Jahrgang 
1880
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4. Chronik der Anſtalt.

Mit Schluß des Schuljahres, 9. April 1879, verließen unſere Schule nach beſtandener Maturitäts⸗ prüfung zunächſt die 5 Oberprimaner: 1. Friedrich Burger von Offeenbach ſtudiert Naturwiſſenſchaften,

2. Rudolph Heim Chemie, 4 3. Wilhelm Op el Mathematik und Naturwiſſeſchaften, 4. Ferdinand Roth neuere Sprachen, H. Heturich Schneider 5 Forſtwiſſenſchaft.

Mit dem Zeugniſſe der Reife für den Einjährig⸗Freiwilligendienſt verließen die Schule nach ein⸗ jährigem, erfolgreichem Beſuch der Oberſecunda folgende Schüler:

1. Friedrich Beck, 17 Jahre alt. 7. Samuel Koppel, 1512 Jahre alt.

2. Karl Behrens, 15 ½ Jahre alt. 8. Karl Plitt, 17 Jahre alt.

3. Georg Clemann, 15 ¾ Jahre alt. V 9. Jean Polkin, 15 ¾ Jahre alt.

4. Siegfried Katzenſtein, 19 Jahre alt. 10. Clemens Schröder, 15 ½ Jahre alt. 5. Julius Katzenſtein, 17 Jahre alt. 11. Alfred Strauß, 15 ¾ Jahre alt.

6. Karl Knipp, 16 ¾ Jahre alt.

Zu Anfang des Schuljahres 187980 wurde an unſerer Schule eine neue Lehrerſtelle für einen akademiſch gebildeten Lehrer errichtet und dieſelbe durch hohe Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz dem Gymnaſial⸗ und Reallehramts⸗Acceſſiſten Wilhelm Storck aus Schönberg übertragen. Derſelbe wurde mit Beginn des Schuljahres, am 28. April 1879 in ſeinen Dienſt eingewieſen. Durch Allerhöchſte Dekrete Seiner Königlichen Hoheit des Groß⸗ zerzogs wurden definitiv an unſerer Schule angeſtellt die proviſoriſchen Reallehrer Dr. Keutzer am

4. April, Dr. Scriba und Dr. Dieckmann am 1. November 1879.

Die üblichen Spaziergänge der einzelnen Klaſſenlehrer mit ihren Klaſſen wurden auch im abge⸗ laufenen Schuljahre mit ziemlicher Regelmäßigkeit ausgeführt, in dieſem Winter bot ſich häufig Gelegen⸗ heit die Eisbahn aufzuſuchen.

Größere Ausflüge wurden ebenfalls unternommen. In den erſten Tagen des Monat Mai be⸗ ſuchten die Schüler der Realſchule und die zwei oberen Klaſſen der Vorſchule den zoologiſchen Garten, um zugleich die dort anweſenden Irokeſen zu ſehen. Am 4. September gingen die Prima und Oberſecunda unter Führung der Herren Reallehrer Langrock, Proſch und Schmidt nach Mainz und Wiesbaden, die Unterſecunda mit den Herren Reallehrer Walther und Dr. Derſch. nach der Bergſtraße und die Obertertia a. und b. mit den Herren Reallehrer Maul, Metz und Lehrer Tönges über Luiſa nach Kelſterbach.

Am 2. Juli, dem Eröffnungstage der Offenbacher Induſtrieausſtellung fiel der Unterricht aus. Sämmtliche Lehrer und Schüler betheiligten ſich beim Empfange Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs, der an dieſem Tage zum erſten Male als Regent unſere Stadt mit ſeinem Beſuche beehrte.

Am 3. Juli begleiteten Lehrer und Schüler den am 30. Juni verſtorbenen, hoffnungsvollen Schüler der Oberſecunda, Friedrich Leonhardt, zu ſeiner letzten Ruheſtätte. Bei den übrigen verſtorbenen Schülern unterblieb die Begleitung auf Anordnung des Arztes oder auf Wunſch der Eltern, da jene an⸗ ſteckenden Krankheiten erlegen waren.

Auf Antrag der israelitiſchen Religionsgemeinde dahier wurde von Geoßherzoglichem Miniſterium des Innern und der Juſtiz durch hohe Verfügung vom 2. Juli genehmigt, daß fortan für die israelitiſchen Schüler unſerer Anſtalt ein beſonderer Religionsunterricht ertheilt werde. Herr Rabbiner Dr. Form⸗ ſtecher dahier hatte die Güte den Unterricht in der oberen Abtheilung, ohne hierfür eine beſondere Ver⸗ gütung zu beanſpruchen, zu übernehmen, für die beiden anderen Abtheilungen wurde Herr Heyum, Lehrer an der zweiten Knaben⸗Bürgerſchule, an der Realſchule angeſtellt. Die beiden Herren haben ihren Unterricht mit Beginn der Schule nach den Sommerferien, am 5. Auguſt, begonnen.

Der 1 2. September, der Allerhöchſte Gepurtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde Vormittags mit der vorgeſchriebenen Schulfeier begangen; Nachmittags fiel der Unterricht aus. Ebenſo blieb die Schule am 25. Auguſt, dem Allerhöchſten Namenstage, geſchloſſen.

Der Unterricht im ablaufenden Schuljahre hat leider vielfache Unterbrechungen erlitten. Theils war es Krankheit einzelner Lehrer ſelbſt, oder die von Angehörigen derſelben, welche nur allzuoft die Ein⸗ richtung eines Vikariates nöthig machte.