Jahrgang 
1913
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1. Der Unterricht.

Die Verteilung des Lehrstoffes schließt sich vollständig den für die staatlichen hessischen Realschulen geltenden Bestimmungen an. Die Klassen U. II., O. III. und U. III. wurden in drei, IV. in zwei Abteilungen unterrichtet.

Die Schüler müssen die Schularbeiten unter Aufsicht eines Lehrers anfertigen und vor dem Verlassen der Schule an den- selben abliefern, bezw. sich abhören lassen. Seit dem Bestehen der Schule hat sich diese Einrichtung sehr gut bewährt, da sie den Eltern eine große Last abnimmt und zugleich einer Ueber- bürdung vorbeugt.

Die Lehrpensen der einzelnen Klassen sind folgende:

Klasse: U. II.

Klassenlehrer: U. II. 1. Grau, U. II. 2. Trautmann, U. II. 3. Oechsle.

Wvang. Religion: Kirchengeschichte II. Teil: Von der Refor- mation bis zur Gegenwart, nach Siebert, Kirchengeschichte für höhere Schulen. Zusammenfassende Darstellung der evangelischen Glaubens- und Sittenlehre auf Grund der Lektüre von Wurster Glaubens- und Sittenlehre. Pfarrer Hofmeyer.

Deutsch: Uebungen im Disponieren, alle vier Wochen ein Aufsatz, daneben zahlreiche kleinere schriftliche Uebungen im Anschluß an die Lektüre und die Geschichte. Deutsche Literatur- geschichte mit besonderer Berücksichtigung der beiden Blüte- perioden.

Gelesen wurde: Sommerhalbjahr: U. II. 1.: Lessing, Minna- von Barnhelm; U. II. 2. und 3.: Goethé, Hermann und Dorothea; Winterhalbjahr: U. II. 1. 2. 3.: Schiller, Wilhelm Tell. Geeignete Stellen wurden memoriert.

Themata der Aufsätze:

U. II. 1.: 1. Die Vorfabel zu LessingsMinna von Barnhelm. 2. Die Bedeutung Luthers für die deutsche Literatur. 3. Zweck und Inhalt der Riccautscene. 4. Auf welche Weise sucht Minna, den Major von seinem einmal gefaßten Entschlusse abzubringen? 5. Der preußisch-österreichische Feldzug des Jahres 1866. 6. Die Zusammenkunft der drei Vertreter der Schweizer im Hause Walter Fürsts. 7. Baumgarten erzühlte Werner Stauffacher

seine Rettung durch Tell. 8. Die Bedrückung der Schweizer durch die Vögte. 9. Geßlers Härte in der Apfelschußscene.

U. II. 2.: 1. Der Zug der Vertriebenen nach der Erzählung des Apo- thekers. 2. a. Steter Tropfen höhlt den Stein. b. Das Besitztum des Löwen- wirts.(Nach Goethes Hermann und Dorothea). 3. Napoleons Zug nach Rubß- land. 4. Schillers Leben bis zu seiner Flucht aus Stuttgart. 5. Was erfahren wir aus Hermann und Dorothea über das frühere Leben des Löwenwirts? 6. Wie die Wirtin zum goldenen Löwen zu ihrem Gatten kam. 7. Die Bedrückung der Schweiz durch die Landvögte.(Nach dem I. Aufzug von Schillers Wilhelm Tell). 8. Walter Tell. 9. Der Schwur auf dem Rütli.