Jahrgang 
1926
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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr begann Montag, den 20. April 1925 mit den Aufnahmeprüfungen und Dienstag, den 21. April mit dem lehrplanmäßigen Unterricht.

Während der Oſterferien erlitt unſere Schule einen außerordentlich ſchweren Verluſt durch den unerwarteten Cod des hauptamtlichen evangeliſchen Religionslehrers Herrn Studienrat Lic. Otto herpel. 14 Tage vor Beginn der Ferien erkrankte er an Kopfgrippe und Mittelohrentzündung und begab ſich, da ſein Zuſtand ſich raſch verſchlimmerte, in die Univerſitätsklinik zu Frankfurt a. M., wo er am Abend des 6. April an ſeinem Geburtstage im blühenden Alter von 39 Jahren verſchied. Ein von hohen Idealen getragenes Leben war erfüllt, ein freier, viel umfaſſender Geiſt vollendet, ein Kämpfer und Sucher zu Friede und Klarheit eingegangen. Mit den Schülerinnen werden wir dem zu früh entſchlafenen Lehrer und Amtsgenoſſen, der nur 3 ¼ Jahre an unſerer Schule wirkte, ein treues Gedenken bewahren. Die während der Ferien anweſenden Schülerinnen und Mittzlieder des Lehrkörpers, ſowie eine große Anzahl ſeiner Freunde geleiteten ſeine ſterbliche hülle zum Grabe im Waldfriedhof Oberrad, wo der Unterzeichnete Kränze des Kuratoriums und des Lehrkörpers niederlegte.

Den Unterricht des Entſchlafenen übernahmen im neuen Schuljahre vertretungsweiſe herr Ofarrer hanack(Bürgel) und die Herren Pfarraſſiſtenten Anthes, Dames, Engel, Geis, Lebrecht, Munk und Schmidt mit je 2 oder 4 Stunden, wofür wir ihnen zu beſtem Danke ver⸗ bunden ſind.

Mit Wirkung vom 4. Januar 1926 wurde alsdann Herr Pfarrer Lic. Dr. phil. Wilhelm Reuning in Majinz mit der Verwaltung der Studienratsſtelle für evangeliſche Religion beauftragt.

hHerr Studienaſſeſſor Dr. Fritz Mahlerwein, der den im vorigen Schuljahre erkrankten Herrn Oberreallehrer Meſſinger bis Oſtern vertreten hatte, wurde an die Eleonorenſchule zu Darmſtadt verſetzt. An ſeiner Statt überwies uns ab Oſtern 1925 das Landesamt für das Bildungsweſen Frl. Aſſeſſorin Dr. Sliſabeth Matthes(Diktoriaſchule Darmſtadt).

Endgültig angeſtellt wurde als Lehrerin Frl. Schulverwalterin Roſa Nube mit Wirkung vom 1. April und Herr Studienrat Kurz mit Wirkung vom 1. Juni 1925. Frl. Lehrerin Müller war noch für die erſte Schulwoche nach den Oſterferien zu einer Reiſe nach Italien beurlaubt. Vom 25. April bis 22. Mai unterzog ſich herr Studienrat Grundberger einer Kur zur Linderung ſeiner Machkriegsbeſchwerden in Bad⸗homburg. Mit Genehmigung des Landesamtes wohnte die Anwärterin für den hauswirtſchafts⸗ und Handarbeitsunterricht Frl. Eliſabeth Leilich, unſere ehemalige Schülerin, ab Oſtern 25 bis 8. Januar 26 zu ihrer weiteren Ausbildung dem Madelunterricht mehrerer Klaſſen bei. Gemäß Verfügung des Landesamts erteilt Herr Referendar Otto Lambert(Odenwaldſchule Oberhambach) zur Entlaſtung der Schwerkriegsbeſchädigten Herren Studienräte Page, Stöhr, Grund⸗ berger und Aſſeſſor Almendinger wöchentlich 14 Stunden(Halbe Stelle). Am 21. Oktober 25 beſtand er die Staatsprüfung und wurde zum Studienaſſeſſor ernannt. Während der Weihnachtsferien zog ſich Frl. Aſſeſſorin Dr. Scheld in Darmſtadt einen Bruch des linken Oberarms zu und war infolgedeſſen bis zum 25. Januar 26 dem Dienſte entzogen.

Vom 4. bis 8. April 1925 beſuchten Herr Studienrat Lohnes die Tagung der deutſchen Mathematiker zu Hannover, Herr Studienrat Dr. Schrod vom 3. bis 6. Juni 1925 den 2. rheiniſchen Fortbildungskurſus des Verbandes deutſcher Geſchichtslehrer zu Heidelberg.

Zu Sprachſtudien verbrachten die 4 wöchigen Sommerferien Frl. Studienrätin Dr. Jacobi in der franzöſiſchen Schweiz, Frl. Aſſeſſorin Dr. Scheld in England und herr Aſſeſſor Dr. Uſinger in Frankreich.

Am 14., 15. u. 16. Auguſt beſuchte Herr Studienrat Grundberger mit Genehmigung des Landesamts die Kölner Jahrtauſend⸗Ausſtellung.