Jahrgang 
1914
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IV. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr 1913/14 begann am 31. März 1913 und schliesst am 4. April 1914.

Am 1. April 1913 wurde Herrn Assessor Friedrich Kreutzer die Verwaltung einer Oberlehrerstelle an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad-Nauheim übertragen. Herr Assessor Georg Schlierbach war vom 21. April bis zum Ende der Sommerferien zu Studienzwecken beurlaubt. Mit Beginn des Winterhalbjahres wurde? Herr Referendar Theodor Schaack zur Fortsetzung seines Vorbereitungsdienstes an unserer Anstalt zugelassen.

Am Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs wurde Herrn Professor Adam Roth, sowie Herrn Professor Joseph Enders das Ritterkreuz I. Kl. des Ver- dienstordens Philipps des Grossmütigen verliehen.

Schon vor Weihnachten musste Herr Reallehrer Reinig wegen Kränklichkeit mehrfach den Unterricht aussetzen; er wurde dann bis auf weiteres beurlaubt, und seine Stellvertretung übernahm vom 5. Januar 1914 an Herr Schulverwalter Peter Cröss- mann. Fast um dieselbe Zeit erkrankte Herr Professor Storck; auch ihm wurde ein längerer Urlaub bewilligt und seine Vertretung Herrn Assessor Peter Funk übertragen, der am 29. Jjanuar 1914 seinen Dienst antrat.

Am 19. u. 20. September nahm Herr Prälat D. Dr. Flöring eine Besichtigung des evangelischen Religionsunterrichts vor.

Am 18. Februar fand unter dem Vorsitz des mit den Obliegenheiten des Regier- ungsvertreters betrauten Direktors die mündliche Reifeprüfung statt. Allen 18 Prüflingen konnte die Reife zuerkannt werden; 9 waren von der müngdlichen Prüfung befreit.

Herr Medizinalrat Dr. Koeniger hatte die Güte, durch einen am 5. Februar ge- haltenen Vortrag die Abiturienten über die gesundheitlichen und sittlichen Gefahren zu belehren, die nach dem Verlassen der Schule und des Elternhauses an sie herantreten können. Dem Herrn Vortragenden sei auch an dieser Stelle herzlichster Dank aus- gesprochen. 1

Am 16. Juni fanden zur Feier der 25 jährigen Regierungszeit Sr. Ma- jestät des Kaisers Klassenausflüge statt, bei denen an geeigneten Orten von den Klassenführern auf die Bedeutung des Tages hingewiesen wurde. So war z. B. das Ziel der vereinigten Ober- und Unterprima das Heidelberger Schloss, wo auf der Schloss- terrasse der Direktor die Ansprache hielt.

Am 13. August wohnten Schüler aus den oberen Klassen unter Führung der Herren Professor Dr. Volckmar, Oberlehrer Dr. Büttner und Assessor Schlierbach der Truppenschau in Mainz bei.

Am 2. September fanden zur Feier des Sedantages Ausflüge statt.

Zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig wurde am 17. Oktober eine öffentliche Schulfeier abgehalten, bei der Lieder und Gedichte zum Vortrag kamen und ein FestspielTheodor Körners Abschied vom Elternhause aufgeführt wurde.