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Die auch während des ganzen verfloſſenen Schuljahres fortgeführten Ver— handlungen über die Reorganiſation unſerer Realſchule haben unter dem 15. März 1866 in der Weiſe ihren Abſchluß gefunden, daß die Großherzogliche Oberſtudien⸗Direktion im Auftrag Großherzoglichen Miniſteriums des Inneren eine Zuſammenſtellung der einzelnen Punkte, welche mit dem Gemeinderath der Stadt Offenbach vereinbart worden waren, und das Verhältniß der Gemeinde Offenbach zur Realſchule regeln, ausfertigen und dem Gemeinderath zuſtellen ließ. Nachdem nunmehr alle ſeither dem Reorganiſationswerk entgegenſtehenden Hinderniſſe beſeitigt, und bereits durch Miethe des oberen Stocks eines Nachbarhauſes die durch Er⸗ weiterung der Schule nöthigen Räumlichkeiten beſchafft ſind, wird die neue Ein— richtung derſelben mit dem Beginn des neuen Schuljahres in's Leben treten.
Mit gebührendem Danke müſſen wir erwähnen, daß die längſt gewünſchte Gasleitung von Seiten des Gemeinderathes bewilligt und im Laufe der Herbſt⸗ ferien ausgeführt wurde, ſo daß wir im verfloſſenen Winterſemeſter alle unſere Räume mit Gas beleuchten und darum die für die Schule, wie für die Familien der Schüler ſo ſehr läſtige Verlegung der für die ſpäteren Nachmittagsſtunden an⸗ geſetzten Lektionen auf die Stunde von 1—2 Uhr umgehen konnten.
Die mit Beginn des Schuljahres 1865/66 in's Leben getretene Aufſichts⸗ ſtunde wurde durchſchnittlich von 28 Schülern beſucht und hat auf die ſie be— ſuchenden Schüler den erwarteten wohlthätigen Einfluß in vollem Maße geübt.
Unter dem Lehrperſonal unſerer Realſchule fand im verfloſſenen Schuljahre nur eine Veränderung ſtatt, indem Herr Lehrer Germann, welcher von Oſtern 1865 an für den wegen ſeiner angegriffenen Geſundheit auf längere Zeit beur⸗ laubten Herrn Kühn deſſen Scheibſtunden übernommen hatte, vom 30. November an dieſen Unterricht nicht mehr ertheilen konnte, da ſeine Zeit anderweitig in An— ſpruch genommen war. Glücklicher Weiſe hatte ſich die Geſundheit des Herrn Kühn in ſo erheblicher Weiſe befeſtigt, daß er ſelbſt wieder ſeine Funktionen übernehmen konnte.
Obgleich die Hitze des verfloſſenen Sommers größeren Ausflügen nicht günſtig war, wurde doch wenigſtens ein ſolcher, an dem ſich Schüler aus den drei oberſten Klaſſen betheiligten, unter Leitung der Herren Dr. Matthes, Walther und Ritſert in den Hahnenkamm unternommen. Die Theilnehmer verſammelten ſich zu demſelben des Morgens um 6 Uhr und fuhren, nachdem ſie zu Fuße die Eiſenbahnſtation Mainkur erreicht, von dort bis Dettingen. In Hörſtein, wohin man ſich von Dettingen aus wandte, wurde kurze Raſt gehalten, um das Frühſtück einzunehmen; dann ging es über Waſſerlos, Alzenau, Kälberau, Michelbach, Hütten— geſäß nach einem im Teufelsgrunde bei zweiſtündiger Raſt aus den mitgebrachten Vorräthen gehaltenen Mittagsmahl über Brücken hinauf zum Gipfel. Ein Feuer, das man dort angezündet, erhöhte das Vergnügen, während die in Menge gefundenen Heidelbeeren die trocknen Gaumen erfriſchten. Nach längerem Aufenthalte wurde über Alzenau der Rückweg nach Dettingen angetreten, von wo die Eiſenbahn die ſehr ermüdete Geſellſchaft ſpät am Abend nach Offenbach zurückbrachte.
Kleinere Ausflüge einzelner Klaſſen fanden, wie gewöhnlich, von Zeit zu Zeit ſtatt, und namentlich bot das nahe Frankfurt mit ſeinen Sehenswürdigkeiten auch im abgelaufenen Jahre wieder Veranlaſſung zu mehreren Beſuchen. An einem der⸗ ſelben, der dem zoologiſchen Garten galt, betheiligten ſich außer der unterſten Vorbereitungsklaſſe ſämmtliche Lehrer und Schüler der Anſtalt an zwei verſchiedenen Vormittagen; zwei andere wurden von den Schülern der beiden oberſten Klaſſen


