Jahrgang 
1889
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4. Chronik der Anſtalt.

Mit dem Reifezeugniß verließen die Prima des Realgymnaſiums folgende Schüler: a) am Schluſſe des Schuljahres 1887/88: 1. Herbert Engelhard aus Offenbach, 2. Walther Proſch aus Offenbach, 3. Heinrich Privat aus Offenbach. Mit dem Zeugnis über die wiſſenſchaftliche Befähigung für den einzährig⸗freiwilligen Militär⸗ dienſt traten aus der 1. Klaſſe der Realſchule:

Becker, Karl aus Offenbach. Einſiedel, Ludwig aus Oppenheim. Frenz, Alfred aus Offenbach. Grünbaum, Emil aus Offenbach. Hammer, Wilhelm aus Offenbach. Heyne, Wilhelm aus Offenbach. Huppe, Philipp aus Offenbach. Jakobi, Louis aus Frankfurt a. M. Joſt, Fritz aus Offenbach. Kaltſchmidt, Julius aus Offenbach. Klein, Friedrich aus Offenbach. Petri, Auguſt aus Offenbach.

Seeger, Friedrich aus Offenbach.

1. Die Schule. Das Schuljahr 1888/89 wurde erſt am 17. April 188s eröffnet, da die Oſterferien wegen der teilweiſen Umgeſtaltung der Anſtalt um 8 Tage verlängert worden waren. Die Umwandlung des Realgymnaſiums in ein humaniſtiſches Gymnaſium ſollte mit dem neuen Schuljahr ins Leben treten und zunächſt die unteren Klaſſen bis zur Untertertia einſchließlich nach dem neuen Lehrplan unterrichtet werden. Die gegenwärtigen Realgymnaſialklaſſen von III a. bis Ja. rücken als ſolche von Jahr zu Jahr fort, während immer die Gymnaſialklaſſen hinter ihnen dreinſchieben. Bis Oſtern 1894 wird die Umwandlung voransſichtlich vollzogen ſein. Am 6. Dezember 1888 fand durch Herrn Geh. Staatsrat von Knorr zu Roſenroth und Herrn Oberſchulrat Soldan eine eingehende Be⸗ ſichtigung der Anſtalt und zahlreicher Klaſſen ſtatt.

2. Perſonalveränderungen. Ende März wurde der bisherige Direktor der Anſtalt Herr Dr. Schön nach fünfjähriger erfolgreicher Leitung derſelben zum Gr. Direktor des Realgymnaſiums und der Realſchule zu Mainz ernannt. Lehrer und Schüler ſahen ihn ungerne ſcheiden und widmen ihm die dankbarſte Erinnerung. An ſeine Stelle wurde der Unterzeichnete ernannt, bis dahin Gymnaſial⸗ lehrer in Darmſtadt, vorher Kaiſ. Direktor der Realſchule bei St. Johann in Straßburg i. Elſaß. Derſelbe wurde in Gegenwart der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Vertretung am 17. April von Herrn Oberſchulrat Soldan öffentlich und feierlich eingeführt. Gleichzeitig wurde der bisherige Zeichenlehrer Herr Bode ſeiner angegriffenen Geſundheit halber auf ſeinen Wunſch penſioniert und zu ſeinem Erſatze Herr Friedrich Götz von Darmſtadt berufen. Da Herr Kaplan Schreiber in Neuiſenburg Verwendung fand, trat Anfang November Herr Kaplan Bendix in deſſen Thätigkeit ein. Herr Lehramtsacceſſiſt Fäth wurde auch im Sommer mit einer Anzahl Stunden betraut, ſeit Januar 1889 ihm ſodann die Vertretung des Herrn Billaſch übertragen, der zur Stärkung ſeiner Geſundheit eine Kur in Meran antreten mußte. Auch Herr Realgymnaſiallehrer Schmidt bedurfte noch weiterer Schonung; ſeine Ver⸗ tretung ward dem proviſoriſchen Realgymnaſiallehrer Dr. Weißgerber übertragen. Herr Provence durfte auf ärztlichen Rat ſeine volle Stundenzahlung noch nicht wieder aufnehmen und erlangte dafür die behördliche Genehmigung. Die Acceſſiſten, welche bis dahin im Verbande der Anſtalt geſtanden, Herr Dr. Stroman und Herr Dr. Brückel fanden, erſterer eine Anſtellung an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Friedberg, der andere eine längere Verwendung am Gymnaſium zu Darmſtadt.