jugendfeiertag begingen wir am 24. Juni 1927. Studienrat Kuhn hielt die Anſprache, Vorträge des Orcheſters und des Schülerchors umrahmten die Feier, dann zogen wir hinaus auf unſere Spielplätze. Die von der Stadtverwaltung geſtifteten Feſttags⸗ brezeln wurden freudig und dankbar begrüßt.— Bei der Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt 1027 war die Anſprache Studienrat Faller zugefallen. Am Machmittage des 25. Auguſt 1927 beſuchten die Primaner die internationale Muſikausſtellung zu Frankfurt a. M.— Am 7. September 1027 hielt Dr. Ferrol vor den Unter⸗ und Mittelklaſſen, und anſchließend vor den Oberklaſſen je einen Vortrag, in dem er ſein Rechenverfahren erläuterte, an Hand von Beiſpielen veranſchaulichte und überraſchende Beweiſe von Rechenfertigkeit und Gedächtniskraft gab.— Der 80jährige Geburtstag des Reichspräſidenten, Sr. Exz. des Herrn von Beneckendorf und von Hindenburg vereinigte die Schule zu einer ſtimmungsvollen Feier, bei der Profeſſor Dr. Gräf die Feſtanſprache übernommen hatte.— Es folgte am 19. November 1927 die Gedächtnisfeier für die Opfer des Weltkrieges. Es ſprach Studienrat Wallſchmitt.— Das Jahr 1927 ſchloſſen wir mit einer wohlgelungenen Weihnachtsfeier am 20. Dezember, zu der
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