Jahrgang 
1911
Einzelbild herunterladen

Ruratorium der Unſtalt.

Beigeordneter Jakob Porth. Oberrealſchuldirektor Geh. Schulrat Hermann Jäger. Stadtverordneter Karl Schömbs bezw. Stadtverordneter Profeſſor Jakob Hamann. Otto Schulze bezw. Heinrich Joſef Heilmann. Direktor Dr. Theodor Eger.

e o de

ZTur Geſchichte der Unſtalt.

Das Schuljahr wurde am 4. April mit einer Verſammlung der 7 oberen Klaſſen in unſerer Turnhalle eröffnet. Dabei wurden Herr Oberlehrer Konrad Richter und Herr Lehramtsreferendar Heinrich Lohnes in den Dienſt der Anſtalt eingewieſen; dieſer war durch miniſterielle Verfügung vom 29. März d. Js. mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt beauftragt, jener durch Dekret vom 10. März von der Real⸗ ſchule und dem Progymnaſium zu Alzey an unſere Anſtalt verſetzt worden.

Konrad Richter, geb. 17. September 1880 zu Schwedt a. d. Oder, beſuchte die Gymnaſien zu Wandsbeck bei Hamburg, zu Bunzlau in Schleſien und zu Gießen, wo er Oſtern 1900 die Reifeprüfung beſtand. Er widmete ſich ſodann dem Studium der reinen und angewandten Mathematik ſowie der Phyſik an der Landesuniverſität Gießen und beſtand am 2. März 1904 das Staatsexamen. Nach dem Probejahr, das er an dem Gymnaſium zu Gießen verbrachte, wurde er am 1. Mai 1905 an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey verwendet und am 1. April 1906 zum Lehramtsaſſeſſor ernannt. Am 21. Dezember 1907 erfolgte ſeine Anſtellung zum Oberlehrer an derſelben Anſtalt.

Durch Dekret vom 31. März wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Dr. Friedrich Schrod zum Oberlehrer ernannt.

Dr. Friedrich Schrod, geboren am 26. Mai 1882 zu Offenbach am Main, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und beſtand Oſtern 1900 die Reifeprüfung. Er widmete ſich ſodann an der Landesuniverſität Gießen dem Studium der Geſchichte, der Geographie und der deutſchen, anfänglich auch der klaſſiſchen Philologie. Im Juli 1904. wurde ihm auf Grund einer Diſſertation:Die Gründung der Deutſchordenskomturei Sachſenhauſen, ein Beitrag zur Geſchichte der Herrn von Münzenberg die philoſophiſche Doktorwürde verliehen. Im Frühjahr 1905 beſtand er das Staatsexamen. Nach dem Beſuch des pädagogiſchen Seminars am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt wurde er Oſtern 1906 an unſerer Anſtalt mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle beauftragt; Oſtern 1907 erfolgte ſeine Erneunung zum Lehramtsaſſeſſor.

Ferner wurde durch Dekret vom 19. März Herr Pfarrer Heinrich Keller zum Oberlehrer ernannt.

Heinrich Richard Keller, geboren 12. Juli 1879 zu Offenbach am Main, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und beſtand Oſtern 1897 die Reifeprüfung. Er widmete ſich ſodann dem Studium der evangeliſchen Theologie zu Gießen und beſtand die theologiſche Fakultätsprüfung im W. S. 1900/1. Nach einjährigem Beſuch des Predigerſeminars zu Friedberg beendigte er ſeine berufliche Vorbereitung mit der theologiſchen Schlußprüfung S. S. 1902. Im folgenden Jahr diente er als Einjährig⸗Freiwilliger im Infanterie⸗Regiment 168. Am 10. Oktober 1903 wurde er als evangeliſcher Pfarr⸗ Aſſiſtent in Kaſtel⸗Mainz ordiniert. Nach etwa zweijährigem Wirken wurde er mit der Verwaltung der Pfarrei Dexheim im Kreis Oppenheim betraut. Im Februar 1906 wurde er nach Neunkirchen im Odenwald verſetzt, und noch im gleichen Jahre wurde ihm dieſe Pfarrei endgültig übertragen. Seit 19. April 1909 verſah er proviſoriſch die Stelle eines Religionslehrers an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach am Main.

Vom Beginn des Schuljahres an bis zum 27. April war Herr Lehramtsaſſeſſor Wilhelm Wild zu einer militäriſchen Uebung beurlaubt. In den Sommerferien unternahm Fräulein Angelika Schneider eine Studienreiſe nach Paris. Durch miniſterielle Verfügung vom 12. Dezember wurde der Schulverwalterin Fräulein Ida Schüler vom 5. Januar ab für einen halbjährigen Aufenthalt in der franzöſiſchen Schweiz Urlaub be⸗ willigt und Fräulein Marie Buchhold zu ihrer Vertreterin beſtellt, die ſchon ſeit Anfang des Schuljahres als Volontärin an unſerer Anſtalt beſchäftigt war(miniſt. Verf. v. 8. April). Vom 23. Januar an war Fräulein Angelika Schneider wegen Krankheit beurlaubt(miniſt. Verf. vom 2. Februar); ſie wurde durch die Schulverwalterin Fräulein Marie Schüler vertreten(miniſt. Verf. vom 20. Januar).

Durch miniſterielle Verfügung vom 30. September wurde Herr Lehramtsreferendar Heinrich Lohnes zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.

Am 13. Juli verſchied der Vorſitzende der Schulabteilung des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern, Herr Geheimrat Dr. Eiſen huth. Der Tod dieſes um das heſſiſche Schulweſen ſo hochverdienten Mannes, der das ganze Land in tiefe Trauer verſetzte, wurde nicht am wenigſten von unſerer Anſtalt beklagt, die ſtets ein Gegenſtand ſeiner beſonderen Fürſorge war und ſich allezeit deſſen bewußt bleiben wird, wieviel Dank ſie ihm ſchuldig geworden iſt. Noch in den letzten Wochen ſeines Lebens hatten wir zweimal(14. Juni