Jahrgang 
1928
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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr begann am 25. April 1927 mit der Prüfung der neuangemeldeten Schüler, der Unter⸗ richt am 26. April. Das Schuljahr ſchließt am 31. März 1928.

1. Der Lehrkörper. Im Lehrkörper der Anſtalt traten während des Schuljahres keine Veränderungen ein. Doch mußte der Direktor wegen einer längere Zeit währenden Erkrankung von Beginn des Schulſahres bis zum 31. Oktober beurlaubt werden. Da auch Herr Profeſſor Dr. Heraeus vom Anfang des Schulfahres bis zu den Pfingſtferien beurlaubt war, führte bis dahin Herr Profeſſor Dr. Schlottmann die Direktions⸗ geſchäfte. Von Pfingſten ab konnte ſie ſodann Herr Profeſſor Dr. Heraeus übernehmen. Beiden Herren ſei auch an dieſer Stelle für ihre Mühewaltung herzlicher Dank ausgeſprochen. In der Erteilung ſeines Unter⸗ richts wurde der Direktor durch Herrn Studienaſſeſſor Dr. Karl Obmann vertreten. Mit Wirkung vom 1. Dezember wurde Herr Profeſſor Dr. Heraeus zum Oberſtudienrat ernannt. Damit wurde dieſe Beförde⸗ rung zum erſtenmal einem an einer höheren Lehranſtalt Offenbachs tätigen Amtsgenoſſen zuteil. Die Herren Profeſſor Becker und Profeſſor Richter nahmen vom 6. bis 13. Oktober an einem in Darmſtadt veranſtal⸗ teten phyſikaliſchen Fortbildungskurſus teil. Herr Studienreferendar Dr. Kurt Herz, der bis Pfingſten den beurlaubten Herrn Profeſſor Dr. Heraeus vertrat, beendigte mit Schluß des Sommerhalbjahres das zweite Jahr ſeines Vorbereitungsdienſtes und wurde am 1. Oktober zum Studienaſſeſſor ernannt. Er blieb auch im Winterhalbſahr in freiwilliger Tätigkeit an unſerer Anſtalt und übernahm während dieſer Zeit den deutſchen Unterricht in Ila und IIIa.

Mit Ende dieſes Schuljahres erfährt der Lehrkörper unſrer Anſtalt einen von uns allen aufrichtig bedauerten Verluſt durch das Ausſcheiden des Herrn Oberſtudienrat Profeſſor Dr. Wilhelm Heraeus, der nach Erreichung der geſetzlichen Altersgrenze am 1. April in den Ruheſtand tritt. Von Oſtern 1891 ab hat er ſeine ganze Dienſtzeit an dem Gymnaſium zu Offenbach verbracht und ſich um deſſen Entwicklung in beſonderem Maße verdient gemacht. In nahezu 40 jähriger Tätigkeit hat er ſich in gleicher Weiſe der hohen Wertſchätzung ſeiner Amtsgenoſſen wie der Verehrung und Anhänglichkeit ſeiner Schüler erfreut. Sein außergewöhnliches Wiſſen auf dem Gebiet der alten Sprachen und der deutſchen Literatur hat er allezeit in den Dienſt der Jugendbildung geſtellt und ganz weſentlich dazu beigetragen, dem humaniſtiſchen Unterricht unſerer Anſtalt den Geiſt der Wiſſenſchaftlichkeit zu wahren, aus dem die Gymnaſialerziehung immer ihre ſtärkſten Kräſte gezogen hat. Durch ſeine wiſſenſchaftlichen Arbeiten insbeſondere auf dem Gebiet der lateiniſchen Literatur in der gelehrten Welt über die Grenzen Deutſchlands hinaus bekannt und geſchätzt, iſt er doch dem Dienſt des humaniſtiſchen Gymnaſiums treu geblieben und hat nur nebenamtlich als ordentlicher Honorarprofeſſor an der Univerſität Frankfurt a. M. ſein reiches Wiſſen auch der Hochſchule zur Verfügung geſtellt. So bleibt ihm das Gymnaſium zu Offenbach zu dauerndem Danke verpflichtet. Wir wünſchen dem hochverehrten Amtsgenoſſen, daß er ſich ſeines Ruheſtandes noch lange Jahre in unverminderter geiſtiger Friſche und Schaffenskraft erfreuen möge.

2. Die Schüler. Aus dem Vorfjahr blieben in der Anſtalt 158 Schüler, dazu traten 32 zu Oſtern 1927 neu ein, darunter 26 in Sexta. Die Schülerzahl betrug alſo am 15. Mai 190. Durch 4 Eintritte im Lauf des Jahres ſtieg die Geſamtzahl auf 194, von denen indeſſen 14 während des Jahres austraten, ſo daß ſich die Schülerzahl am Ende des Jahres auf 180 beläuft.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im allgemeinen günſtig, von epidemiſch auftretenden Krank⸗ heiten blieben wir völlig verſchont. Schulärztliche Unterſuchungen wurden während des Jahres von Herrn Stadtarzt Dr. Wimmenauer an 9 Tagen vorgenommen. Dabei wurden vor Beginn des Schwimm unterrichs alle Schüler der IIIb, am 3. Dezember 1927 alle Sertaner eingehend unterſucht. Am 7. März hielt Herr Obermedizinalrat Dr. Königer für die Abiturienten des Gymnaſiums und der beiden Oberreal⸗ ſchulen den von der Schulbehörde vorgeſchriebenen Aufklärungsvortrag. Wir ſprechen beiden Herren für ihr freundliches Entgegenkommen unſeren wärmſten Dank aus.

3. Der Unterricht. In der Geſtaltung des Unterrichts ſind im abgelaufenen Schuljahre Anderungen nicht vorgenommen worden. Er wurde nach den zu Oſtern 1926 probeweiſe eingeführten neuen Lehrplänen

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