3. Uebersicht über den während des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Lehrstoff.
A. Gymnaslum i. E.
Unterprima. Ordinarius: Direktor Professor Schlaadt.
1. Roligionslehre: 2 St.
a) Katholische: Besondere Glaubenslehre. Lesen und Erklären ausgewählter Ab- schnitte des Lukasevangeliums.
Michels.
b) Evangelische Kirchengeschichte. Die
Confessio Augustana. Dencker.
2. Deutsch: 3 St.
Uebersicht über den Entwicklungsgang der Litteratur im Anschluss an die Lektüre der Prosa- stücke aus dem Lesebuch von Biese.
Ausserdem wurden gelesen: Schillers und Goethes Gedankenlyrik, Klopstocks Oden und ausgewählte Stücke aus dem Messias, die wich- tigsten Abschnitte aus Lessings Laokon, Gedichte
althers von der Vogelweide, Schillers Braut von Messina und Maria Stuart. Privatim wurden gelesen und in der Schule besprochen: Lessings Minna von Barnhelm und Goethes Götz von Berlichingen.
Freie Vorträge über Gelesenes. Wieder- holung gelernter Gedichte und Lernen einzelner Gedichte und Stellen aus den gelesenen Dramen.
Themata der Aufsätze:
1. Welchen Verlauf nimmt die Entwicklung der menschlichen Kultur nach Schillers eleusischem Feste und Spaziergang?
(Klassenaufsatz.)
2. In welcher Weise beeinflussen sich Wallen- stein und Max Piccolomini gegenseitig in ihrem Denken und Handeln?(Nach Schillers Wallenstein.)
3. Wie greifen die Götter im zweiten Gesange der Ilias in den Gang der Handlung ein?
4. Welches Bild entwirft Goethe in seinem Götz von Berlichingen von den Zuständen in Deutschland?(Klassenaufsatz.)
5. Ausführlicher Gedankengang der Rede des Lysias gegen Eratosthenes..
6. Inwiefern ist die Arbeit segenbringend für den Menschen?
7. Welchen Grundsatz stellt Sokrates in Platons Apologie für das sittliche Handeln der Menschen auf, und wie befolgt er selbst diesen Grundsatz?(Klassenaufsatz.)
8.
Wie lässt es sich erklären, dass Sokrates von den Athenern zum Tode verurteilt wurde? Schlaadt.
3. Latein: 7 St.
a) Lektüre 7 St.: α) poetische: Horaz, Oden
I und II in Auswahl, Epoden 2. 7. 16. Satiren I 1. 6. 9. II 1. Auswendig gelernt wurden von den Oden: I 1, 14, 22, 24, 31. II 10, 20 und einzelne Stellen aus anderen Oden sowie aus den Epoden und Satiren. Schlaadt.
6) Prosaische: Tacitus, Ger- mania und Agricola; Ciceros Briefe mit Aus- wahl.
b) Grammatik 2 St.: Stilistische Uebungen im
Anschluss an Ostermanns Uebungsbuch für Obersekunda und Prima. Aus diesem die Phrasen 500— 1085. Schriftliche Arbeiten nach Vorschrift. Bodewig.
4. Griechisch: 6 St.
a) Lektüre: α) poetische: Homers Ilias I-XII
mit Auswahl. Auswendig ge- lernt wurden VI 407— 497 und andere kleinere Stellen.
6) prosaische: Lysias Reden: VII, XII, XVI. Platons Apologie, Kriton und Phaedon cap. I-— XII. LXIII-LVIII.
Uebungen im unvorbereiteten Uebersetzen aus Xenophons Hellenika.
b) Schriftliche Uebungen: Alle 14 Tage eine
Uebersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche oder aus dem Deutschen ins Griechische; im Anschlusse daran gramma- tische Wiederholungen. Schlaadt.
5. Französisch: 3 St.
a) Lektüre: Boissier, César et Cicéron I(ed.
b)
Brüll), Sandeau, Mademoiselle de la Seig- lière,(Velhagen-Klassing); Racine, Athalie (Velhagen-Klassing). Ausgewählte Gedichte von Béranger, La Fontaine, Victor Hugo (aus Beneke’s Anthologie.)
Grammatik: Grammatische Wiederholungen und Erweiterungen nach Plötz-Kares. Sprechübungen im Anschluss an die Lek- türe und über Vorkommnisse des täglichen Lebens, nach Kron. Schriftliche Arbeiten nach Vorschrift. 3 St. Scheubel.


