Jahrgang 
1896
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nie vergeſſen werden. Von ſonſtigen Veränderungen im Lehrerkollegium ſind zu erwähnen, daß Herr Aſſeſſor Friedrich Kraft aus Gießen für Herrn Schmidt, Herr Acceſſiſt Karl Zörb aus Gernsheim für Herrn Friederich proviſoriſche Verwendung fanden. Da Herr Dr. Büchner nach fünfjähriger muſtergiltig treuer Dienſtführung an das Neue Gymnaſium zu Darmſtadt verſetzt wurde, trat Ende Februar Herr Dr. Weißgerber vom Bensheimer Gymnaſium an ſeine Stelle. Er iſt geborener Offenbacher und wer, wie früher Schüler, bis Oſtern 1889 ſelbſt Lehrer an unſerer Anſtalt.

Zum Profeſſor ernannt wurde Herr Gymnaſiallehrer Storck am 2. November 1895; Herr Aſſeſſor Steinmetz ward definitiv als Gr. Gymnaſiallehrer angeſtellt; zum Aſſeſſor wurde ernannt Herr Acceſſiſt Kraft am 12. November 1895.

3. Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war auch diesmal, Gottlob, ein günſtiger, von jenen traurigen Verluſten abgeſehen. Nur zwei Schultage verſäumten im Januar Pfarrer Walther, Profeſſor Proſch(ſowie beim Tode ſeines Sohnes vier Tage), der Direktor im Dezember und März, deſſen Erkrankung in den Weihnachtsferien den Schuldienſt nicht berührte. Ferner fehlte Herr Provence öfter auf kurze Zeit, ſowie im Februar 6 Tage lang. Während des Sommers hatte Herr Roth behufs einer Kur in Tölz einen Urlaub von fünf Wochen erhalten, trat aber bereits einige Tage vor deſſen Ablauf den Dienſt wieder an.*) Im Sommer hatte Herr Hamann einen fünfwöchigen Militärurlaub, der größtentheils in die Ferien fiel.

Die Ausflüge fanden am 20. Mai(Ganztagsausflug), am 17. Juli, 8. Oktober, 1. November, 11. November und 11. Februar ſtatt; darunter war ein Beſuch des Zoologiſchen Gartens in Frankfurt; ferner hielt Herr Profeſſor Dr. Volckmar eine Pilzexkurſion mit der 3. Klaſſe am 5. November. Zum Schlittſchuhlaufen waren der ganzen Anſtalt freigegeben: der Nachmittag des 27. Novembers und 10. Januars.

4. Beſondere Ereigniſſe Die Jubelfeier des Deutſchen Reichs wurde am 18. Januar mit beſonderer Erhebung gefeiert, eingeleitet durch das ſchöne Gedicht unſres Mitbürgers Emil PirazziDer Deutſchen Siegesmal, ergriffen beſonders die von Herrn Roth eingeübten ſechs nieder⸗ ländiſchen Volkslieder, es folgten die Deklamationen aus allen Klaſſen und eine Feſtrede des Direktors über das Weſen der deutſchen Treue, welche Hingabe an Kaiſer und Großherzog, Reich und Land zu vereinigen wiſſe. Sie wurde, da der Verfaſſer ſeine Stimme damals ſchonen mußte, vom Oberprimaner Bräunig verleſen. Herr Gymnaſiallehrer Götz hatte mit einer ſehr gelungenen Schwarz⸗Kreideſkizze der Germania die Hauptwand des Saales geſchmückt. In gewohnter feierlicher Weiſe verlief der Feſtakt zu Großherzogs Geburtstag am 27. November. Die Feſtrede durfte der Ober⸗ primaner Karl Keller über den Anteil der Heſſen am Ruſſiſchen Feldzug von 1812 halten und hat ſich ſeiner Aufgabe recht glücklich entledigt.

Die mündliche Reifeprüfung am Gymnaſium fand am 24. Februar 1896 ſtatt unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulraths Soldan; am Nachmittag beehrte auch Herr Geh. Staatsrath v. Knorr die Prüfung mit ſeiner Anweſenheit. Die 12‧Oberprimaner beſtanden ſämmtlich, da ein ſchwächerer zurückgetreten war; die Hälfte davon konnte von der mündlichen Prüfung befreit werden. Am 28. Februar fand die Reifeprüfung an der Realſchule ſtatt, wobei dem Direktor die Funktionen als Regierungskommiſſar übertragen waren. Von 13 Schülern, die ſämmtlich beſtanden, hatten 7 von der mündlichen Prüfung dispenſiert werden können.

5. Dank für Widmungen. Unſre naturwiſſenſchaftliche Sammlung wurde von Herrn Gymnaſiallehrer Roth bereichert durch einen ausgeſtopften prächtigen Auerhahn aus den bairiſchen

*) Vom 3. bis 8. Mai 1895 beurlaubten wir die Herren Gymnaſiallehrer Roth und Friederich zur Beaufſichtigung der ſchriftlichen Prüfungsarbeiten an den Dr. Tolle'ſchen und Steinwachs'ſchen Privat⸗Lehranſtalten.