5. Zur Gelſchichte der Anſtalt.
I. Perlonalangelegenheiten. Am S8. April 1911 wurde der Oberlehrer an dem Gymnaſium zu Offenbach, Profeſſor Heinrich Maul, auf ſein Nachfuchen unter Aner- kennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte mit Wirkung vom 16. April 1011 in den Ruheſtand verſetzt. Bei ſeinem Ausſcheiden aus dem Dienſte wurde er von Seiner König- lichen Hoheit dem Großherzog durch Verleihung der Krone zum Ritterkreuz l. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet.
Heinrich Maul, geb. am 25. Juni 1845 zu Bernshauſen(Kr. Lauterbach), ſtudierte evangeliſche Theologie in Gießen, beſtand Oſtern 1868 die Fakultätsprüfung, Herbſt 1869 die Staatsprüfung. Er war von Dezember 1869 bis luni 1875 im Pfarrdienſt tätig und zwar von Dezember 1860 bis Februar 1872 als Pfarrvikar in Staden, von da an bis lanuar 1874 als Pfarrvikar in Alzey und hierauf in Butzbach. Seit 7. Juni 18765 iſt er(zunächſt proviſoriſch, ſeit 12. November 1875 definitiv) als Lehrer an der Realſchule, ſpäter an dem Realgymnaſium bezw. dem Gym- naſium und der Realſchule und ſeit Trennung der Anſtalten(April 1903) als Lehrer an dem Gymnaſium zu Offenbach tätig geweſen. Er ſieht auf eine lange und ehrenvolle Dienſtzeit zurück. Die Schule wird ihm ein treues Andenken bewahren. Wir wünſchen ihm von Herzen für lange lahre den frohen Genuß des otium cum dignitate!
Zum Nachfolger von Profeſſor Maul wurde mit Wirkung vom 8. Mai 1911(zunächſt proviſoriſch, vom 15. Novemnber 1011 an definitiv) der evangeliſche Pfarrer zu Nieder- Ingelheim Wilhelm Hartmann ernannt. lhmwurde anläſßlichſeiner definitiven Anſtellung der Charakter als Profeſſor verliehen.— Der zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes an unſerer Anſtalt zugelaſſene Lehramtsreferendar Wilhelm Hörr wurde nach Been- digung ſeines Vorbereitungsdienſtes(3O. September 1911) aus dem Dienſte an unſerer Anſtalt entlaſſen; gleichzeitig wurde er zum Lehramtsaſfeſſor ernannt.— Lehramts- aſſeſfor Erwin Berninger wurde Oſtern 1011 zu freiwilligem Schuldienſt an dem Gymnaſium zugelaſſen; Ende Oktober wurde er aus dem helliſchen Schuldienſt zur Ubernahme einer Stelle als Hauslehrer in Klagenfurt beurlaubt.— Lehramtsaſſeſſor Dr. Franz Weber blieb weiter mit der Vertretung des erkrankten Oberlehrers Profeſſor Dr. Schlottmann betraut; Ende Februar wurde er, als Profeſſor Dr. Schlottmann ſeinen vollen Dienſt wieder aufnehmen konnte, abberufen.
Oberlehrer Fiſcher und Lehramtsaſſeſſor Dr. Abt waren zu dem diesjährigen alt- philologiſch-archãologiſchen Ferienkurſus in Gießten(5. bis 7. Oktober 1911) zugelaſſen.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog verlieh zum 25. November 1911 dem Ober- lehrer Profeſſor Dr. Weißgerber das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
2. Der Unterricht. Das Schuljahr 1011/12 begann am 24. April 1911 mit der Prüfung der neu eintretenden Schüler, der Unterricht begann am 25. April; das Schuljahr ſchließt am 30. März 1912.— Das 1910 eingeführte ⸗Deutſche Lefebuch für die höheren Schulen des Großherzogtums Heffen», Verlag von Emil Roth, Gießten, wird im Schuljahr 1912/13 auch in llla gebraucht werden.
An dem von Profeſſor Schwarzſchild erteilten Unterricht in Stenographie(Syſtem Gabelsberger) nahmen 25 Schüler teil. Die Schülervereinigung für Stenographie hielt wöchentlich zweimal Ubungen ab.— An dem nichtverbindlichen Zeichenunterricht, erteilt von Reallehrer Walther, nahmen 21 bezw. 14 Schüler teil.— Dem Schüler- orcheſter(Leiter Reallehrer Walther) gehörten 20 Schüler an.— Unterricht in knaben- handarbeit— Tiſchler-, Papp- und Metallarbeit— wurde von Oberlehrer Fifcher in 5 Abteilungen an zulammen 50 Schüler erteilt. Eine Ausſtellung der Schülerarbeiten fand am 27. Auguſt und 3. Septemnber 1911 ſtatt.


