Jahrgang 
1912
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3. Uberſicht über den behandelten Leſeſtoff.

Dem Unterricht lagen die amtlichen Lehrpläne für die Gymnaſien des Großherzogtums Heſſen(Darmſtadt, Buchhandlung des Großh. Staatsverlags 1893) zu Grunde. Wir beſchränken uns auf die Angabe des Leſeſtoffes und der Themata der deutſchen Aufläte.

A. Deutſch. a) Lelſeſtoff.

la Schiller: Wallenſtein, Demetrius, Durchblick durch die übrigen Dramen an Hand von Schülervorträgen. Gedankenlyrik. Goethe: lphigenie, ausgewählte Szenen aus Fauſt l., Gedankenlyrik. Privatlektüre: einige Schillerſche Abhandlungen. Goethe: Dichtung und Wahrheit. Shakespeare: Macbeth. Euripides: lphigenie in Taurien. In einer wahlfreien Wochenſtunde neben Übungen im Betrachten von Kunſtwerken Einführung in das Schaffen von Hebbel, Storin, V. v. Scheffel, D. v. Lilienkron.

Ib Klopſtocks Oden und Meſſias(Auswahl); Leſſings«Minna von Barnhelms, Emilia Galottis;«Laokoon» und«Hamburgiſche Dramaturgie»(Auswahl).

Ila Schiller: Jungfrau von Orleans; Mibelungenlied im Urtext(Auswahl); Walter von der Vogelweide im Urtext (Auswahl). Goethe: Hermann und Dorothea. Privatlektüre: Hebbel, Nibelungen; Goethe, Reineke Fuchs; Shakeſpeare, lulius Caeſar.

IIb Herder: Der Cid. Schiller: Lied von der Glocke, Balladen in Auswahl, Wilhelm Tell. Uhland: Ludwig der Bayer. Dadelſen: Deutſches Leſebuch V. Teil, Leſeſtücke in Auswahl.

b) Auflätze.

la 1. Was ich werden möchte. 2. Haben wir ſchon Grund zur Zuſtimmung, wenn Buttler(Picc. I. 1) ſagt:«lch fürchte, wir gehn nicht von hier, wie wir kamens? 3. Wie bewährt ſich Queſtenbergs Urteil, daß Wallenſtein «ͥdie Menſchen kenne und zu gebrauchen wiſſe» in Vorbereitung und Durchführung der großen Audienzſzene? 4. Mit welchem Rechte kann Goethe den Monolog Wallenſteins(W. Tod l. 4.)«die Achſe des Stückes» nennen? 5. Gräfin Terzky und Lady Macbeth.(Ein Vergleich ihrer Charaktere und ihrer dramatiſchen Rollen). 6. Die Notiz Schillers:«Monolog des Demetrius; innerer Kampf, aber überwiegende Notwendigkeit, ſich als Zar zu behaupten» iſt aus dem Gang der Ereignille und dem Charakter des Demetrius zu begründen. 7. Orelt und Pylades als Charaktergegenſätze. 8. Wie läßt ſich der ſcheinbare Widerſpruch zwiſchen der Anſicht Homers: Æs gibt ja nichts Elenderes als den Menſchens» und der des Sophokles:«Nichts iſt gewaltiger als der Menſcho mit Hilfe der Gedankenlyrik Schillers und Goethes löſen? Gréßere Arbeiten über ſelbſtgewählte Gegen- ſtände(an Stelle eines Hausauffatzes geliefert) behandelten: Welche Segnungen brachte die franz. Revolution für Europa? Warum konnten die Römer Germanien nicht unterwerfen? Der hiſtoriſche und der Schillerſche Wallenſtein. Uber die Einordnung des Böſen in Gottes Weltplan(nach Fauſt). Der Aufbau der neuen Menander- komödien. Seelenglaube und Seelenkult der Griechen in den Gedichten Homers. Heidniſches im deutſchen Volksglauben. löru Uhl, ein Beweis für die Heimatkunſt Frenſfens. Kurze Geſchichte der Telegraphie. Hand und Maſchine, ein Vergleich. Meine Erlebniſfe an einer engliſchen Schule.

Ib Inwiefern beweiſt Klopſtocks Ode Die Frühlingsfeiers» daß die Lyrik nicht ausſchließlich Gefühlsdichtung iſt? 2. Charakter Klopſtocks nach ſeinen Oden. 3. Despoten mancher Art gibts in der kleinſten Welt, der größte aber iſt das Geld. 4. Der erſte Akt von Leſſings«Minna von Barnhelm» als Grundlage für die weitere Ent- wickelung der Handlung. 5. Der nationale Gehalt des Luſtſpiels«Minna von Barnhelm». 6. Wie widerlegt Leſſing die Anſicht des Grafen Caylus, der die Brauchbarkeit eines Gedichts für den Maler zum Probierſtein der Dichter machen will? 7. Licht und Schatten in dem Sittengemälde des Trauerſpiels Emilie Galotti». 8. Warum iſt nach Leſſings Anſchauung«Richard der Dritte» von Weiße keine Tragödie im Sinne des Ariſtoteles?

lla 1. Können wir Tell einen gemeinen Mörder nennen? 2. Inwiefern bewahrheitet ſich am Herzog von Burgund das Wort Attinghauſens: O, mächtig iſt der Trieb des Vaterlandsv. 3. Auf welche Zeit ihrer Laufbahn bezieht ſich Iohannas Gelſtändnis:«ch war die Unglückſeligſte, da ich der Welt am meiſten zu beneiden ſchiens? 4. Welchen Zweck hat nach den Proömien des Herodot und Livius die Geſchichtsſchreibung? 5. Die Feier der Schwertleite eines Königsſohns im frühen Mittelalter. 6. Welchen Zweck hat die Erzählung von Kriem- hildens Traum am Anfange des ganzen ibelungenliedes? 7. In welchen Richtungen äußert ſich Walters Vaterlandsliebe? 8. Hermanns Heimat.