1. Zur Geschichte der Anstalt.
Die erste höhere Lehranstalt Offenbachs— eine Lateinschule— wurde 1691 ge- gründet und 1708 von dem damaligen Landesherren dem Grafen Johann Philipp von Isenburg durch Kauf eines Gebäudes in der Herrnstrasse und durch UÜberweisung ver-— schiedener Einkünfte sicher gestellt.
Nach dem 1816 erfolgten Übergange Offenbachs in den Besitz Hessens wurde die Lateinschule in ein Progymnasium umgestaltet, aus dem 1834 eine Realschule mit Lateinabteilungen hervorging. Aus den Lateinabteilungen entwickelte sich in der Folge ein Realgymnasium, das später in ein Gymnasium umgewandelt wurde, und aus der Realschule entstand eine Oberrealschule. Bis zum Anfange dieses Jahrhunderts standen die höheren Schulen unter einer Direktion. Jedoch das rasche Wachstum der Be-— völkerungszahl und die dadurch bedingte Vermehrung der Schülerzahl machte 1903 eine Trennung des Gymnasiums und der Oberrealschule nötig, und schon bald darauf zeigte sich die Notwendigkeit einer weiteren Teilung der Oberrealschule. Diese trat Ostern 1911 ein, nachdem das neue Gebäude für eine zweite Oberrealschule fertig gestellt war. Durch Allerhöchste Entschliessung vom 20. März 1911 wurde bestimmt, dass die Schule im neuen Gebäude den Namen„Grossh. Oberrealschule am Friedrichsplatz“ zu führen habe, während dem Teile der bisherigen Gesamtanstalt, welcher im alten Schul— gebäude— Herrnstasse Nr. 50— verblieb, der Name
Grossh. Oberrealschule am Stadthaus beigelegt wurde.
Nach dem Übergange Offenbachs in den Besitz Hessens war eine Neuregelung des Verfahrens bei Besetzung der Lehrerstellen nötig. Durch den Vertrag vom 4. Januar 1834 wurde dem Fürstlich lsenburgischen Hause zu Birstein das Präsentations- recht zu allen Lehrerstellen an der höheren Lehranstalt Oftenbachs eingeräumt. Mit Einschluss der nur provisorisch besetzten Stellen waren dies 4 Stellen im Jahre 1834, 6 Stellen im Jahre 1849 und 14 Stellen im Jahre 1874 gegen 53 Stellen im Jahre 1911. Durch diese Stellenvermehrung, sowie durch die Trennung der Anstalten waren neue Bestimmungen über das Präsentationsrecht, das seit 1894 nur noch für ein Drittel der Stellen ausgeübt wurde, erforderlich. Nachdem das fürstlich Isenburg-Birstein'sche Haus auf das Präsentationsrecht zu den Stellen am Grossh. Gymnasium und der neuen Grossh. Oberrealschule dahier verzichtet hatte, wurde mit Genehmigung Seiner Königlichen Ho- heit des Grossherzogs unterm 18. Juli 1908 verfügt, dass Seiner Durchlaucht dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein das Präsentationsrecht zu sämtlichen be— stehenden und neu zu errichtenden Lehrer- und Oberlehrerstellen an der Oberrealschule im alten Schulhause— der heutigen Oberrealschule am Stadthaus— vorbehalten bleibe.
Wie früher, so steht auch heute die Besetzung der Direktorstelle ausschliesslich dem Staate zu..
Aus diesen Gründen wurden unserer Anstalt auch die Einkünfte des Lateinischen Schulfonds mit allen sich stiftungsgemäss daraus ergebenden Rechten und Verpflichtungen


