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1. Die Schule. Das Schuljahr begann Montag, den 2. April 1894. Das nächſte bedeutende Ereignis aus dem Schulleben war der Beſuch, welchen Herr Geh. Staatsrat v. Knorr und Herr Geheime Oberſchulrat Soldan am 7. Juni der Anſtalt abſtatteten, um eine große Anzahl Klaſſen zu beſichtigen und eine Sitzung über Budgetangelegenheiten mit der Schul⸗Lokalkommiſſion (beſtehend aus dem Direktor als Vorſitzendem, dem Herrn Oberbürgermeiſter Brink, Herrn Kommerzienrat Böhm und Stadtverordneten Kumpf) abzuhalten. Der Beſuch dagegen, welchen Se. Kgl. Hoheit der Großherzog unſerer Stadt ſchenkte, fiel leider in die Herbſtferien, ſodaß von dem ganzen großen Lehrerkollegium zur Zeit nur 4 Herren hier verweilten, unter deren Leitung unſre Anſtalt ihren Platz in der Feſtauſſtellung doch würdig behauptete. Herr Profeſſor Proſch vertrat den zur Erholung in Baden⸗Baden weilenden Direktor.
2. Im Lehrerkollegium traten folgende Veränderungen ein: Mitte Juni wurde die Teilung der 6. Klaſſe der Realſchule nötig, da ſie über 60 Schüler zählte und weitere Anmeldungen hatten zurückgewieſen werden müſſen; dafür wurde uns Herr Aſſeſſor Steinmetz von Mainz zur Verfügung geſtellt, der auch in V des Gymnaſiums das Ordinariat übernahm. Anfangs Juni verließ uns dagegen Herr Aſſeſſor Herbeck, der ſeit Herbſt 1893 bei uns, zeitweiſe mit erheblicher Stunden⸗ zahl, beſchäftigt geweſen. Der mit ihm eingetretene Volontär Herr Aloys Mathes leiſtete nur bis zu Oſtern 1894 durch einige Wochenſtunden der Anſtalt gleichfalls anerkennenswerte Dienſte. Gleichfalls nur wenige Stunden erteilte in den Monaten April bis Anfang Juni Herr Lehramtsacceſſiſt Rouge aus Darmſtadt. Augenblicklich iſt noch in gleicher Eigenſchaft, als Volontär, bei uns thätig Herr Kraft aus Gießen.— Am 1. September trat für Herrn Kaplan Thomas Herr Kaplan Gärtner in den katholiſchen Religionsunterricht ein.
Am 27. Juni wurden die Herren Dr. Volckmar, Dr. Metz und Dr. Keutzer durch die Gnade des Landesherrn zu Profeſſoren ernannt, und am 23. Oktober, auf Präſentation des Herrn Fürſten Carl von Iſenburg⸗Birſtein, Herr Aſſeſſor Dr. Büchner von dem Großherzog zum Gymnaſiallehrer ernannt.
3. Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war, was wir mit Dank gegen Gott ausſprechen, faſt bis zum Schluſſe des Schuljahres hervorragend günſtig. Am 4. Juni konnte Herr Koll. Friederich, der ſeit 12. März im Ausland Erholung geſucht und gefunden hatte, ſeinen Dienſt wieder antreten, und hat ihn ſeither ununterbrochen durchgeführt. Abgeſehen von kleineren Erkrankungen erwähnen wir, daß Herr Roth und der Direktor gleichzeitig, vom 24. Januar bis 5. Februar haben fehlen müſſen; Herr Schmidt vom 4. bis 12. Mai; Herr Provence vom 8. 12. bis 22. VII.; Herrn Prof. Dreher vom 25. Februar bis zum 5. März ſowie Herr Prof. Proſch vom 25. Febr. bis 16. März. Außerdem wurden den Herren Coll. Schmidt und Fäth zu Studienreiſen in die franzöſiſche Schweiz ein kurzer Urlaub im Anſchluſſe an die Herbſtſerien, ſowie dem Direktor in dringenden Familienangelegenheiten ein ſolcher vom 26. Februar bis 2. März zum Behuf einer Reiſe nach Freiburg i. B. gewährt.
Leider wurden uns mehrere werte Schüler durch den Tod entriſſen, ſo wünſchenswert ſich im übrigen der Geſundheitszuſtand unſerer lieben Jugend das Jahr hindurch geſtaltete; natürlich ſehen wir von den vorübergehenden ſtarken Beeinträchtigungen des Schulbeſuchs der Vorklaſſen während der ſog. Schnupfen⸗ und Katarhmonate, als ſtets wiederkehrenden Uebeln, ab. Es ſtarben uns:
Heinrich Bertrand, Schüler der 5. Klaſſe, an Diphtheritis, Jean Wagner,„„„ an Blinddarmentzündung.
An Ausflügen zur Stärkung der Geſundheit fehlte es nicht; abgeſehen von den vorgeſchriebenen Monatsausflügen und dem Ganztagsausflug am 1. Juni, wurden auch ſonſt geologiſche und botaniſche,


