Jahrgang 
1926
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Am 26. Mai verſtarb zu Baden⸗Baden, wenige Wochen nachdem er in voller Geſundheit und Friſche ſeinen 80. Geburtstag hatte feiern dürfen, der Geh. Schulrat Dr. Ludwig Schädel, der von Oſtern 1888 bis zum Juli 1899 unſere Anſtalt geleitet und in dieſer Zeit die Umwandlung in ein humaniſtiſches Gymnaſium durchgeführt hat. Der Direktor widmete ihm in der Sitzung des Lehrerrats vom 10. Juni einen ehrenden Machruf.

2. Die Schüler. Vor Beginn des Schuljahres hatten wir durch den nach längerer Krankheit während der Oſterferien erfolgten TCod des Unterprimaners Ernſt Gutſche den Verluſt eines lieben und hoffnungsvollen Schuͤlers zu beklagen.

In dem neuen Schuljahr blieben aus dem Vorjahr 151 Schüler, dazu traten 41 zu Oſtern in die Anſtalt ein. Die Schülerzahl betrug alſo am 15. Mai, wie im vorhergehenden Jahr, 192 und ſtieg im Laufe des Schuljahres auf 196. Von dieſen traten während des Jahres 15 aus, ſo daß am Schluß 181 Schüler vorhanden waren. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im allgemeinen günſtig. Die ſchulärztliche Ueberwachung wurde durch Herrn Stadtarzt Dr. Dimmenauer ausgeübt, der während des Jahres die Anſtalt an 8 Tagen beſuchte und dabei nicht nur eine Anzahl Schüler einzeln unter⸗ ſuchte, ſondern auch eine eingehende Unterſuchung der ſämtlichen Schüler der VI ſowie eine Augenunter⸗ ſuchung der Schüler aller Mlaſſen vornahm. Wir ſind Herrn Dr. Wimmenauer für ſeine verdienſtvolle Tätigkeit zu aufrichtigem Dank verpflichtet.

3. Der Unterricht wurde im allgemeinen nach dem amtlichen Lehrplan für die Gymnaſien von 1893 erteilt. Nur wurde, wie ſchon ſeit Oſtern 1921, in la eine Stunde für philoſophiſche Propädeutik ver⸗ wendet und dafür das Lateiniſche von 7 auf 6 Stunden verkürzt. Ferner wurde, wie dies Oſtern 1923 einge⸗ führt war, in den 4 oberen Klaſſen je eine Stunde Staatsbürgerkunde erteilt; dieſe Stunde wurde in la am Franzöſiſchen, in Ibllb am Lateiniſchen gekürzt. Ferner wurde mit dem wahlfreien Unterricht im Engliſchen, wie ſeit 1922, bereits in Ila begonnen. Endlich wurde zu Oſtern 1925 für die Klaſſen Ilb und IIla wahlfreier Unterricht in Stenographie eingeführt.

Was den äußeren Verlauf des Unterrichts anlangt, ſo lagen die Pfingſtferien vom 31. Mai bis 7. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis 2. Auguſt, die Herbſtferien vom 27. September bis 11.Ok⸗ tober und die Weihnachtsferien vom 20. Dezember bis 3. Januar. Schulfreie Tage waren außer dem 21. Mai(Himmelfahrt) der 12. Mai wegen des Amtsantritts des Reichspräſidenten von Hindenburg, der 11. Juni(Fronleichnam) und der 18. März(Reifeprüfung). Wegen der Hitze mußte die 5. Unterrichtsſtunde am 9., 10. und 12. Juni und 3. Juli, der Nachmittagsunterricht am 18. Mai und 10. Auguſt ausgeſetzt werden. Am 13. November ließen wir die beiden letzten Stunden ausfallen, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, dem Einzug des Reichspräſidenten von Hindenburg in Frank⸗ furt a. M. beizuwohnen. Außerdem wurden die Schüler der lb und Ila am 13., 16. und 17. Juni, ſowie am Nachmittag des 18. Juni vom Unterricht befreit, weil ſie bei der Volks⸗ und Berufszählung beteiligt waren.

Die Beſchaffung der Lehrbücher wurde auch im abgelaufenen Schuljahre unſern Schülern durch die Oſtern 1923 eingerichtete Buchhilfe weſentlich erleichtert. Der Bücherbeſtand betrug zu Anfang des Jahres 2778 und ſtieg bis Oſtern 1926 auf 2912 Bände. Faſt alle Schüler machten von der Einrich⸗ tung Gebrauch; es wurden im Sommerhalbjahr 803 Bücher(gegen 985 im Vorjahr), im Winterhalb⸗ jahr 847(gegen 1106 im Vorjahr) ausgeliehen. Die Benutzung der Hilfsbibliothek iſt ſomit etwas zurückgegangen, worin ſich die Tatſache ausſpricht, daß ſeit Begründung der Einrichtung eine gewiſſe Feſtigung der geldlichen und wirtſchaftlichen Verhälniſſe eingetreten iſt.

4. Prüfungen und Beſichtigungen. In die ordentliche Reifeprüfung deren ſchriftlicher Teil vom 4. bis 10. Februar ſtattfand, traten von den 13 Schülern der Oberprima 10 ein. Hum erſtenmal wurde auch in den beiden wahlfreien Fächern Hebräiſch und Engliſch eine ſchriftliche Prüfungsarbeit angefertigt. Die mündliche Prüfung fand unter Vorſitz des Herrn Miniſterialrat Glückert am 18. März ſtatt. Von den 10 Abiturienten konnten 6 von der mündlichen Prüfung befreit werden. Von den 4