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Für die auf dem Friedrichsplatz zu errichtende 2. Oberrealschule sind die Pläne ausgearbeitet worden; am 10. August fand eine Besichtigung des Bauplatzes durch die Herren Geh. Oberschulrat Nodnagel und Geh. Oberbaurat Klingelhöffer statt, und im Januar erfolgte die Ausschreibung der ersten Arbeiten.
Unterricht in der Stenographie wurde von Herrn Wilhelm Müller, Lehrer an der Stadtschule, erteilt; die weitere Ausbildung im Gebrauch des Erlernten wird in den von dem Schülerstenographenverein„Gabelsberger“ eingerichtéeten Uebungsstunden bewirkt. Wie im vorigen Jahr veranstaltete der Verein auch diesmal wieder, und zwar am 13. Februar, eine schöne Feier von Gabelsbergers Geburtstag.
Durch das liebenswürdige Entgegenkommen der Rudergesellschaft„Undine“ und des Schwimmvereins war unseren Schülern auch in diesem Jahre Gelegenheit zum Rudern und Schwimmen im Main geboten. Der Wanderpreis für Schülerrudern wurde diesmal von unserer Mannschaft errungen, und auch der vom Schwimmverein aus-— gesetzte Preis für Schülerschwimmen fiel unserer Schule zu.
Unser Untersekundaner und Zögling des Schwimmvereins Karl Ott rettete am 25. Juni einen ertrinkenden Knaben aus den Fluten des Mains; für die von ihm mit Mut und Entschlossenheit ausgeführte Tat wurde ihm die besondere Anerkennung des Grossh. Ministeriums ausgesprochen.
Im vorigen Jahr hatte eine Gruppe von Eltern den Wunsch geäussert, dass die Unterrichtsanordnung, wie sie seither für die Zeit vom 15. Februar bis 15. November bestand, auch auf die Zeit vom 16. November bis 14. Februar ausgedehnt werden möge. Nach dieser Anordnung findet nur an zwei Nachmittagen Unterricht statt. Das Grossh. Ministerium hatte damals diesem Wunsche nicht entsprochen, aber bestimmt, dass vor Beginn des Winterhalbjahres eine Umfrage über die Angelegenheit bei den Eltern der Schüler stattfinden solle. Diese Umfrage wurde veranstaltet und ergab eine weit über-— wiegende Mehrheit dafür, dass nach jener Anordnung das ganze Jahr hindurch verfahren werde. Der Beginn des Vormittagsunterrichts wurde für die fragliche Zeit auf 8¹ fest- gesetzt.
Zu herzlichem Danke verpflichtet sind wir für eine Anzahl von Geschenken. Das Grossh. Ministerium übersandte ein Exemplar der Plakette, die zur 3. Jahr- hundertfeier der Universität Giessen geprägt worden ist. Von Herrn Ernst Dahmer erhielten wir einige Trichinenpräparate, von Ferdinand Heim(Ibi) einen Morse-


