Jahrgang 
1927
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Beſonderen Wert meſſen wir den Abenden der Freunde des humaniſtiſchen Gymna⸗ ſiums bei, die zwar einen ſelbſtändigen Verein bilden, die aber in enger Fühlung mit dem Gymnaſium arbeiten, ihre Veranſtaltungen ſtets in unſerer Turnhalle abhalten und unſern älteren Schülern eine ſehr erwünſchte Ergänzung des gymnaſialen Unterrichts bieten. Im abgelaufenen Winter veranſtaltete die Vereinigung 3 Abende. Am 29. November trug der rühmlichſt bekannte Rezitator Profeſſor Bruno Türſchmann griechiſch und deutſch den 5. Geſang der Odyſſee ſowie einige Szenen aus demOedipus auf Kolonos des Sophokles vor und wußte durch ſeine erſtaunliche Vortragskunſt eine mächtige Wirkung auf die Zuhörer auszuüben, und am 10. Dezember ſprach der hochgeſchätzte Literarhiſtoriker Alfred Bieſe feinſinnig und poeſievoll überDie Liebe zur Natur in der altgriechiſchen Dichtung. Ganz beſon⸗ deren Beifall fand der Altgriechiſche Abend, den Lehrer und Schüler des Darmſtädter Ludwig⸗ Georgs⸗Gymnaſiums in Darmſtadt ſchon im Dezember veranſtaltet hatten und am 23. Februar in unſrer Turnhalle wiederholten. Der erſte Teil war der griechiſchen Muſik gewidmet. Mach einem einleiten⸗ den Vortrag über deen Weſen brachte Herr Studienrat Dr. Stiefenhofer vier griechiſche Geſänge mit vollendeter Kunſt zu Gehör. Noch größeres Intereſſe erregte der zweite Teil des Abends, in dem das bisher nur an wenigen Orten aufgeführte Satyrſpiel des SophoklesDie Spürhunde unter der he⸗ währten Leitung des Herrn Studienrat Dr. Malzan zu einer bewunderungswürdig lebendigen und packenden Darſtellung gebracht wurde.

Dieſe Veranſtaltung hatte auch für unſere Anſtalt unmittelbare und bleibende Bedeutung, inſofern ſie uns die Anregung gab, die bei unſern bisherigen Feiern öfters ſchmerzlich vermißte Schaubühne zu beſchaffen. Da ſtaatliche Mittel zur Beſtreitung der ziemlich erheblichen Koſten nicht zur Verfügung ſtanden, mußten wir uns an die Opferwilligkeit ehemaliger Schüler des Gymnaſiums ſowie der Eltern früherer und der jetzigen Schüler wenden. Die freiwilligen Spenden für den ſchönen Zweck gingen denn auch ſo raſch und ſo reichlich ein, daß davon eine ſehr ſchöne, ebenſo gediegen wie geſchmackvoll ausgeführte Stilbühne hergeſtellt werden konnte, die mit der Aufführung der Spürhunde eröffnet wurde, und die in Zukunft unſrer ſtattlichen Turnhalle bei feſtlichen Veranſtaltungen zu beſonderer Zierde gereichen wird. Allen freundlichen Spendern ſei auch an dieſer Stelle der herzliche Dank unſrer Anſtalt ausgeſprochen.

8. Sammlungen. Unſrer Bücherei wurden von dem Landesamt für das Bildungsweſen, der Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik ſowie verſchiedenen Vereinigungen eine Reihe von Büchern und Zeitſchriften überwieſen. Außerdem ſchenkte Herr Facharzt Dr. Pullmann, ein früherer Schüler der Anſtalt, eine größere Anzahl von teilweiſe ſehr wertvollen Werken zur Zeitgeſchichte, im ganzen 51 Nummern. Herr Oskar May ließ uns durch den Verlag de Gruyßter u. Co. ein Exemplar ſeiner SchriftDas Schlachtfeld von Troja zugehen; die Direktion des ſtädtiſchen Gas⸗ und Waſſerwerks die Schrift von Dr. U. SchuttDas Gas in der Schule. Die zur Zeit in Fülle auf den Büchermarkt geworfenen neuen Schulbücher, die uns von den führenden Verlagen in entgegenkommender Weiſe zugeſtellt wurden, brachten uns auf dieſem Gebiet eine faſt unüberſehbare Bereicherung unſerer Bibliotheck. Für alle dieſe freundlichen Geſchenke ſagen wir unſern beſten Dank.

Auch aus eigenen Mitteln konnten wir unſre Bibliothek nicht unweſentlich vermehren, wobei wir mit Rückſicht auf die dem deutſchen Unterricht aus den neuen Lehrplänen erwachſenden Aufgaben die verfügbaren Beträge in erſter Linie zur Ergänzung des Bücherbeſtandes auf dem Gebiet der neueren deutſchen Belletriſtik verwendeten.

Auch für die geographiſche, phyſikaliſche und mathematiſche Lehrmittelſammlung machten die neuen Lehrpläne größere Neuanſchaffungen nötig, wie auch für die Spielnachmittage die nötigen Geräte be⸗ ſchafft werden mußen. Die naturwiſſenſchaftliche Sammlung wurde einer gründlichen Durchſicht und Herſtellung unterzogen. Eine Bereicherung erfuhr ſie durch eine Schenkung von Frau Ferdinand hitz, beſtehend aus einem Colobus Guereza und einer Gruppe Schneehühner, ſowie durch eine von Herrn

Dr. hans Krecke geſchenkte Salzſteinſammlung. Wir ſprechen auch für dieſe wertvollen Geſchenke unſeren beſten Dank aus.