4. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr begann am 109. April 1926, es wird am 2. April 1927 endigen.
Das abgelaufene Schuljahr brachte verſchiedene Veränderungen in der Zuſammenſetzung des Lehrkörpers. Mit Wirkung vom 1. April 1926 wurde Studienrat hans Liſtmann an die Ober⸗ realſchule zu Mainz verſetzt, Studienrat Otto Seitz mit Wirkung vom 10. April 1926 an die Studien⸗ anſtalt zu Offenbach am Main. Als Erſatz erhielten wir Studienrat heinrich Faller von Mainz und Studienaſſeſſor Karl Schneider von Groß⸗Bieberau, der mit Verwaltung einer halben Stelle beauftragt wurde. Aſſeſſor Schneider wurde bereits zu Pfingſten an das Gymnaſium zu Mainz berufen, ſein Nachfolger wurde Studienaſſeſſor Dr. Uarl Obmann von Darmſtadt. Studienrat Dr. Arnold war vom 2. Auguſt 1926 bis 16. Auguſt 1926 zur Teilnahme an einen Fortbildungskurs nach England beurlaubt, Studienrat Dr. Blum zur Teilnahme am naturwiſſenſchaftlichen Fortbildungs⸗ kurs zu Gießen vom 4. Oktober bis 16. Oktober 1926 und Oberreallehrer Uammer zur Teilnahme an der Reichsſchulmuſikwoche zu Darmſtadt vom 11. Oktober bis 16. Oktober 1926, Profeſſor Aſchen⸗ brenner vom 24. März 1927 bis 23. April 1927 nach Paris. Vom 16. Auguſt bis 4. September 1926 war Dr. Wagner zur Teilnahme an einem FKortbildungslehrgang im Turnen beurlaubt.
Leider hatten wir auch in dieſem Schuljahre den Tod eines braven und hoffnungsvollen Schülers zu beklagen, am 27. Dezember 1026 ſtarb plötzlich und unerwartet der Unterprimaner Julius Wagner. Seine Lehrer wie ſeine Mitſchüler werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Am 17. Mai 1926 beſuchte hHerr Miniſterialrat Dr. Dorfeld den Unterricht mehrerer Klaſſen; es war dies der letzte dienſtliche Beſuch, den er uns abſtattete, denn am I. Juli 1926 trat er infolge des ſogenannten Altersgeſetzes mit 65 Jahren in den Ruheſtand. Die Schulen, die ihm während ſeiner Zugehörigkeit zum Landesamte für das Bildungsweſen unterſtellt waren, überreichten ihm am 1. September 1926 zu Darmſtadt ein künſtleriſch ausgeſtattetes Widmungsſchreiben, deſſen Wortlaut auch wir uns hier vollinhaltlich zu eigen machen. Es lautet:„Dieſe Anerkennung gilt dem verſtändnisvollen Freunde und Lehrer der Jugend, dem erfahrenen Schulmanne, dem pflichttreuen Beamten, dem Förderer ernſter wiſſenſchaftlicher und pädagogiſcher Beſtrebungen, dem treuen Diener an YVolk und Vaterland. Sein Name wird mit der Geſchichte des heſſiſchen Schulweſens für immer verknüpft ſein.“— Am 5. Auguſt 1926 und am 13. November 1926 beehrte uns Herr Staatsrat Block mit ſeinem Beſuche; er nahm am Unterricht verſchiedener Allaſſen teil.
Wegen der Prüfungen vom 7. September 1926, 18. September 1026, 26. Februar 1927 und [2. März 1927 verweiſen wir auf Seite 10 und 11, 3 dieſes Berichtes. Hier ſei bemerkt, daß die Prüfungen vom 7. September 19026, 26. Februar 19027 und 12. März 1927 Herr Staatsrat Block leitete, die vom 18. September 1926 und 3. November 1926 der Direktor.
Der regelmäßige Fortgang des Unterrichts wurde durch feierliche Veranſtaltungen mancherlei Art unterbrochen. Am 24. Juni 1926 hielten wir unſeren Jugendfeiertag ab. Es fand eine Feier in der Schule ſtatt, bei der Profeſſor Barth die Anſprache hielt; die von der Stadtverwaltung geſtifteten Feſttagsbrezeln wurden freudig und dankbar begrüßt, und dann zogen wir hinaus ins Freie auf unſere Spielplätze.— Bei der Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt 1026 war die Anſprache Studien⸗ rat Dr. hartleb zugefallen.— Am 30. Oktober 1926 verſammelten wir die evangeliſchen Lehrer und Schüler der Anſtalt zu einer Erinnerungsfeier der Sinführung der Reformation in Heſſen vor 400 Jahren in der Lutherkirche zu gemeinſamem Gottesdienſte, den herr Pfarrer Oeckinghaus abhielt.— Die Gedächtnisfeier der Opfer des Weltkrieges war am 20. November 1926. Es ſprach Studienrat Dr. Arnold.— Das Jahr 1926 ſchloſſen wir mit einer Weihnachtsfeier am 22. Dezember 1926.— Der Schulgruppenverband des Vereins für das Deutſchtum im Auslande veranſtaltete am 22., 23. und 24. Januar 1927 drei Wohltätigkeitsaufführungen, bei denen unſer Schülerorcheſter unter Dr. Wagners Leitung mitwirkte. Die Veranſtaltungen waren ſehr gut beſucht und erzielten eine gute Reineinnahme.— Die Feier des 100 jährigen Todestages Johann heinrich Peſtalozzis(geſtorben am 17. Februar 1827) veranſtalteten wir für unſere oberen Klaſſen im Turnſaale des Gymnaſiums
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