Jahrgang 
1899
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Schulnachrichten.

1. Unterricht.

Da während einer Reihe von Jahren die Verteilung der Lehrpenſen auf die einzelnen Klaſſen, ſtets weſentlich gleichlautend, im Programm bekannt gemacht wurde, ſo kann auch in dieſem Jahre von ihrem Wiederabdruck abgeſehen werden. Durch den amtlichen Lehrplan von 1884 ſind die Klaſſen⸗ aufgaben ohnehin für das ganze Großherzogtum gleichmäßig geregelt, und ihre Durchführung bei uns iſt noch in dem Programm von 1895 dargeſtellt.

Wir geben daher diesmal nur die Themata der deutſchen Aufſätze und die Lektüre der Schriftſteller.

A. Aufſatzthemata.

IA.(Der Direktor): 1. Die vestigia leonis in Goethes Oden an Behriſch. 2. Der Aſpekt in Goethes Geburtsſtunde als Weiſſagung auf ſein Leben. 3. Beweis, daß der Charakter des Antonio im jetzigen Taſſo nunmehr einheitlich iſt.(Klaſſenauſſatz.) 4. Kommen im Fauſt die drei Perſonen des Vorſpiels wirklich auf ihre Rechnung? 5. Die Krieger inWallenſteins Lager als Miniaturen von Führern im dreißigjährigen Kriege. 6. Warum haben die Alten den Hektor als Muſter der fortitudo civilis geprieſen?(Klaſſenaufſatz.) 7. Wie laſſen ſich die vier Jugenddramen Schillers als Trilogie mit einem Prolog begreifen? Oder aber: Schillers Kunſtfortſchritt in den vier Jugenddramen. Oder aber(für die Schwächeren): worauf beruht die Anziehungskraft der Räuber(event.des großen Räubers) von Schiller. 8. Auch Schiller ein praeceptor Germaniae (Abit.⸗Aufſ.).

IB.(Der Direktor): 1. Wie wäre der Schablonenhaftigkeit der Lenzlieder Walthers v. d. Vogelweide abzuhelfen(Frühlingsaufſatz). 2. Warum mögen wir uns der Goten als unſrer Stammesvettern rühmen? 3.(Klaſſenaufſatz.) Die Verdienſte der ſächſiſchen Kaiſer um das deutſche Reich. 4. Wie ließe ſich das Leben Höltys aus ſeinen Liedern herſtellen? 5. Wie würden ſich Leſſings Juden ohne das Spiel mit der Doſe, und wie ſeine Minna v. Barnhelm ohne das Spiel mit dem Ringe geſtalten? 6. Die Aktion der Schlangen und die Gegenaktion ihrer Opfer nach der Laokoongruppe zu beſchreiben. 7. Vergleich Karls des Fünften mit Karl den Großen.(Concept eines kaiſerlichen Orators, a. 1548.) 8. Welche Fortbildungen an der Theorie des Leſſings von der tragiſchen Wirkung hat Schiller vorgenommen?

IIA.(Der Direktor): 1. Die Leckerei in Voßens Luiſe gegenüber der epiſchen Behag⸗ lichkeit in Hermann und Dorothea. 2. Die dre in den erſten aventiuren des Nibelungenlieds. 3. Der Charakter Volkers von Alzey.(Klaſſenaufſatz). 4. Inwiefern iſt der Untergang der Burgunden ein roorrkcraroy? 5. Worin ſtellt ſich Walthers Charakter in bewußten Gegenſatz zu den ο³⁶ι 6. Warum wird Walther trotz ſeines ſteten Heiſchens doch weder lächerlich noch verächtlich? 7. Die Beweggründe zu Tells That nach dem Monolog(Klaſſenaufſatz). 8. Die beſonderen Züge von Rechtlichkeit und Biederkeit in der Rütliſcene.

1.(Prof. Maul): 1. Womit macht uns der 1. Akt in Götz von Berlichingen bekannt? 2. Das Eleuſiſche Feſt. 3.Schickſal und Anteil in Hermann und Dorothea. 4. Karl XII. und Peter der Große(Vergleich). 5.Schillers Spaziergang(Klaſſenaufſatz). 6. Warum ſollen wir unſere Mutterſprache pflegen? 7. Der Prolog der Jungfrau von Orleans, Inhaltsangabe(Klaſſen⸗ aufſatz.) 8. Friedrich der Große als Friedensfürſt(Prüfungsaufſatz).

IIB.(Prof. Proſch): 1. Die Expoſition im erſten Act von Schillers Tell. 2. Die Expoſition im erſten Act von Schillers Tell(Fortſetzung). 3. Entſtehung und Hauptinhalt von Schillers Lied von der Glocke. 4. Ueber die Technik des Glockenguſſes. 5. Warum liegen ſo viele Städte an Flüſſen? 6. Einiges über Schillers Leben. 7. Die Hauptcharaktereigenſchaften des Helden in Herders Epos der Cid. 8. Die Hauptcharaktereigenſchaften des Helden in Herders Eposder Cid(Fortſetzung). 9. Hauptinhalt des erſten Geſangs von Hermann und Dorothea. 10. Einiges über Goethes Leben.