Jahrgang 
1893
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bis Ende des Sommerſemeſters und während der Ferien ſeinen Pflichten als Reſerveoffizier obliegen. Vom 31. Oktober bis 9. November ſetzte Herr Tönges wegen ſchwerer mit Heiſerkeit verbundener Halsentzündung ſeinen Unterricht aus. Leider erkrankten dann noch im Winter, nach öfterem kürzerem Unwohlſein recht ſchwer: Herr Provence an Gelenkrheumatismus, Herr Dreher an einem inneren Geſchwür. Beide befinden ſich jetzt in vollſter Beſſerung. Für erſteren(fehlt ſeit 21. November) traten andere Fachlehrer, beſonders Herr Friederich, ein, die dann durch die Herren Acceſſiſten Sommer⸗ lad und Trapp erleichtert wurden. Für Herrn Dreher(ſeit 21. Januar) übernahm der Direktor das Griechiſche in Ila(zum Teil kombiniert mit Ib), während den Herren Dr. Heräus und Dr. Büchner das Latein in Ib und IIa zugeteilt ward, erſterer durch Herrn Keſſler, letzterer durch Herrn Fäth erleichtert. Leider iſt auch unſer treuer, durch langjährige Arbeit mit der Anſtalt verwachſener Pedell Herrmann ſeit Herbſt ſchwer erkrankt.

Um körperliche Friſche und Rüſtigkeit zu erhalten, wurden die monatlichen Spaziergänge regelmäßig von allen Klaſſen ausgeführt, am 18. Juni ein ganztägiger Schulausflug unternommen, das Freiturnen in 4 Wochenſtunden unter Leitung der Collegen Roth und Hamann fortgeſetzt und das nur zu ſeltene ſchöne Eis im Winter von allen Schülern bis in die unterſte Vorklaſſe hinab zum Schlittſchuhlaufen benutzt. Glücklicher Weiſe hatten die Weihnachtsferien anhaltend ſchönes Eis gebracht.

Hitzferien waren am 27. Mai, 31. Mai, 28. Juni und 29. Juli.

4. Beſondere Ereigniſſe. Am 25. November feierte die Anſtalt in der von Herrn Koll. Goetz mit einem ſprechend ähnlichen überlebensgroßen Bildniſſe des Großherzogs geſchmückten Aula den Allerhöchſten Geburtstag. Anweſend waren als geladene Gäſte auch zwei Mitglieder der Lokalkommiſſion, die Herren Oberbürgermeiſter Brink und Kommerzienrat Böhm. Die Feſtrede hielt der Direktor. Der von Herrn Roth eingeübte Geigerchor verſchönte die Feier. Aehnlich verlief Kaiſers Geburts⸗ tag, wo Herr Kollege Storck der Feſtredner war. Mitte Juni beteiligte ſich Lehrerkollegium und Schülerſchaft zahlreich und tief ergriffen bei der Beſtattung des verdienten und ungemein hochgeſchätzten evangel. Stadtpfarrers W. Hardt( 12. Juli), der die meiſten unſerer Schüler confirmirt hatte. Am 12. Oktober geleiteten der Direktor und Herr Kollege Dreher die Ib durch das hiſtoriſche Muſeum in Frankfurt. Seit Sommer 1892 iſt an der Anſtalt ein Fechtunterricht, in der Turnhalle, im Gange, der von 3 geübten Lehrern erteilt, den Schülern der oberſten Klaſſen eine treffliche leibliche und ſitt⸗ liche Unterrichtsſchule darbietet.

Ende des Sommer-⸗Semeſters wurde eine umfaſſende Schülerbibliothek begründet. Viele Freunde der Anſtalt, denen wir hier noch einmal unſeren Dank ausſprechen, wetteiferten zur Förderung des guten Zweckes. Die Stadt Offenbach gewährte freigebig einen Jahresbeitrag, ein ungenannter Freund gab in einem Couvert fünfhundert Mark; mit Kraft konnte es nun vorangehen, zumal auch viele Schüler Bücher ſchenkten, darunter der Oberprimaner Raecke an 30 ſchöne, tadellos neue Bücher, und uns ſonſt Beiträge(über die öffentlich abgerechnet ward) zugeſtellt wurden: von Herrn Geheimrat Weintraud, den Herren Kommerzienräten Böhm und Bender; von Herrn Heyne, Herrn Krumm, Herrn Chriſt, Herrn Tente, Herrn Schmaltz, Herrn Stöhr und durch Herrn Koll. Maul. Auch die Steinmetz'ſche Hofbuchhandlung, ſowie Herr Buchhändler Heß ſchenkten der Bibliothek eine Anzahl wohl verwendbarer Bücher. Es wurden 3 Leſegruppen und Teilbibliotheken für das Gymnaſium, 2 für die Realſchule gebildet, denen außer dem Direktor(für Prima und Sekunda), die Herren Dr. Büchner und Dr. Heräus, ſowie Herr Hamann und Herr Goes vorſtehen. Die Gruppe Prima hat bereits weit über 200, zum Teil ſehr wertvolle, Bücher; der Geſamtbeſtand bewegt ſich um 700 Bücher. Das Leſegeld, das zu Neuanſchaffungen und Reparaturen verwandt wird, beträgt für das Tertial 20 Pfg.

Wertvolle Geſchenke für die Lehrerbibliothek verdanken wir insbeſondere Herrn Fabrikanten Sievers, der uns v. SybelsBegründung des Deutſchen Reiches,Henne am RhynsKulturgeſchichte und fünf BändeWeſtermannſche Monatshefte zugehen ließ. Herr Architekt Manchot, ein früherer Schüler der Anſtalt, ſchenkte uns ſeinKloſter Limburg; der Oberprimaner W. Schmidt eine vorzüglich gelungene Zeichnung unſeres Schulhofs mit Umgebung in prächtigem Rahmen, jetzt eine Zierde unſerer Aula. Der Verein für Naturkunde(Präſident unſer Kollege Herr Dr. Metz) widmete uns ſeinen Jahresbericht.