I. Geschichte der Anstalt. A. 2Sjähriges Jubiläum.
D'“ Anfang des Schuljahres 1914/15 pringt der Goetheschule den Tag, an dem sie auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken kann. Wenn diese 25. Wiederkehr des Gründungs- tages auch nicht in großem Umfang seitens der Schule gefeiert wird, so interessieren sich immerhin die jetzigen und früheren Schüler der Anstalt und deren Eltern sowie die Freunde der Goethe- schule für das so klein begonnene, so mühsam vorwärts gebrachte und trotzdem so prächtig gediehene Werk, daß wir es uns nicht versagen können, über die Gründung der Schule, deren äußere Entwicklung inbezug auf die Schülerzahl, über die Veränderungen, Verbesserungen und Erweiter- ungen der Anstalt und über die wichtigsten Ereignisse in den verflossenen 25 Jahren kurz zu berichten.
Alumnat 1836. Alumnat und Schulhaus 1800.
Die Goetheschule ging aus dem von dem Inhaber der Anstalt im Frühjahr 1886, Goethe- straße 8, eröffneten Pensionate für Ausländer hervor. Der Gründer hatte ursprünglich nicht die Absicht, mit dem„Internat“ eine Tagesschule für Externe zu verbinden. Erst nachdem eine An- zahl Bürger der Stadt Offenbach mit dem wiederholten und dringenden Ersuchen an ihn heran- getreten waren, ihre Söhne als Schüler aufzunehmen, kam er um die Genehmigung hierzu bei der vorgesetzten Behörde ein, die seinem Wunsche entsprach.
Indem die Anstalt auf diese Weise mehr und mehr den Charakter einer höheren Schule statt eines bloßen Ausländer-Instituts annahm, wuchs nicht nur die Zahl der Ortsschüler fortdauernd, sondern auch der Zugang inländischer Zöglinge.
Dem Unterrichte wurde der Lehrplan der staatlichen hessischen Realschulen zu Grunde ge- legt. Die Schüler wurden vorläufig rin kombinierten Klassen unterrichtet und solche jungen Leute, die über das schulpflichtige Alter hinaus waren, für die Prüfung zur Erlangung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst vorbereitet. Mit der Eröffnung des Schuljahres 1889,90 war der Ausbau des Klassensystems vollendet, sodaß der 29. April 1889 als der eigentliche Gründungstag der Goetheschule angesehen werden muß.
Im Frühjahr 1889 schickte die Anstalt zum erstenmal Zöglinge vor die Großherzogliche Prüfungskommission in Darmstadt. Sämtliche Prüflinge kehrten mit dem Berechtigungsschein für
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