B.
14 Schülerinnen der la und 19 Schülerinnen der 1b wurde in der Sitzung des Lehrerrats vom 18. März 1925 das Schlußzeugnis erteilt und damit bezeugt, daß ſie das Ziel des Lyzeums erreicht, d h. eine Ausbildung erlangt haben, wie ſie durch die Verſetzung in die Oberſekunda einer Oberrealſchule erworben wird.
IV. Zur Geſchichte der Rnſtalt.
Das Schuljahr begann Montag, den 28. April 1924 mit den Aufnahmeprüfungen und Dienstag, den 29. April mit dem vollen lehrplanmäßigen Unterricht. Nachdem die weibliche Pflichtfortbildungs⸗ ſchule am Schluſſe des vorhergehenden Schuljahres die im Nebengebäude Geleitsſtraße 9a von ihr beſetzten zwei Säle geräumt hatte, ſtand dieſes uns wieder wie früher mit ſämtlichen Räumen für die Klaſſen 6c, 6d, 7a und 7 b zur Verfügung. Die Zahl der Anmeldungen machte für die unterſte Alaſſe die Drittelung notwendig(7a, 7 b, 7°). Die Oberſekunda, die erſte Klaſſe des Ausbaues zum Oberlyzeum (Studienanſtalt), wurde mit 13 Schülerinnen eröffnet. Als neue Lehrkraft überwies uns das Landesamt herrn Studienaſſeſſor Joſeph Braun(Oberrealſchule Groß⸗Umſtadt). Infolge Erreichung der Altersgrenze wurde Frl. Lehrerin Matharine Müller unter Anerkennung ihrer dem Staate geleiſteten Dienſte mit Wirkung vom 1. Mai 1924 in den Ruheſtand verſetzt. Seit 1890 hatte ſie an dem hieſigen Schulzſchen(Heintzenberg) Privatinſtitut gewirkt und war bei deſſen Auflöſung Oſtern 1913 mit der Mehrzahl der dortigen Schülerinnen in unſere Anſtalt übergetreten, wo ſie wegen ihrer vielſeitigen Begabung die Möglichkeit umfaſſender Verwendung fand. Während ihrer I1⸗jährigen Dienſtleiſtung bei uns hat ſich Frl. U. Müller durch freundliches, ſtilles Weſen die Liebe und Verehrung ihrer Mit⸗ arbeiter und der Schülerinnen gewonnen. Wir ſahen ſie mit aufrichtigem Bedauern ſcheiden und wünſchen ihr nach freudiger und emſiger Arbeit einen geſegneten Ruheſtand.
Da Frl. Lehrerin Vogt von ihrem Sturze in den vorigen Weihnachtsferien noch nicht ganz wiederhergeſtellt war, mußte ſie um Verlängerung ihres Urlaubs bis Pfingſten bitten. Ihr Vertreter war wie ſeither herr Studienrat Karl Engelhard(urch die franzöſiſche Beſatzungsbehörde aus⸗ gewieſen aus Bingen, Gymnaſium).
Auf Grund des Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 19. Dezember 1923 wurde Frl. Hand⸗ arbeitslehrerin Anna Schmalenbach unter Anerkennung ihrer dem Staate geleiſteten Dienſte vom 1. Juli 1924 an in den einſtweiligen Ruheſtand überführt. Ihre Stelle, ſowie die des Frl.. Müller, wurde eingeſpart, und ihre Stunden wurden aufgeteilt, ſodaß alle Lehrkräfte eine ſtärkere Belaſtung erfuhren. Frl. Schmalenbach gehörte ſeit September 1891 unſerm Lehrkörper an und hat ſich um die Ausbildung unſerer Schülerinnen in der Madelarbeit, namentlich in den Unter⸗ und Mittelklaſſen, große Verdienſte erworben. Nach den langen Jahren treuer Schularbeit wünſchen ihr alle Mitglieder des Lehrkörpers einen freundlichen Lebensabend.
Durch Beſchluß des Geſamtminiſteriums vom 17. Juli 192 4 wurden die Herren Studienaſſeſſoren heinrich Uurz und Joſeph Braun zu Studienräten ernannt.
Am 1. September verließ uns Herr Kaplan Viktor Schneider(St. Paul), der ſeit Januar 1923 2 Stunden katholiſche Religion erteilt hatte, um die Pfarrei St. Rochus in Mainz zu übernehmen. Sein Nachfolger iſt herr Kaplan Johann heitkämper(St. Paul).
Herr Studienrat Lohnes beſuchte die Jugendtagung des Vereins für das Deutſchtum im Ausland zu hann.⸗Münden vom 15. bis 21. Juni 1924.
Frl. Aſſeſſorin Dr. Scheld hielt ſich vom I. September bis nach den herbſtferien zu Studien⸗ zwecken in Schottland, vorzugsweiſe in Glasgow und Edinburg, auf.


